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Teures Bauen: Die Kehrseite des Booms

Teures Bauen: Die Kehrseite des Booms
Kommentar Von Gerald Modlinger
20.11.2019

Die Kassen der Kommunen sind zwar gut gefüllt, aber das Bauen wird immer teurer - ein kaum lösbares Dilemma, findet LT-Redakteur Gerald Modlinger.

Das ist bitter für die Politiker in Stadt und Landkreis: Die kommunalen Kassen sind prall gefüllt, Steuern und staatliche Zuschüsse fließen üppig, und trotzdem bleiben viele Baumaßnahmen in der Warteschleife hängen. Ein doppeltes Problem: Für die Rücklagen werden Negativzinsen fällig und weil sich die Umsetzung verzögert, werden Bauvorhaben auch aufgrund der guten Konjunktur rasant teurer.

War zu anderen Zeiten meist das Geld der begrenzende Faktor, fehlt es jetzt am Personal und manchmal auch an den Firmen, die die Projekte umsetzen sollen. So wird gerade die öffentliche Hand Opfer der noch immer anhaltenden guten wirtschaftlichen Lage, denn die Kommunen investieren vor allem Hoch- und Tiefbau.

Die Rahmenbedingungen werden woanders gesetzt

Viele Möglichkeiten, aus diesem Dilemma herauszukommen, haben Landrat, Bürgermeister, Kreis-, Stadt- und Gemeinderäte jedoch nicht. Solange es in der Wirtschaft gut läuft, sind schlechter bezahlte Stellen im öffentlichen Dienst bei Ingenieuren und Technikern wenig gefragt, und die Baubranche kann weiter steigende Preise durchsetzen. Die Rahmenbedingungen werden nicht auf der kommunalen Ebene gesetzt, sondern zum Beispiel durch die Geldpolitik: Wenn die Baukonjunktur durch Niedrigstzinsen befeuert wird, wollen alle, die Geld haben, weiter in Beton investieren. Bei der Geldpolitik müsste umgedacht werden, um diesen Trend umzukehren. Doch da besteht die Furcht, dass die Konjunktur ins Stocken gerät, wenn der Geldhahn zurückgedreht wird.

Teures Bauen: Die Kehrseite des Booms

Somit bleibt tatsächlich nur das, was Landrat Thomas Eichinger sagte – Warten auf ein Abkühlen der Konjunktur, wenn ein sicherer Arbeitsplatz in der Verwaltung wieder mehr geschätzt wird und die Firmen nach Aufträgen suchen müssen. Diese Abkühlung wird irgendwann kommen. Der wenig erfreuliche Nebeneffekt wird dann jedoch sein, dass die öffentlichen Kassen nicht mehr so gefüllt sind wie jetzt.

Lesen Sie dazu unseren Bericht über die im Kreishaushalt für 2020 geplanten Projekte des Landkreises: Warum beim Landkreis Landsberg vieles teurer wird

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