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Königsbrunn

21.01.2013

Starke Frauen auf Abenteuerpfaden

Der Königsbrunner Autor Armin Strohmeyr lebt seit mehreren Jahren in Berlin und kommt jetzt für eine Lesung in die Brunnenstadt.
Bild: Agentur

Kulturpreisträger Armin Strohmeyr stellt sein Buch „Abenteuer reisender Frauen“ vor

Literatur im Kino – nicht als Romanverfilmung auf der Leinwand, sondern als Lesung im Kinosaal, das ist am Sonntag, 27. Januar, um 10.30 Uhr im Cineplex geboten. Dann stellt dort Armin Strohmeyr, Kulturpreisträger der Stadt für das Jahr 2005, sein aktuelles Buch „Abenteuer reisender Frauen“ vor. Und weil man schon mal im Kino ist, werden an passenden Stellen auch einige Filmsequenzen zu sehen sein.

Der Autor porträtiert 15 starke Frauenpersönlichkeiten aus fünf Jahrhunderten – unter anderem Ikonen wie Katherine Hepburn, Agatha Christie oder Leni Riefenstahl, aber auch weniger bekannte Frauen. Allen gemeinsam ist der Freiheitswille sowie der Mut, gegen die Erwartungen ihrer Zeit und den Druck von Gesellschaft und Familie – vor allem den der Männer ihrer Zeit – anzukämpfen. Manchmal mit Tricks, oft mit weiblicher Raffinesse oder durch komfortable Lebensverhältnisse schaffen sie es, das umzusetzen, was ihnen vorschwebt: Reisen in ferne Länder, Abenteuer und unkonventionelles Leben.

Bequem ist dies nie. Manche bezahlen es mit Gefängnis oder frühem Tod, andere mit großen Opfern. Sie müssen der Adoption der eigenen Kinder zustimmen oder nach dem Ausbruch aus dem Orden oder der vorbestimmten Ehe bis ans Ende ihrer Tage versteckt leben. Sie wissen das schon zuvor – abhalten kann es sie nicht.

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Mit seinen Lebensgeschichten zeichnet Strohmeyr manch ungewöhnlichen Weg nach. Da wird im 16. Jahrhundert aus der spanischen Nonne Catalina de Erauso die Konquisitadorin unter königlicher Flagge. Um nach ihrer Flucht nicht entdeckt zu werden, schneidet sie sich die Haare ab, näht aus ihrem Nonnengewand Männerkleider und heuert als Soldat Antonio in der königlichen Armee an. Jahrelang lebte sie unter den Eroberern in Chile. Auch Mary Read und Anne Bonny geben sich als Männer aus, im 17. Jahrhundert als Piraten in der Karibik.

Weite Reisen um den Globus

Im 18. Jahrhundert wurde aus der Wiener Hausfrau Ida Pfeiffer eine Weltreisende, die nach der Trennung vom Ehemann trotz notorischen Geldmangels allein als Frau nach Konstantinopel, Palästina, Syrien und Ägypten zog. Als Reiseschriftstellerin konnte sie sich später weite Reisen um den Globus leisten.

Es macht Spaß, bei Strohmeyr nachzulesen, dass auch schon zu früheren Zeiten selbstbewusste Frauen es schafften, gegen die Norm anzukämpfen. Man erfährt Staunenswertes, etwa über das Leben der Wittelsbacher Prinzessin Therese von Bayern, die unter dem Pseudonym „Gräfin Elpen“ allen Konventionen zum Trotz ihrem naturwissenschaftlichen Forscherdrang nachging und Expeditionen, unter anderem nach Brasilien, unternahm.

Dank ihres Sprachentalents und ihrer Zeichen- und Malbegabung hielt sie ihre Beobachtungen von Pflanzen und Tierwelt wie der Kultur anderer Völker für die Nachwelt fest. Der Autor hat für ihre Geschichte den Untertitel „weiblicher Humboldt“ gefunden.

Mit der Lesung im Kino erweitert Kultur-und Bildungsmanagerin Ursula Off-Melcher erneut den Kreis möglicher kultureller Treffpunkte in der Stadt.

Eintritt sechs Euro. Kartenvorverkauf in Cineplex, Stadtbücherei und im Kulturbüro, Telefon 08231/606-101.

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