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Landkreis Landsberg

31.01.2019

Therapiehundestaffel: Helfer auf vier Pfoten

Elke Wittmann leitet die neue Therapiehundestaffel der Malteser Landsberg. Unser Foto zeigt sie zusammen mit Hund „Mexx“. Insgesamt gibt es zehn Teams, die in verschiedenen Situationen zum Einsatz kommen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Malteser Landsberg haben eine neue Therapiehundestaffel. Die Teams rücken aus, um seelisches und körperliches Leid zu lindern. Die Hunde müssen viele Kriterien erfüllen.

Bei den Landsberger Maltesern gibt es seit mittlerweile eine Therapiehundestaffel. Zehn Teams – das sind jeweils der Hund und sein Besitzer – haben dafür eine 18-monatige Ausbildung durchlaufen und bereits mit Einsätzen begonnen. Initiatorin und Leiterin der Landsberger Therapiehundestaffel ist Elke Wittmann. Sie habe das Angebot bei den Maltesern in Bad Kreuznach kennengelernt und sei davon sehr begeistert gewesen. Deshalb habe sie alles daran gesetzt, dass im Raum Landsberg ebenfalls Teams ausgebildet werden können. An erster Stelle stehe auch beim Therapiehundeteam der Malteser-Leitspruch „Menschen helfen Menschen“. Der Hund gleich welcher Rasse sei unterstützend dabei.

Ganz wichtig: „Ein Therapiehund ist nicht zu verwechseln mit dem Besuchshund.“ Letzterer habe keine besonderen Aufgaben, außer Freude zu einsamen, liebebedürftigen Menschen zu bringen. Natürlich sei auch der Therapiehund zum Schmusen und Kuscheln da. „Vor allem aber kommt er in besonderen Situationen zum Einsatz“, so Wittmann, die gemeinsam mit ihrem Hund „Mexx“ ein Team bildet.

Auch Therapiehunde sind zum Kuscheln da

Der Hund soll genau dort helfen, eine Brücke bauen, Verbindung schaffen, wo sich für den Menschen Grenzen auftun. Das können beispielsweise Aufbau und Pflege von Kontakten zu auffälligen Kindern oder Menschen mit Behinderung sein. „Wir besuchen – wenn gewünscht – Wachkoma-Patienten und Menschen mit Demenz im schwersten Stadium“, erzählt die engagierte Leiterin. „Die Hunde legen sich auch ins Bett zum Patienten, vermitteln so Wärme und schaffen möglicherweise Wohlgefühle.“

Dazu komme, dass die Tiere zu körperlicher Bewegung animieren. Elke Wittmann nennt als Beispiel Schlaganfallpatienten, deren Hände mittels Training wieder beweglich gemacht werden müssen und die statt sachlicher Übungen gern versuchen, ins warme, weiche Fell zu greifen. Die Hunde seien natürlich kein therapeutisches Allheilmittel. „Aber sie können seelische und körperliche Leiden mindern oder mildern. Solche Aufgaben können die Hunde aber nur in Zusammenarbeit mit ihrem menschlichen Begleiter optimal leisten.“ Ebenfalls sehr wichtig: Bei allen Besuchen/Einsätzen muss ein Therapeut beziehungsweise der Betreuer der betreffenden Person dabei sein.

Die Ausbildung dauert 18 Monate

Für solche Einsätze durchlaufen Hund und Besitzer eine zwingend geforderte, gute Ausbildung. Bevor es so weit ist und der Hund zum zertifizierten Therapiehund wird, muss der Vierbeiner einen Eignungstest bestehen. Dabei wird vor allem sein soziales Verhalten bei Kontakten mit fremden Menschen geprüft. Auch die psychische Stabilität gegenüber fremden Einflüssen wie Geräuschen oder Gerüchen, Festhalten oder ungewohnten Bewegungen gehört zu diesem Test. Ist dieser bestanden, dann können Mensch und Tier an der 18-monatigen Ausbildung mit Praktika und etlichen Prüfungen in Theorie und Praxis teilnehmen. Weitere Voraussetzungen sind ein tierärztliches Gesundheitszeugnis, regelmäßige Impfungen und Entwurmungen sowie eine Hunde-Haftpflicht.

Während der Ausbildung bekommt zunächst die Grunderziehung den letzten Schliff. Danach lernt der Halter, mit seinem Hund zusammenzuarbeiten und zwar auch, wenn es interessante Ablenkungen gibt. Der Mensch wiederum wird im Umgang mit Heimbewohnern oder Patienten und für die Interaktion Hund-Patient geschult. Bei einer Zwischenprüfung muss neben einem schriftlichen Test auch eine praktische Prüfung im Rollenspiel mit einer fremder Person gemeistert werden. Dafür wird ein gestellter Besuch gespielt.

Derzeit wird bereits eine zweite Staffel ausgebildet

Haben Hund und Halter diesen Test bestanden, dann darf das Team bereits geprüfte Teams im Einsatz begleiten und dabei praktische Erfahrungen sammeln. Das ist wichtig, denn die praktische Abschlussprüfung besteht aus einer realen Situation in einem Seniorenheim. In der Theorie haben die Halter da bereits wichtige Dinge wie die korrekte Führung von Unterlagen oder das Ausarbeiten von Themen für ein Referat gelernt.

Die Teams der ersten Therapiehundestaffel der Landsberger Malteser sind nach ihren erfolgreich absolvierten Abschlussprüfungen mittlerweile im Einsatz. Während der langen Ausbildung erworbenes Wissen und Können werden im praktischen Dienst angewendet. Dieser geht, wie Leiterin Elke Wittmann berichtet, zurzeit in Landsberg, Dießen, Olching, Greifenberg, Vilgertshofen, Buchloe und Augsburg über die Bühne.

Und es geht weiter: Dank der Förderung durch die Deutsche Postcode-Lotterie und die Malteser kann eine zweite, bereits voll belegte Staffel unter der Leitung von Heike Panizza ausgebildet werden.

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