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Landsberg

24.06.2019

Stille Helden: Klagen hört man sie nie

Auszeichnung im Landratsamt mit (von links) Ulla Kurz (Stellvertretende Landrätin), Stephan Botschafter, Martin Baumeister, Anke Neudel, Andrea Mittermeir, Emil Schmitt, Christl und Wolfgang Stütz sowie Thomas Krautwald (Sparkasse Landsberg-Dießen).
Bild: Thorsten Jordan

Die Aktion zeichnet bereits zum vierten Mal Bürger aus dem Landkreis Landsberg aus, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen. Wer es diesmal in die Auswahl geschafft hat.

Sie helfen mit hoher Motivation, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Sie sind immer dort, wo Hilfe und Unterstützung am nötigsten ist. Sie sind die „Stillen Helden“ und leben mit uns, in unserer Region. Und doch hat zumindest die Gemeinschaftsaktion von Landkreis, Sparkasse Landsberg-Dießen und Landsberger Tagblatt dazu beigetragen, diese wichtigen Menschen einmal in den Vordergrund zu stellen und ihnen Danke zu sagen für ihr ehrenamtliches Engagement, das nicht hoch genug zu bewerten ist.

Dieser Meinung ist auch Ulla Kurz, stellvertretende Landrätin des Landkreises Landsberg. Zum ersten Mal nahm sie in Vertretung von Landrat Thomas Eichinger die Auszeichnung von sechs weiteren „Stillen Helden“ vor. Ihr ist es wichtig, jedem Einzelnen persönlich einmal Dankeschön zu sagen: „Ich kann mir kaum vorstellen, was alles fehlen würde, wenn es diese Menschen nicht gäbe.“

Vorbild für die Jugend

Ein „Stiller Held“ im wahrsten Sinn des Wortes ist der Kauferinger Martin Baumeister, Kreisvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Landsberg. Ulla Kurz, ehemals Tourismus-Chefin in Landsberg, kann sich noch gut erinnern an die BR-Radltour der Jahre 1993/94 mit 1200 Übernachtungen. Martin Baumeister habe geholfen, wo er konnte, sein Zeitaufwand laut Kurz: Unendlich! „Wenn man anruft, nimmt er sich einfach die Zeit, um zu helfen“, beschreibt sie sein Wesen als angenehm und äußerst hilfsbereit. Nicht zuletzt durch diese Charaktereigenschaften sei er auch zum Vorbild für die Jugend geworden.

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Mit den jüngeren Generationen kennt sich auch der nächste „Stille Held“, Stephan Botschafter, aus. Seit über 20 Jahren ist er Jugendtrainer bei den Fußballern des TSV Landsberg, seit mehr als zehn Jahren als Schiedsrichter aktiv. Was ihn aber mit Sicherheit zum „Stillen Helden“ macht: Stephan Botschafter trainiert seit Jahren die Integrationsgruppe „Lebenshilfe“ im TSV und bindet damit Menschen mit Behinderung in den täglichen Sportbetrieb des TSV Landsberg mit ein.

Die Jugend ins Herz geschlossen

Gäbe es Anke Neudel in Schondorf nicht, dann gäbe es wohl auch keinen Christkindlmarkt. Dafür setzte sie sich voller Energie ein, wiewohl sie sich das in vielen Bereichen zu einer großen Aufgabe gemacht hat. Anke Neudel ist eine Netzwerkerin, hat vor allem die Jugend in ihr Herz geschlossen und hat dabei selbst vier Kinder. Beinahe selbstredend, dass sie in der Schule dem Elternbeirat vorsteht.

Sein Name ist Emil Schmitt und wird von vielen liebevoll „der Baumeister“ genannt – was der 92-Jährige tatsächlich auch ist. Er restauriert, vermisst und erstellt Pläne für sein Leben gern. Nutznießer dieser Passion ist vor allem der Förderverein Schacky-Park in Dießen, für den er im Laufe seines Engagements Werte in Höhe von über 280.000 Euro geschaffen hat.

Schauspiel als Passion

Mit Werten kennen sie sich gut aus, vor allem aber der männliche Teil des Ehepaars Stütz. Wolfgang Stütz war in seinem Berufsleben Kfz-Sachverständiger, nicht wenige kennen ihn als Mitorganisator des Landsberger Automobil-Salons. Seine Passion und die seiner Ehefrau Christl gehört jedoch dem Schauspiel und daher haben die beiden in ihrem Heimatort Finning 1992 eine Theatergruppe gegründet. Wolfgang Stütz kümmert sich unter anderem um die Bühnenbilder, Christl um die Kostüme und beide spielten natürlich immer wieder mit.

Theater spielt im Leben von Andrea Mittermeir sicher auch eine gewisse Rolle, wenngleich auf tierische Art und Weise. In ihrem Fall werfen die „Stillen Helden“ einen Blick über die Landkreisgrenzen nach Moorenweis zum Verein „Katzentatzen“. Andrea Mittermeir kümmert sich nämlich um wild lebende und nicht versorgte Katzen und die kennen nun mal keine Landkreisgrenzen – und auch keine Uhrzeit. Mittermeir hilft rund um die Uhr und stellt dabei eigene Bedürfnisse hintan. Klagen hört man sie dennoch nie, eine „Stille Heldin“ eben.

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