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Landsberg

23.01.2020

Stehen die Landsberger Basketballer vor dem Aus?

Für die Landsberger Basketballer (weiße Trikots) ging es zuletzt arg bergab: In der Bayernliga liegen sie auf dem drittletzten Rang und spielen auch vor Großteils leeren Rängen.  Jetzt sucht der Verein auch einen neuen Vorstand.
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Für die Landsberger Basketballer (weiße Trikots) ging es zuletzt arg bergab: In der Bayernliga liegen sie auf dem drittletzten Rang und spielen auch vor Großteils leeren Rängen. Jetzt sucht der Verein auch einen neuen Vorstand.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Bei der DJK Landsberg finden im Februar Neuwahlen statt. Der aktuelle Vorstand tritt nicht mehr an und mögliche Kandidaten gibt es noch nicht. Dazu kommt eine sportliche Misere.

Sportlich ist es mit den Landsberger Basketballern in den vergangenen Jahren arg bergab gegangen. Jetzt kann es sein, dass es auch mit der DJK Landsberg als Verein bergab geht: Am 12. Februar stehen Neuwahlen an, von der bisherigen Vorstandsriege will sich niemand mehr zur Wahl stellen und neue Kandidaten gibt es bislang nicht.

Erster und Zweiter Vorsitzender, Kassenwart, Zeugwart, Pressewart, Schiedsrichterwart, Jugendwart und Juristischer Beistand – sämtliche Positionen müssen bei dem Verein, der etwas über 300 Mitglieder hat, neu besetzt werden. „Und bis jetzt gibt es keine Kandidaten“, sagt Jürgen Siegwardt, bislang Zweiter Vorsitzender, gegenüber dem Landsberger Tagblatt. Klaus-Peter Brakel, der Noch-Vereinschef, war aus zeitlichen Gründen zu keiner Auskunft bereit.

Im Verein habe man bereits herumgefragt, jetzt wurde auch auf der Homepage der DJK eine entsprechende Meldung eingestellt. Reaktionen seien bislang noch keine gekommen. „Aber das scheint ja momentan gang und gäbe zu sein“, sagt Siegwardt. Er ist sein zehn Jahren in die Vorstandsarbeit der DJK eingebunden, aus beruflichen Gründen könne er sich aber nicht mehr so einbringen wie bisher. Siegwardt kümmerte sich unter anderem auch um die Sponsorenakquise oder das Saisonheft „PLLay“. Zuletzt aber sei es immer mehr zu einem „Fulltime Job“ geworden.

Stehen die Landsberger Basketballer vor dem Aus?

"Man wird den Drohhammer schwingen"

Wie es weitergeht, wenn am 12. Februar kein neuer Vorstand gewählt werden kann, skizziert Siegwart wie folgt: „Man wird so schnell wie möglich eine weitere Jahreshauptversammlung einberufen und wieder den Drohhammer schwingen, dass man den Verein auflöst oder sich Jahn Landsberg oder dem TSV Landsberg anbietet.“ Dazu sei es auch nach dem Rücktritt von Horst Geiger (Vorsitzender) und Matthias Fiebich (Stellvertreter) im Jahr 2015 gekommen. Im Januar 2016 waren dann Klaus-Peter Brakel und Jürgen Siegwardt zu neuen Vorsitzenden gewählt worden.

Im Jahr 2016 feierte die DJK Landsberg ihr 60-jähriges Bestehen (von links Vorsitzender Klaus-Peter Brakel, Oberbürgermeister Mathias Neuner und Zweiter Vorsitzender Jürgen Siegwardt). Jetzt stehen Neuwahlen an, und die Suche nach Kandidaten läuft.
Bild: Messelhäuser (Archiv)

Auch wenn für Jürgen Siegwardt in erster Linie berufliche Gründe zum Rücktritt führen, räumt er ein, dass „vieles nicht so gelaufen ist, wie ich es mir gewünscht hätte“. Die mehrheitlichen Entscheidungen hätten sicher ihre Vorteile, aber „es hat eben auch Nachteile“. Dabei musste er auch miterleben, wie sich das Landsberger Basketball zu seinem Nachteil entwickelte.

Von 2004 bis 2010 spielten die Landsberger in der 1. Regionalliga, stiegen dann aber freiwillig in die zweite Regionalliga ab, um dem Projekt „Landsberger für Landsberg“ den Vorzug zu geben. Unfreiwillig folgte allerdings 2018 der Abstieg in die Bayernliga, in der man aktuell auf dem drittletzten Platz liegt und sich erneut in Abstiegsgefahr befindet.

Die erste Mannschaft ist kein Anreiz für die Jugend

Das schwache Abschneiden der ersten Mannschaft und die „grottenschlechten Spiele“, so Siegwardt, hätten auch Auswirkungen auf die Jugendteams – der Anreiz, sich für die erste Mannschaft zu empfehlen, sei kaum mehr vorhanden. Allgemein sei es schwierig, eine erfolgreiche Jugendarbeit mit einer erfolgreichen ersten Mannschaft als Zugpferd zu vereinen. Als man noch in der RegionalligaI spielte, seien die Sponsorengelder vor allem in die erste Mannschaft gesteckt und der Nachwuchs vernachlässigt worden. Jetzt werde die Jugend finanziell besser unterstützt – dafür läuft es bei der Ersten nicht mehr.

Er würde sich als Nachfolger jemanden wünschen, „der in der Basketball-Community zu Hause ist“. Und sollte sich ein entsprechendes Team finden, „würde ich durchaus beratend zur Seite stehen“. Insgesamt wünscht sich Jürgen Siegwardt, aber auch, dass vonseiten der Eltern, deren Kinder Basketball spielen, mehr Engagement käme. „Das Montessori-Prinzip sollte man in einen Verein auch mit einbringen.“

Einfach wird es für die Landsberger Basketballer jedenfalls nicht, denn wie Siegwardt mitteilt, haben sich die Heimerer Schulen inzwischen als Hauptsponsor zurückgezogen. Spätestens ab nächster Saison wird aus HSB Landsberg damit wieder die DJK Landsberg – und in welcher Liga diese spielt, wird sich noch zeigen.

Lesen Sie dazu auch: Basketball in Landsberg: Noch ist nichts verloren

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