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19.07.2010

Tag der großen Hitze

Tag der offenen Tür beim therapeutischen Reiten in Winkl. Foto: Gemeinde Prittriching
Bild: Gemeinde Prittriching

Winkl Heiß war's - trotzdem hatten etwa 60 Kinder und Eltern viel Spaß beim Tag der offenen Tür am Erlenweiherhof in Winkl. Vormittags gab es Vorführungen aus dem therapeutischen Reiten für Kinder und Erwachsene mit und ohne Behinderung. "Dieser Integrationsansatz ist ein wesentliches Moment in der Arbeit am Erlenweiherhof", heißt es in der Pressemitteilung: "Menschen mit und ohne Behinderungen treffen sich hier, machen gemeinsam schöne Erfahrungen mit den Pferden, lernen mit- und voneinander."

Zunächst zeigte ein Bub mit Down-Syndrom, wie er das Pferd striegeln kann. Dabei konnte er seine Handgeschicklichkeit entwickeln. Eine integrative Gruppe spielte "Blinde Kuh" am Pferd: Sie sollte die Körperteile der Pferde mit verbundenen Augen erkennen und benennen können. In der Halle zeigte diese Gruppe unter Leitung der Therapeutinnen Inge Gabriel und Elke Wiedemann Möglichkeiten, gemeinsam mit Pferden zu spielen, auf dem Pferd zu turnen, das Gleichgewicht auch in schwierigeren Situationen zu halten.

Bei solchen Übungen lernen die Kinder, ihren Körper zu beherrschen, werden selbstsicherer, entwickeln die Fähigkeiten zur Kooperation mit anderen. Ein Junge mit dem Down-Syndrom ritt später an der Lounge der Therapeutin Ulrike Wintermeyer in verschiedenen Gangarten. "Die Anpassung der eigenen Körperbewegungen an die Bewegungen des Pferdes ist wichtig, um sicher auf dem Tier zu sitzen. Es sind zugleich wichtige Impulse zur Entwicklung des Gehirns", erklärt das Team in der Pressemitteilung.

Doch am Erlenweiherhof sind nicht nur Kinder. Zwei erwachsene Frauen zeigten, was sie gelernt haben - die eine trotz einschneidender Behinderungen durch einen Schlaganfall, die andere trotz anfänglicher Angst, weil sie als Kind vom Pferd stürzte, dann zwar wieder reiten wollte, sich aber nicht mehr traute. Dr. Wintermeyer zeigte auch die hippotherapeutische Arbeit mit einem schwerst mehrfach behinderten Jungen, der aufgrund eines Gendefekts keine eigenen Bewegungen aktivieren kann und zudem blind ist. "Es war wunderschön zu sehen, wie der elfjährige Junge im Laufe der Vorführung langsam aufrechter sitzen konnte und übers ganze Gesicht strahlte", berichtet das Erlenweiherhof-Team.

Tag der großen Hitze

Film über den Hof

In der Mittagspause begrüßte der Vorsitzende des Vereins "Pferde für Menschen" Franz Ditsch die Gäste, unter ihnen auch Bürgermeister Peter Ditsch und Gemeinderäte. Neben Gegrilltem und anderen Köstlichkeiten schauten viele Gäste einen Film über den Erlenweiherhof an, der vom Bayerischen Fernsehen produziert wurde. Nach dem Essen wurde ein großes Programm angeboten, das nur dort genutzt wurde, wo man nicht in der Sonne aktiv werden musste: In der Halle gab es Spiele, bei denen vom Pferd aus der Basketball in den Korb geworfen wurde, mit der Lanze große Kegel umgestoßen wurden und vieles mehr. Auch die Fahrten mit dem Planwagen durch die Landschaft wurden von Kindern und Eltern genutzt. Da half wenigstens der Fahrtwind etwas gegen die Hitze. (lt)

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