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Dießen

02.07.2016

Treppen und Stege zum Himmel

Im Nichts endende Wolkentreppen. Die Arbeiten von Angela Preis und Peter Augustin sind derzeit im Dießener Taubenturm zu sehen.
Bild: Maren Martell

Taubenturm Werke von Angela Preis und Peter Augustin

Was verbindet die Erde mit dem Himmel, das Meer mit dem Festland? Sind es die ins unendliche Nichts aufstrebenden Treppen- und Brückenobjekte von Peter Augustin? Seine etwas groben, mit der Motorsäge herausgearbeiteten Holzskulpturen erscheinen so gänzlich anders als die fast flüchtig wirkenden Arbeiten von Angela Preis. Doch auch wenn sich beide Künstler ganz unterschiedlicher formaler Mittel bedienen, so ergänzen sich ihre Bilder und Skulpturen in der aktuellen Ausstellung im Dießener Taubenturm doch auf wunderbare Weise.

So beginnt und endet die leuchtend gelbe „Himmelstreppe“ quasi im Nirgendwo, schwebt fast losgelöst im Raum und trifft doch auf die zarten Wolkenlandschaften.

Eine erste gemeinsame Ausstellung haben die beiden Künstler in Dießen gewagt. So formuliert es der Kulturhistoriker Thomas Raff in seiner begrüßenden Einleitung. „Ein Wagnis sicher!“ Doch wie es scheint, ein sehr gelungenes Experiment. Angela Preis ist eigentlich Vermessungsingenieurin. „Meer und Wasser hat sie quasi schon früh studiert.“ In Damaskus hat sie die Umayyaden-Moschee vermessen, in Jerusalem den Felsendom und längere Zeit war sie in Griechenland unterwegs. 1996 schloss sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München ab. Heute lebt und arbeitet sie in Dorfen bei Erding, östlich von München. Erstmals waren ihre Arbeiten in der Ammerseeregion im vergangenen Jahr zu sehen, so im Herbst während des „Kleinen Formats“ in Dießen.

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Seit mehr als 20 Jahren fertigt Angela Preis schon ihre „Horizontbilder“, beschäftigt sich mit den verschiedenen Aggregatzuständen von Wasser, egal, ob flüssig, als Nebel, Wolken, Schnee oder Eis. Im Taubenturm präsentiert sie vor allem ihre Meer- und Himmelbilder. Ihre Öl- und Acryl-Werke haben etwas Grenzenloses.

„Sie sind alle randlos, und man könnte sie sich weit über den Rand hinausgehend denken. Das ist eine ganz andere Auffassung von Raumtiefe, als man es von den klassischen Landschaftsmalern kennt“, erläutert Raff. Die Werke von Angela Preis strahlen dabei eine unglaubliche, ja fast meditative Ruhe aus, auch wenn auf ihren Bildern viel in Bewegung ist: so die flirrenden Lichtreflexe auf dem Wasser, die Wellenbewegungen, die fast wie eine Holzmaserung daherkommen, oder die vom Wind zerzausten, dahineilenden Wolkenfetzen.

Peter Augustin arbeitete lange als Architekt in München und hat seit 2006 sein Atelier in Landsberg. Seine berufliche Verortung ist auch in seinem künstlerischen Werk unverkennbar.

Am Ammersee ist es seine erste größere Ausstellung. Präsentiert hat er seine Arbeiten bislang vorwiegend in Landsberg, da unter anderem während der Kunstnacht. Im Taubenturm zeigt Augustin sowohl skulpturale Gebilde, die an menschliche Körper erinnern, als auch architektonische Gebilde wie Brücken, Stege oder Treppen. Teils arbeitete er seine Werke mit der Kettensäge heraus, teils auch mit dem Stemmeisen aus dem Holzblock. Seine bevorzugten Materialen sind dabei die Hölzer der Eiche, Pappel und Lärche.

Öffnungszeiten im Taubenturm noch am 25./ 26. Juni sowie 2./3. Juli, jeweils von 12 bis 18 Uhr.

In Internet

www.heimatverein-diessen.de

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