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Landsberg

19.08.2017

Sturmböen sorgen für Chaos

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Ein heftiger Sturm ist in der Nacht auf Samstag über Bayern hinweggezogen und hat auch im Landkreis Landsberg viele Bäume umgeweht. Matthias Radloch hat in Landsberg den Unwetterhimmel fotografiert.
Bild: Matthias Radochla

Unwetter hält mehrere Hundert Einsatzkräfte in Atem. Die S-Bahn fuhr nicht und die Bahnlinie Kaufering-Geltendorf war gesperrt. Schwere Unfälle gab es aber keine.

Über ganz Bayern ist in der Nacht auf Samstag ein Unwetter hinweggefegt. Auch im Landkreis Landsberg mussten viele Feuerwehrleute ausrücken, um umgestürzte Bäume aus dem Weg zu räumen. Kreisbrandrat Johann Koller sagte im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt, dass es um die 70 Einsätze waren. Die Kreiseinsatzzentrale sei von der Rettungsleitstelle um 20 Uhr einberufen worden und sei bis ein Uhr nachts aufrechterhalten worden.

Nicht der Regen sei das Problem gewesen, so Koller, sondern der starke Wind. „Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Böen bis zu 120 Stundenkilometern gewarnt“, so Koller. Die gravierendsten Ereignisse waren seiner Information nach, dass auf der Bundesstraße B17 Autos in umgestürzte Bäume fuhren. Noch um 4 Uhr morgens habe die Feuerwehr Schwabhausen ausrücken müssen, um einen Baum von der Bahnlinie zu entfernen. Da Bäume auf´Telefon- und Stromleitungen fiel, kam es auch zu Stromausfällen und Beeinträchtigungen in diesem Bereich.

Einsätze Die Polizei Landsberg weiß von 21 Einsätzen und auch die Polizei Dießen meldet viele Einsätze sowie gesperrten Straßen. Die Polizei Weilheim hat von 46 Einsätze in ihrem Bereich Kenntnis. Im Landkreis Starnberg kam es laut Kreisbrandinspektion zu weit mehr als 150 Einsätzen. Auch hier wurden mehrere Straßen gesperrt. Laut dem Landsberger Kreisbrandrat Koller dürften es im Landkreis um die 70 Mal gewesen sein, dass Feuerwehrleute ausrückten, was bedeutet, dass mehrere Hundert Feuerwehrmänner und -frauen beschäftigt waren.

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Unfälle Einen bei dem Unwetter umgestürzten und auf der Straße liegenden Baum übersah ein 57-jähriger aus Reichling zwischen Pürgen und Hofstetten. Er fuhr dagegen und setze mit seinem Fahrzeug auf. In Höhe Unterdießen war eine 54-jährige Frau Richtung Schongau unterwegs als ein Baum auf die Fahrzeugfront ihres Autos fiel. Dabei entstand ein erheblicher Schaden an dem Pkw. Zwischen Igling und Erpfting fiel ein fünf Meter langer Ast auf den Wagen einer 42-jährigen Autofahrerin, die einen Schock erlitt. Leicht verletzt wurde eine 78-jährige Autofahrerin, die auf der Hauptstraße in Huglfing in einen Baum fuhr Der Schaden beläuft sich auf 5000 Euro:

S-Bahn/Bahn: Der S-Bahnverkehr wurde im Raum München für einige Zeit eingestellt. Der Bahnverkehr unter anderem im Allgäu und Werdenfelser Land war über mehrere Stunden betroffen. Um 21.20 Uhr fuhr zwischen Hugling und Uffing ein Zug in einen Baum, der Lokführer verletzte sich leicht an der gesplitterten Frontscheibe. Zwischen Grafrath und Geltendorf fiel ein Baum auf die Gleise, so dass die S4 länger ausfiel. Gesperrt war bis zum Morgen auch noch die Bahnstrecke Geltendorf-Kaufering, um 5.55 Uhr kam von der Bahn die Meldung, dass der Zugverkehr in Bayern wieder weitestgehend aufgenommen werden konnte.

Ammersee  Ausrücken mussten auch die Wasserwachten. Laut Siegfried Dumbsky von der Kreiswasserwacht wurde bei Buch ein Kajütboot mit fünf Personen an Land getrieben. Die Besatzung ging dann Richtung Herrsching und wurden auf der Strecke vom Notarztteam angetroffen. Da das Boot leer gefunden worden war, habe man an Land und auf Wasser Ausschau gehalten. Länger gesucht wurde auch nach einem Segelboot, welches jemand bei Wartaweil vor dem Sturm noch gesehen hatte, dann aber nicht mehr. Und die Wasserwacht musste auch einer Bootscrew helfen, vor Dießen loszukommen. Die Segler hatten Anker geworfen, die Segel eingeholt und das Unwetter überstanden, bekamen dann aber nicht mehr den Anker los. Außerdem waren die Wasserwachten auch am Samstag noch beschäftigt mit losgerissenen und gestrandeten Booten, die am Ostufer lagen.

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