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Igling

24.02.2020

Tierdrama bei Igling: Wer hat die sieben Katzen getötet?

Andrea Mittermeir vom Verein Katzentatzen in Moorenweis zeigt den Fundort der toten Katzen an der Brücke über die B17 zwischen Kaufering und Igling.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Auf der B17 bei Igling entdeckt ein Lastwagenfahrer sieben tote Katzen. Andrea Mittermeir vom Verein Katzentatzen hat einen schlimmen Verdacht.

Tierdrama in Igling: Auf dem Mittelstreifen der B17 in Höhe der Brücke zwischen Igling und Kaufering liegen sieben tote Katzen. Wie kamen sie dahin und wie sind die Tiere gestorben? Die Todesursache ist noch nicht bekannt, drei Kadaver wurden erst am Montag geborgen. Ein schrecklicher Verdacht steht im Raum: Die Tiere könnten gezielt getötet und von der Brücke herab geworfen worden sein. Denn schon im vergangenen Jahr waren an dieser Stelle vier tote Katzen gefunden worden.

Frank Vetter wurde auf die Kadaver aufmerksam. Der 44-jährige Untermeitinger war mit dem Lkw auf der B17 unterwegs und entdeckte von seinem erhöhten Fahrersitz aus eine tote Katze unter der Brücke. Reiner Zufall? Nicht ganz. Frank Vetters Frau Maike Neuer engagiert sich bei dem Verein Katzentatzen, der unter anderem Sterilisierungsaktionen bei Streunern durchführt und Fundkatzen identifiziert. Und ihr Mann wusste davon, dass im vergangenen Jahr an der Stelle schon einmal tote Katzen gefunden worden waren.

Über einen Chip werden die Tiere identifiziert

Also warf er einen Blick auf die Stelle, fuhr dann auf die Brücke und fotografierte von oben die Katzen. Er kümmert sich öfters um Katzen am Straßenrand, die überfahren wurden. Frank Vetter fotografiert sie und liest – wenn vorhanden – den Chip aus, über den die Tiere identifiziert werden können. Denn es sei schlimm für einen Besitzer, wenn er nicht wisse, was mit seinem Tier geschah, nachdem es verschwunden ist. An der B17 werde öfters ein Tier von einem Fahrzeug erfasst, sagt Vetter. „Aber wenn wie hier unter der Brücke sieben Tiere mit unterschiedlichem Verwesungsgrad liegen, ist das eine andere Sache.“

Tierdrama bei Igling: Wer hat die sieben Katzen getötet?

Andrea Mittermeir spricht von einem „Katzenfriedhof“

Andrea Mittermeir, die Vorsitzende des Vereins Katzentatzen, spricht von einem „Katzenfriedhof“ und äußert den Verdacht, dass jemand gezielt Katzen getötet und sie dort entsorgt hat. „Das ist eine heftige Sache, so etwas haben wir noch nie gehabt“, sagt die 49-Jährige. Schon vor einiger Zeit hätten an dieser Stelle vier Katzen gelegen, sagt Mittermeir. Sie seien am 4. Juli 2019 entdeckt worden. Doch die Todesursache war unklar: „Ein Tier hatte ein Schädel-Hirntrauma und die anderen waren schon zu stark verwest.“ Also ließ sich nicht mehr nachvollziehen, woran die Tiere gestorben waren, die Kopfverletzungen der einen Katze könnten auch von einem Verkehrsunfall her stammen. Der Verein habe damals Anzeige erstattet, erzählt Mittermeir.

In dem aktuellen Fall fand sie heraus, dass aus Igling ein Kater abgängig ist. Und so bekam die Familie Ulm Klarheit, dass ihr Haustier tot ist. Christoph Ulm kam zur Brücke und erkannte von oben den rot-weißen Kater Findus. Und er machte ein Foto, denn auch ein zweites Tier kam ihm bekannt vor. Er hatte Recht: Die Nachbarin identifizierte auf dem Foto ihre Katze Molly.

Auch der Kater Findus der Familie Ulm war unter den Opfern.
Bild: Familie Ulm

Der vierjährige Findus sei am 31. Januar verschwunden, erzählt Christoph Ulm. Findus war ein langhaariger Kater, der fast wie eine Main-Coon-Katze aussah. So dachte die Familie Ulm, dass das außergewöhnliche Tier möglicherweise mitgenommen worden sei. Dass er überfahren worden sei, diesen Gedanken hatten die Ulms nicht. Denn Findus sei hinter dem Haus immer nur auf die Felder gelaufen. Aber offensichtlich stecke System dahinter, dass hier Katzen getötet wurden, argwöhnt auch er. Familie Ulm hat am Montag Anzeige erstattet.

Drei Katzen werden am Montag geborgen

„Das hat es schon einmal gegeben“, bestätigt der Dienststellenleiter der Straßenmeisterei in Landsberg, Helmut Eberle. Eberle und seine Mitarbeiter sind zuständig für den Unterhalt von Bundes- und Staatsstraßen. Er kann sich an mehrere tote Katzen erinnern, die im Sommer 2019 dort im Mittelstreifen gelegen hätten. Es gebe Bewuchs an der Stelle, sie sei schwer einsehbar. Von den neuen Tierkadavern hat Eberle erst durch den Anruf unserer Redaktion erfahren. Um die Tiere bergen zu können, müsse die Straßenbahnmeisterei mit vier Fahrzeugen ausrücken, um die linke Spur entsprechend sichern zu können. Drei Katzen wurden am Montag geborgen und an Andrea Mittermeir übergeben. Sie hätte gerne alle Tiere, auch bereits verweste, bekommen, um sie untersuchen lassen zu können.

Werden in dem Bereich schon viele Katzen vermisst? Der Iglinger Tierarzt Bodo Zencominierski weiß von keiner ungewöhnlichen Häufung von verschwundenen Tieren in seiner Praxis. Er hält es für wichtig, dass bei allen toten Tieren der Chip ausgelesen wird, um zu wissen, woher sie stammen. Ein Tierarzt könne durch Röntgen Munitionsreste auch bei verwesten Tieren feststellen. Auch der Landsberger Tierarzt Bernhard Gühne weiß nicht von ungewöhnlich vielen verschwundenen Tieren.

In Dettenschwang wurden Katzen beschossen

Der Verein Katzentatzen will die Sache weiterverfolgen. Die Polizei in Landsberg hatte bis Montagmittag noch nichts vorliegen, wie Stefan Mang sagte. Sollten die Katzen gezielt getötet, möglicherweise wie vor Kurzem in Dettenschwang mit Schrot beschossen worden sein, werde voraussichtlich wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Der Verein Katzentatzen setzt 500 Euro für Hinweise auf den Tod der Katzen aus. Wer Beobachtungen gemacht hat, kann sich bei Andrea Mittermeir (Telefon 0175/9775983) melden.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Tierdrama bei Igling: Tote Katzen untersuchen!

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