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Landkreis Landsberg

29.03.2020

Stichwahlen: Dießen bekommt eine Bürgermeisterin

Sandra Perzul (Dießener Bürger) wird neue Bürgermeisterin in Dießen. Sie setzte sich in der Stichwahl gegen Florian Zarbo (Freie Wähler) durch. Hier im Bild mit Ehemann Martin und Sohn Lukas.
Bild: Petra Straub

Plus Sandra Perzul schlägt Florian Zarbo im finalen Wahldurchgang. Auch im Greifenberger Rathaus hat künftig eine Frau das Sagen. Wie die neuen Gemeindechefs ihre Wahl kommentieren.

Dießen bekommt erstmals in seiner Geschichte eine Bürgermeisterin. Sandra Perzul (Dießener Bürger) setzte sich in der Stichwahl gegen Florian Zarbo (Freie Wähler) durch und tritt damit in die Fußstapfen ihres Parteikollegen Herbert Kirsch, der nach 24 Jahren im Amt nicht mehr angetreten war. Auch das Greifenberger Rathaus ist in Zukunft in Frauenhand und in Geltendorf rückt der Vize zum Chef auf. Die Ergebnisse der Stichwahlen aus den Landkreisgemeinden im Überblick.

„Ich bin glücklich über das Ergebnis und danke allen, die mir das Vertrauen ausgesprochen haben. Ich danke meiner Gruppierung, meiner Familie und meinem Mann – ohne die wäre es nicht möglich gewesen“, sagte Sandra Perzul, die 55,8 Prozent der Stimmen holte und in der Carl-Orff-Schule die Glückwünsche von Landrat Thomas Eichinger (CSU) entgegennehmen konnte. Die 39-Jährige war eine von anfangs sieben Kandidaten, die ins Rennen gegangen waren. Am 15. März hatte sie mit hauchdünnem Vorsprung von 24 Stimmen vor Grünen-Kandidatin Gabriele Übler den Einzug in die Stichwahl geschafft.

Stichwahlen: Dießen bekommt eine Bürgermeisterin

Im ersten Wahlgang war Florian Zarbo noch der Stimmenkönig, hatte diesmal aber das Nachsehen. „Es ist schade, wir haben viel Herzblut investiert – mit den Freien Wählern und mit meiner Familie. Ich bin kein schlechter Verlierer, das ist Demokratie und der Wählerwille. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Bürgermeisterin, will meine Projekte dennoch mit einbringen. Besonders in diesen Zeiten müssen wir zusammenhalten“, so der 25-jährige Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Utting, der künftig die stärkste Fraktion im Marktgemeinderat anführen wird.

Finning Amtsinhaber Siegfried Weißenbach (Dorfgemeinschaft Oberfinning/Ortsteil Unterfinning) konnte sich mit einer Mehrheit von 57,3 Prozent der Stimmen gegen Dr. Stefan Hülmeyer (Finntrachinger) durchsetzen (42,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung war höher und lag bei 78,5 Prozent gegenüber 74,4 Prozent am 15. März. Weißenbach erzielte 666 Stimmen, Hülmeyer 496 Stimmen. Weißenbach – seit 2014 im Amt – freut sich, dass er die Wahl gewonnen hat und will auch für diejenigen ein guter Bürgermeister sein, die ihn nicht gewählt haben, wie er dem LT sagte. Stefan Hülmeyer tröstet das gute Ergebnis, das seine Gruppierung bei der Gemeinderatswahl erzielt hat. Er wünscht sich, dass sich die Lagerbildung im Dorf auflöst und es zu einer konstruktiven Zusammenarbeit kommt.

Geltendorf Der Zweite wird der Erste: Robert Sedlmayr (ÖDP), bisher Stellvertreter des scheidenden Amtsinhabers Wilhelm Lehmann (Unabhängige Bürger) gewann mit 57,5 Prozent (1963 Stimmen) gegen Mitbewerber Claudius Mastaller (UB), der 42,5 Prozent (1450 Stimmen) erzielte. Nach Ansicht Mastallers „haben die Wähler demokratisch entschieden“. Er werde weiter geradlinig und transparent realistische Ziele für die Bürger in der Gemeinde verfolgen. Robert Sedlmayr war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Zur Wahlbeteiligung gab es am Wahlabend noch keine Aussage.

Greifenberg Die Gemeinde Greifenberg hat erstmals eine Bürgermeisterin: Patricia Müller von der Gruppierung L(i)ebenswertes Dorf (LWD) setzte sich mit 51,4 Prozent der Stimmen gegen Hagen Adler (48,6 Prozent) von der Gruppierung Neugreifenberg durch. Müller erzielte 665 Stimmen, der amtierende Zweite Bürgermeister Adler 629. Die Wahlbeteiligung lag mit 72,3 Prozent höher als am 15. März (66,0 Prozent). Patricia Müller freut sich, dass die Bürger ihren Wahlkampf und die bisherige Arbeit im Gemeinderat honoriert hätten. Jetzt gelte es, ein Team zu bilden für die Gemeinde. Adler gratuliert Patricia Müller. Er will sich in dem neuen Gemeinderatsgremium wieder einbringen. Wichtig sei das Miteinander zum Wohle der Gemeinde.

Pürgen In Pürgen gewann Wilfried Lechler mit 53,1 Prozent (1043 Stimmen) gegen Hans-Peter Rehm (46,9 Prozent, 920 Stimmen) und folgt damit auf Klaus Flüß, der nicht mehr angetreten war. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 Prozent. Beide waren am Wahlabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Reichling Johannes Leis (WG) ist neuer Bürgermeister von Reichling. Er konnte sich mit 51,5 Prozent (551 Stimmen) gegen Alfons Schelkle (48,5 Prozent, 519 Stimmen) durchsetzen. 79,7 Prozent der Wahlberechtigten schickten ihren roten Brief an die Gemeinde. „Die Bürger von Reichling haben die Uhr heute nicht nur eine Stunde vorgestellt, sondern eine ganze Generation“, kommentierte der 30-jährige Johann Leis gegenüber dem Landsberger Tagblatt die Wahl. Sein Motto „Für euch, mit euch“, das lebe er auch und das sei angekommen.

Alfons Schelkle spricht von einer demokratischen Entscheidung, bei einer Stichwahl müsse einer verlieren. Er setzt auf Zusammenarbeit, um die Gemeinde weiterzubringen. Amtsinhaberin Margit Horner-Spindler war nicht mehr angetreten.

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