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Landsberg

30.12.2020

Tipp für Silvester: Bei alten Spielen die Regeln neu erfinden

LT-Redakteurin Margit Messelhäuser spielt mit ihren Eltern am liebsten Triomino. Ein altes Spiel, aber die drei haben sich neue Regeln einfallen lassen - das geht auch gut bei anderen alten Spielen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Nicht nur im Landkreis Landsberg fallen alle Silvesterfeiern aus, also muss man sich die Zeit zu Hause vertreiben. Unser Tipp: Ein altes Spiel aus der Schublade ziehen und sich neue Regeln einfallen lassen.

Keine Party, kein Fest – da bietet es sich doch an, sich die Zeit an Silvester mit Spielen zu vertreiben. Und das müssen nicht immer Neuerscheinungen sein – es lohnt sich auch, mal wieder die ganz alten aus dem Schrank zu ziehen.

Die „Siedler von Catan“ dürften den meisten ein Begriff sein – schließlich wurde es bereits 1995 als Spiel des Jahres ausgezeichnet und erlebte einen richtigen Hype. Nachteil: Es dauert ziemlich lange und wenn man gewinnen will, muss man richtig konzentriert sein – nach den ersten Gläschen Wein, etwa an Silvester, nicht mehr so einfach.

Bei Trionimo ist viel Glück im Spiel

Also lieber ein Spiel, bei dem das Glück entscheidet, und das vor allem nicht so lange dauert. Mein Favorit momentan: Triomino. Laut Wikipedia hat sich bereits 1885 Frank H. Richards aus Troy in den Vereinigten Staaten das Spiel patentieren lassen. So lange haben wir es natürlich nicht, aber doch so lange, dass die Spielbeschreibung inzwischen verloren gegangen ist.

Wir – meine Eltern und ich – haben uns also unsere eigenen Regeln gemacht, denn eigentlich ist es schon fast Tradition, einen Abend in der Woche gemeinsam zu spielen. In Zeiten von Corona nicht mehr wirklich möglich, aber bei unserer Variante des Spiels kann man so zumindest mal eine Stunde gemeinsam verbringen. Mit Unterbrechungen, in denen man auch mal vor die Tür gehen und die Maske abnehmen kann.

In Zeiten von Corona bietet Pausen, um vor die Tür zu gehen

Eigentlich müsste man auch bei diesem Spiel viel Zeit mit Punktezählen verbringen – das hat die Internetrecherche erbracht, denn natürlich steht die Anleitung im Netz. Wir machen es uns da einfacher: Wer als erster keine Steine mehr hat, ist der Sieger und es beginnt ein neues Spiel. Jeder zieht zu Beginn zehn Steine aus einem Beutel, wer die höchste Punktzahl hat, darf beginnen und diesen rauslegen.

Das Prinzip ist ganz einfach: Die Zahlen müssen passen, um anlegen zu können. Aber es sieht einfacher aus, als es dann ist.
Bild: Julian Leitenstorfer

Das ist natürlich ein gewisser Vorteil, allerdings vergeht praktisch keine Runde, in der nicht jeder mindestens ein Mal in den Beutel greifen muss. Kann man nämlich nicht anlegen, müssen bis zu drei weitere Steine gezogen werden. Auf der anderen Seite können auch besondere Figuren gelegt werden – gelingt das, darf man dafür je nach dem einen oder zwei Steine in den Beutel zurücklegen.

So oft stimmt die Zahl, aber die Kombination ist falsch

Und gerade diese Figuren haben es in sich: Oft hat man die richtigen Zahlen auf dem Stein, aber in der falschen Anordnung – und da kann man den Stein noch so oft drehen, er passt einfach nicht, was besonders ärgerlich ist. Natürlich kann man sich seine Steine schon mal so zurechtlegen, wie man sie später auch gerne auf den Tisch bringen könnte und würde – im besten Fall könnte man sogar einen Kreis vorbereiten.

Doch diese Taktik geht nur in den seltensten Fällen auf, denn fast immer machen einem da die Mitspielern einen Strich durch die Rechnung – und dann heißt es oft statt Steine in den Beutel werfen, wieder Steine aus dem Beutel ziehen.

Besser geht es nicht: Dieser Kreis bringt normalerweise Punkte ein - man kann den Spieler, dem er gelingt, aber auch anders belohnen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Also lieber spontan ablegen – und bloß nicht die Chance versäumen, einen der Triplesteine loszuwerden, hat man denn welche gezogen. Gerade die Steine, die drei gleiche Zahlen besitzen, entwickeln sich nämlich gerne zu „Ladenhütern“, die man immer schwerer loswird, je länger das Spiel dauert.

Irgendwann sind nämlich alle möglichen Stellen so zugebaut, dass man diese nicht mehr ablegen kann. Manchmal hat man es auch selbst in der Hand: Eine letzte Möglichkeit für einen Tripplestein verbauen – oder lieber in den Beutel greifen? Meine Erfahrung: Entscheidet man sich dafür, diese Möglichkeit zu verbauen, kann man sich fast sicher sein, den unerwünschten Stein doch noch zu ziehen.

Manchmal gibt es keinen Gewinner

Und ganz bitter ist es, zieht man einen dieser speziellen Steine erst gegen Ende des Spiels – da rückt ein Sieg schnell in weite Ferne. Weniger die Strategie entscheidet bei diesem Spiel, als vielmehr das Glück, welche Steine man zur Verfügung hat. Apropos Spieldauer: Es kann schon mal passieren, dass wir eine halbe Stunde für ein Spiel brauchen, dann geht es in der Regel auch nicht auf – keiner von uns kann seine letzten Steine mehr anlegen. Meist aber ist nach zehn bis 15 Minuten Schluss, ein Sieger steht fest und ein neues Spiel kann beginnen. Gerade an Silvester eine gute Variante, denn so läuft man nicht Gefahr, dass man ein Spiel möglicherweise erst im neuen Jahr beenden kann.

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Diese selbst erfundene Regeländerung funktioniert übrigens nicht nur bei Triomino – so manches Spiel, das mit der Zeit etwas langweilig geworden ist, kann man mit ein bisschen Fantasie wieder zu einem neuen Lieblingsspiel machen.

Oder man besorgt sich doch ein neues – in diesem Jahr wurden das Spiel „Pictures“ von Daniela und Christian Stöhr sowie als Kennerspiel des Jahres „Die Crew“ von Thomas Sing ausgezeichnet.

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