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Streit

17.05.2015

Stoklossa tritt aus CSU aus

Der neue V orstand der CSU Geltendorf ist hier nicht vollständig auf dem Bild, da einige am Brückentag verreist waren. Auf dem Bild von links: Zweiter Vorsitzender Heribert Schmelcher, Vorsitzender Josef Weiß, Beisitzerin Johanna Lichtenstern, Schatzmeister Sebastian Popfinger und Schriftführer Wilhelm Lachmayr.
Bild: Stephanie Millonig

UB-Gemeinderat kommt möglichem Ausschlussverfahren zuvor. Josef Weiß ist neuer Vorsitzender beim Ortsverband Geltendorf

Während die Mitglieder des Geltendorfer CSU-Ortsverbandes am Freitagabend noch über das Für und Wider eines Parteiausschlussverfahrens gegen Thomas Stoklossa diskutierten, hat dieser bereits eine Entscheidung getroffen: Am Freitag schickte er seine Austrittserklärung an die Bundeswahlkreisgeschäftsstelle, wie er auf seiner persönlichen Homepage erklärt.

19 Jahre lang war Stoklossa Mitglied der CSU und hatte Ämter in der Jungen Union (JU), im Ortsvorstand und Kreisvorstand. 2013 habe er die Parteiämter niedergelegt, so Stoklossa, der der Geltendorfer CSU vorwirft, „bis dahin nur durch Breitseiten gegenüber dem eigenen Bürgermeister aufgefallen zu sein“. Und der Bürgermeister sei nur mithilfe von Neumitgliedern abgesägt worden, erläuterte Stoklossa seine Sicht der Nominierungsversammlung für den Bürgermeisterkandidaten der CSU im Juli 2013. Der damals amtierende CSU-Gemeindechef Wilhelm Lehmann hatte schon im Vorfeld angekündigt gehabt, noch einmal antreten zu wollen. Der CSU-Ortsvorstand war aber dagegen und mit einer knappen Entscheidung wurde im Juli 2013 Christian Scheifele aufgestellt.

Lehmann gründete seine eigene Wählergruppierung, die Unabhängigen Bürger. Schon damals gab es gegenseitige Vorwürfe: Scheifele sei nur dadurch gewählt worden, dass sechs JU-Mitglieder und Scheifele-Anhänger kurz davor in die Partei eingetreten seien, so die Kritik der einen Seite. Lehmann habe Karteileichen ausgegraben und diese zur Nominierungsversammlung gebracht, so die andere Variante.

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Schlussendlich wurde Lehmann wiedergewählt, Lehmann und die UB-Gemeinderäte Christian Engelstädter und Claudius Mastaller traten vor einigen Monaten aus der CSU aus, jetzt hat Stoklossa diesen Schritt getan. Für den UB-Gemeinderat verlor die CSU Geltendorf „2014 krachend die Wahlen“, wie er auf seiner Homepage schreibt. Seiner Meinung nach wäre „für diesen Scherbenhaufen“ eher ein Parteiausschluss angebracht. Einem Verfahren gegen sich selbst hätte er „sehr gelassen entgegengesehen“. Christian Scheifele hatte im März überraschend auf eine weitere Wahl als Ortsvorsitzender verzichtet – aus Ärger darüber, dass es noch kein Ausschlussverfahren gegen Stoklossa gibt. Für Stoklossa ist damit „der Hauptverantwortliche für das Desaster“ endlich abgetreten. Da der CSU-Ortsverband nicht gewillt sei, sich zu erneuern, wolle er aber kein Mitglied mehr sein. Der neue Vorsitzende Josef Weiß war auf jeden Fall bereit, ein Verfahren gegen Stoklossa anzustreben, wie er am Freitagabend sagte – Stoklossas Entscheidung war da noch nicht bekannt.

Nach Scheifeles Worten hat sich bei Gesprächen kurz nach Ostern schnell eine neue Mannschaft gefunden, die auch schnell und fast immer einstimmig von den 15 anwesenden Mitgliedern gewählt wurde: Die Stellvertreter von Weiß sind Marion Wisura und Heribert Schmelcher. Schatzmeister ist Sebastian Popfinger, Schriftführer Wilhelm Lachmayr. Beisitzer sind Johanna Lichtenstern, Michael Kaltner, Hermann Gelb und Georg Mayr.

„Ich hab’ in meinen 25 Jahren als Gemeinderat einige Bürgermeister erlebt“, ging Weiß noch einmal darauf ein, warum der CSU-Vorstand Lehmann nicht mehr für eine dritte Amtszeit wollte: „So bringen wir Geltendorf nicht weiter“, wirft er Lehmann vor, für Stagnation im Ort verantwortlich zu sein und statt Dinge anzupacken lieber bei Geburtstagsjubiläen zu gratulieren. Weiß sieht sich auch in der „Erfolgsbilanz“, des seit der Wahl vergangenen Jahres negativ bestätigt. Er verweist auf Projekte, wie das Baugebiet westlich der Bahnhofstraße, die Ortsdurchfahrt Walleshausen oder die Sanierung der Moorenweiser Straße, die seine Meinung längst hätten angegangen werden müssen.

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