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TSV Schondorf

26.04.2015

Steht der Sportverein vor dem Aus?

Der TSV Schondorf ist ohne Vorsitz: Günter Recknagel konnte noch keinen Nachfolger für sein Amt finden.
Bild: Stephanie Millonig

Keiner will den Vorsitz übernehmen. Jetzt droht die Liquidation.

Zunächst lief die Jahresversammlung des TSV Schondorf wie üblich ab: Berichte unter anderem der Abteilungen über das vergangene Vereinsjahr und Ausblick auf kommende Projekte wie beispielsweise dem Bau einer BMX-Bahn. Der bisherige Vorsitzende, Günter Recknagel, erläuterte, dass Interessierte auf den Verein zugekommen seien, die neben dem Skaterplatz auf eigene Kosten eine derartige Anlage errichten wollten.

Der TSV hat 1209 Mitglieder und rund 46 Prozent davon sind unter 27 Jahren. Der Verein wird laut Recknagels Ausführungen auch im Netz wahrgenommen: In der Zeit von Februar 2010 bis April 2015 gab es 200000 Aufrufe der TSV-Homepage. Aus den Sammlungen von Altpapier konnten rund 5000 Euro Gewinn erwirtschaftet werden. Auch 2015 soll ein Ammerseehöhenweglauf durchgeführt werden, Skibasar und Nikolausturnen, sowie 2016 die Beteiligung am Maibaumaufstellen stehen auf dem Programm.

Wenn dann der Verein noch existiert. Recknagel hatte schon in der Einladung zur Jahresversammlung darauf hingewiesen, dass es um die Zukunft des TSV geht. Recknagel selbst führt das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiter, er steht seit 1987 in der Verantwortung beim TSV, übte ab 1995 das Amt des Zweiten Vorsitzenden, seit 2007 ist er Vorsitzender. Michael Eberle und Andreas Deininger sind seit 1993 Erster beziehungsweise Zweiter Kassier und Norbert Unger, der Zweite Vorsitzende, begann schon 1987 als Beisitzer in der Vereinsleitung mitzuarbeiten. Auch diese drei Mitstreiter Recknagels standen wie angekündigt nicht mehr zur Verfügung. Die mit Spannung erwartete Wahl ließ Recknagel mit Bedacht rückwärts erfolgen, damit bestimmte Funktionen im Verein besetzt sind: Beisitzer sind künftig Hans Dietz, Detlef Böckmann und Mike Klehn. Frauenbeauftragte bleibt Claudia Neppl, Jugendleiterin Bettina Allisat und Schriftführerin Helga Knerr. Die Verantwortung für die Kasse übernehmen Sandra von Linde und Wolfgang Munde.

Für die Posten der beiden Vorsitzenden, die beide zeichnungsberechtigt sind, stand jedoch niemand bereit. Recknagel hatte Anfang des Jahres entschieden, nicht mehr weiterzumachen, und einen Nachfolger gesucht – ohne Erfolg. Auch in der Versammlung wurden mehrere Männer angesprochen, doch es kam immer wieder ein Nein. Auch eine viertelstündige Bedenkpause half nichts. Recknagel, dem die Betroffenheit über die Situation anzumerken war, erntete nur Stille auf seine erneute Nachfrage.

Jetzt muss in Kürze eine außerordentliche Sitzung stattfinden, mit dem erneuten Ziel, Vorsitzende zu finden. Gelingt dies nicht, erfolgt die Liquidation entweder durch Beschluss der Mitglieder oder es wird vom Amtsgericht ein Notvorstand eingesetzt, was schlussendlich auch zur Auflösung führt.

„Ich fände es unglaublich schade“, sagte Bürgermeister Alexander Herrmann zu diesem Szenario. Er habe Günter Recknagel als Vereinsvorsitzenden erlebt, der die Belange des TSV mit viel Verve weitergebracht und den Verein vorangebracht habe. „Es wird sich unter den 1200 Mitglieder doch jemand finden, der diese Arbeit weitermacht.“

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