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Dießen

06.05.2018

Töpfer aus der ganzen Welt kommen nach Dießen

Jedes Jahr wieder ein Genuss: Der Dießener Töpfermarkt
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Dießener Töpfermarkt präsentiert ab Donnerstag wieder rund 170 internationale Aussteller und Künstler. Einer davon kommt sogar aus China. Landtagspräsidentin Barbara Stamm eröffnet.

Eine Marktgemeinde putzt sich heraus. Letzte Arbeiten zum Beispiel am neuen Tosbecken oder am Seeweg-Süd werden unter Hochdruck zu Ende geführt. Schließlich ist man in wenigen Tagen Gastgeber des Dießener Töpfermarktes. Und der bringt schließlich, wie es der Werbeslogan verspricht, „die Welt an den Ammersee“. Von Donnerstag, 10. Mai, bis zum Sonntag, 13. Mai, präsentieren dieses Mal rund 170 Werkstätten aus 16 Ländern, darunter eine aus China, aktuelle Trends des keramischen Kunstschaffens. Der Markt in den Seeanlagen ist täglich, 10 bis 18 Uhr, geöffnet.

Kunst, aber auch Gebrauchsgegenstände

Die Besucher des Töpfermarktes, der seit 2001 in der Verantwortung der Marktgemeinde Dießen steht, erleben eine international geprägte Zusammenstellung des handwerklichen Schaffens in Ton. Teilweise selten zu sehende Keramiken, aber auch Gebrauchskeramik für Haus und Garten, Objekte und Skulpturen werden am idyllischen Ammersee-Westufer präsentiert. Dabei besteht auf diesem Töpfermarkt die Gelegenheit, Töpfer aus ganz Europa, von Estland bis Italien, von Frankreich bis Ungarn kennenzulernen. Wie immer bezaubert auch dieses Mal wieder die Lebende Werkstatt aus Kreta, und erstmals – und damit wird der europäische Rahmen erweitert – ist ein chinesischer Töpfer zu Gast am Ammersee, der sicherlich ein interessanter Anlaufpunkt vor allem für Sammler werden wird.

Stamm kommt am Donnerstag

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, wird am Donnerstag den Töpfermarkt eröffnen, und zwar auf dem Ammersee-Dampfer Utting. Sie fühle sich ohnehin dem bayerischen Handwerk und damit dem Mittelstand eng verbunden. Ist sie zu Staatsbesuchen unterwegs, habe sie stets einen Koffer voller heimischen Kunsthandwerks im Gepäck. Der Koffer lässt sich in Dießen sicherlich vortrefflich inhaltlich ergänzen.

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Den Kontakt zu Barbara Stamm hatte übrigens Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch hergestellt, der die ranghohe Politikerin auf einem Flughafen im Ausland gesehen und kurzerhand angesprochen hatte. „Als mich Herbert Kirsch fragte, ob ich am 10. Mai in aller Früh den Töpfermarkt eröffnen möchte, habe ich sofort zugesagt.“

Ein Politiker mit Sinn fürs Porzellan

Ein weiterer politischer Kontakt kam zwar nicht am Flughafen, aber darüber zustande. Wolfgang Lösche, der Leiter des Dießener Töpfermarktes, flog gerade nach Berlin. Auf dem Platz neben ihm: der hiesige Bundestagsabgeordnete Michael Kießling. So erfuhr Lösche, dass der ehemalige Denklinger Bürgermeister seit frühester Jugend tagtäglich mit Porzellan zu tun hatte, den Kießlings Vater arbeitete in der Porzellanfabrik Arzberg. So wuchs Michael (Jahrgang 1973) quasi „inmitten von Porzellan“ auf, lernte den Umgang damit und war auch durchaus in der Lage, anhand eines diskreten Blicks auf die Unterseite des Geschirrs, dessen Qualität einzuordnen. Dieser Hintergrund ist sicherlich mit dafür verantwortlich, dass Michael Kießling seit Jahren zu den Stammgästen des Töpfermarktes zählt – und daran werde auch sein Bundestagsmandat nichts ändern.

Zum Töpfermarkt gehört auch der Dießener Keramikweg. Er führt quer durch die Marktgemeinde zu Ausstellungen im Taubenturm, im Traidtcasten und in den ortsansässigen Werkstätten. Es ist ein Spaziergang vom Seeufer bis hinauf zum Klosterberg. Wer Lust hat, besucht die sechs ausgewiesenen Stationen des Keramikwegs und wird am Ende reichlich belohnt angesichts der Vielfalt kulturell hochwertiger Keramik-Erlebnisse.

Der Töpfermarkt ist dank des Shuttle-Bus-Systems mit dem Großparkplatz am nördlichen Ortseingang bei Bierdorf verbunden. Er ist aber auch bequem erreichbar mit der Ammerseebahn (Augsburg – Weilheim – Garmisch-Partenkirchen) oder ab Herrsching mit den Ammersee-Dampfern.

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