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Finning

25.03.2020

Stichwahl in Finning: Amtsinhaber gegen Stimmenkönig

Der Wegweiser zeigt Richtung Finninger Rathaus: Am Sonntag entscheidet sich, wer dort die nächsten sechs Jahre als Bürgermeister arbeitet.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Siegfried Weißenbach geht in Finning als Favorit in die Abstimmung. Warum Stefan Hülmeyer dennoch zuversichtlich ist. Der Zweite Bürgermeister war chancenlos.

Fast wäre Finnings amtierender Bürgermeister Siegfried Weißenbach direkt wiedergewählt worden. Am Ende reichte es aber nicht ganz, weswegen er sich am Sonntag, 29. März, gegen den Stimmenkönig der Gemeinderatswahl behaupten muss. Und der freute sich noch über ein anderes Ergebnis der Wahl.

Dr. Stefan Hülmeyer hatte nach der ersten Runde gleich doppelt Grund zur Freude. Zum einen zog er mit 35,43 Prozent souverän in die Stichwahl gegen den Amtsinhaber ein, zum anderen konnte er bei der Abstimmung über die künftigen Gemeinderäte 1461 Stimmen auf sich vereinen – so viele wie kein anderer Bewerber. „Ich bin mit meinem Ergebnis zufrieden. Noch mehr freut mich allerdings das Abschneiden unserer Liste. Wir sind aus dem Stand stärkste Kraft geworden.“ Die „Finntrachinger“ traten erstmals an und sicherten sich vier der zwölf Sitze im Gemeinderat. Die Dorfgemeinschaft Oberfinning und der Ortsteil Unterfinning entsenden je drei Vertreter sowie die Wahlgemeinschaft Entraching zwei.

Dr. Stefan Hülmeyer

Aus diesen Zahlen schöpft der Hydrogeologe die Zuversicht, dass er diesen Sonntag den Einzug ins Rathaus schaffen könnte, auch wenn Amtsinhaber Siegfried Weißenbach in der ersten Runde 47,18 Prozent holte. Stefan Hülmeyer hofft, dass er die Wähler von Roland Brenner gewinnen kann. Der bisherige Zweite Bürgermeister schied mit 17,4 Prozent aus dem Rennen ums Rathaus aus. „Ich bin natürlich nicht damit zufrieden, aber die Bürger haben eben so entschieden“, sagt Brenner auf Anfrage des LT. Er hatte im Vorfeld beschlossen, ganz auf die Karte Bürgermeister zu setzen und verzichtete auf eine Kandidatur für den Gemeinderat.

Stichwahl in Finning: Amtsinhaber gegen Stimmenkönig
Siegfried Weißenbach
Bild: Thorsten Jordan

Diesen Weg ging auch Amtsinhaber Siegfried Weißenbach und hatte damit mehr Erfolg als sein zweiter Herausforderer. „Aus den Erfahrungen der vergangenen sechs Jahre weiß ich, wie es ist, wenn der Gegenkandidat im Gemeinderat sitzt. Das muss nicht sein.“ Im Jahr 2014 hatte sich der Medizintechniker gegen Roland Brenner durchgesetzt.

Dass es diesmal wohl auf ein Duell mit Stefan Hülmeyer hinauslaufen würde, habe sich im Vorfeld „grob abgezeichnet“, sagt Weißenbach, der erstmals wiedergewählt werden möchte. Eine Einschätzung, die auch sein Kontrahent teilt. „Es hat sich bei den Haustürgesprächen schon abgezeichnet, dass das Ergebnis in etwa so ausfallen wird.“ Der Wahlkampf ist aus seiner Sicht fair verlaufen, sagt Hülmeyer. Sein Einstieg in die Kommunalpolitik war die geplante Ansiedlung eines Netto-Discounters, die die Finninger im vergangenen Mai mit einer deutlichen Mehrheit von 69 Prozent ablehnten. Dafür hatte sich der 52-Jährige stark gemacht.

Wie wirkt sich die Briefwahl aus?

Gespannt sind Siegfried Weißenbach und sein Herausforderer auch, wie sich die Umstände auswirken, unter denen die Stichwahl stattfinden wird. Diese wird wegen des Coronavirus ausschließlich per Brief durchgeführt. Hülmeyer hofft zudem darauf, noch Nichtwähler mobilisieren zu können. Die Wahlbeteiligung in der ersten Runde lag bei etwas mehr als 74 Prozent.

Egal wer sich am Ende durchsetzt, die Aufgabe des Bürgermeisters wird auch weiterhin ehrenamtlich ausgeübt. Dafür hat sich der Gemeinderat im Sommer klar mit 8:2 Stimmen ausgesprochen.

Mehr zu Wahl in Finning: Wahl: Wie die Entscheidung zum Discounter in Finning nachwirkt

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