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Tierschutz

05.09.2016

Tierschützer protestieren gegen Circus Krone in Landsberg

Auch am Hauptplatz protestierten rund 23 Tierschützer im Rahmen einer privat organisierten Kundgebung gegen Tierhaltung im Zirkus. 
Bild: Julian Leitenstorfer

Wo der Circus Krone gastiert, sind Aktivisten nicht weit – auch in Landsberg, wo am Freitag die Premiere auf der Waitzinger Wiese stattfand.

Die Argumente sind immer wieder die gleichen, und für beide Seiten gibt es keinen gemeinsamen Nenner. So kommt es in beinahe jedem Ort, in dem der Circus Krone gastiert, zu den gleichen Szenen. Vor den Toren des Zirkus protestieren Tierschützer, in der Manege zeigen Elefanten, Löwen oder Ohrenrobben ihre Kunststücke. Das ist in Landsberg nicht anders. Dort fand am Samstagnachmittag zudem eine privat organisierte Kundgebung auf dem Hautplatz statt.

Schon in den Wochen vor dem Gastspiel des Circus Krone erreicht unsere Redaktion eine E-Mail der Tierschutzorganisation Peta. Es gebe ein neues Video über Tierquälerei bei Circus Krone, die Tierrechtsorganisation werbe daher beim Stadtrat für ein Wildtierverbot. Das Video, das unter anderem Aufnahmen von Elefanten, Pferden und Löwen zeigt, die laut Peta aufgrund mangelhafter Haltungsbedingungen unter teils schweren Verhaltensstörungen leiden sollen, gab es auch schon vor vier Jahren zu sehen, als der Zirkus auf der Waitzinger Wiese Station machte.

Fast gleichzeitig zum E-Mail der Tierschützer geht eine Nachricht des Aktionsbündnisses „Tiere gehören zum Circus“ ein. Inhalt der E-Mail ist ein offener Brief an Oberbürgermeister Mathias Neuner, in dem die Argumente der Tierrechtsorganisation für die Einführung eines kommunalen Wildtierverbots widerlegt werden sollen. Peta fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur würden zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod führen. Das Aktionsbündnis schreibt, der Circus Krone betreibe für das Wohlergehen seiner Tiere einen enormen personellen, materiellen, logistischen und finanziellen Aufwand. Der Zirkus habe unzählige positive Beurteilungen von den kontrollierenden Amtstierärzten erhalten und die Tiere würden fast regelmäßig ein hohes beziehunsgweise sehr hohes Alter erreichen.

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Proteste bei Premiere auf der Waitzinger Wiese

Die unterschiedlichen Auffassungen prallen auch am Freitag vor der Premiere auf der Waitzinger Wiese aufeinander. Einige Mitglieder der Tierschutzorganisation animals united haben sich am Rande des Veranstaltungsgeländes postiert und protestieren lautstark, es gibt immer wieder Wortgefechte mit Zirkusbesuchern. Die Polizei beobachtet das Geschehen. Die Tierschützer wollen bei allen Vorstellungen vor Ort sein und laden im Internet dazu ein, daran teilzunehmen. Sie kritisieren unter anderem, dass die Tiere Kunststücke nicht freiwillig aufführen. Dahinter stecke eine beinharte Dressur unter Einsatz von Peitschen, Elefantenhaken und Ketten. Das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ kontert auch diesen Vorwurf. Die Dressur der Tiere beruhe auf einem engen wechselseitigen Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier und nicht etwa auf brutalem Zwang.

Am Samstagnachmittag findet dann eine privat organisierte Kundgebung von Tierschützern auf dem Hautplatz statt. Die Polizei zählt 23 Teilnehmer, die drei Rednern zuhören und sich danach Richtung Waitzinger Wiese aufmachen. Dort stellen sie sich zu einer Mahnwache auf. Alles verläuft „störungsfrei“ notiert die Polizei.

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