Newsticker

Carneval in Rio fällt wegen Corona-Pandemie aus

Asyl

08.05.2015

Über 100 Helfer

Wohncontainer für 60 Flüchtlinge wird im Spätherbst am Bahnhof aufgestellt

Über 100 Leute aus dem Gemeindebereich Geltendorf sind bereit, sich im Helferkreis für Asylbewerber einzubringen. So ist es Zweitem Bürgermeister Robert Sedlmayr auch nicht bange, wenn voraussichtlich im Spätherbst an die 60 Flüchtlinge in die geplante Containeranlage am Bahnhof einziehen werden. Auch Landrat Thomas Eichinger lobte bei einer Informationsveranstaltung vor rund 250 Interessierten im Bürgerhaus das Engagement der ehrenamtlich Tätigen, die sehr strukturiert vorgehen. Dies war auch einem Organigramm, das Christa Rieß erläuterte, zu entnehmen. Im Kern gibt es ein Organisationsteam, welches die Aktivitäten koordiniert. Darum herum gruppieren sich kleine Teams für Begleitung, Sprachunterricht, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit oder Spenden. Es gibt auch Psychologen und eine Ärztin, die sich ehrenamtlich kümmern.

Lob gab es auch für den für die Teamleitung zuständigen Mitarbeiter beim Roten Kreuz, Johannes Moeske, für dieses herausragende Engagement, das derzeit den 24 Asylbewerbern zugute kommt, die in einem Haus im Heuweg untergebracht sind. Einige der jungen Männer, die vorwiegend aus Syrien, aber auch aus dem Kosovo stammen, waren gekommen und beteiligten sich an der Diskussion.

Eine Diskussion, in der schnell klar wurde, dass bei den derzeit drängendsten Problemen der Flüchtlinge – Arbeit/Beschäftigung und Wohnungssuche – weder Landrat noch Gemeinde oder Ehrenamtliche wirklich Abhilfe schaffen können. Asylbewerber dürfen arbeiten, sobald sei drei Monate hier sind – aber nur sogenannte nachrangige Tätigkeiten, wenn kein Deutscher oder EU-Bürger Anspruch auf den Job erhebt. Nach 15 Monaten entfällt laut Eichinger die Nachrangigkeit. Freilich ist Sprache die Voraussetzung dafür, dass die jungen Leute für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt interessant sind. Und vom Bund werden Sprachkurse erst finanziert, wenn der Asylbewerber anerkannt ist, was Monate dauern kann. Die Gemeinden versuchen zwar, mit Volkshochschulkursen als freiwillige Leistung in die Bresche zu springen und Ehrenamtliche agieren als Lehrer, den Flüchtlingen fehlt aber der offizielle Sprachkurs, wie zu vernehmen war. Eichinger machte darauf aufmerksam, dass Prüfungen absolviert und Zertifikate auch ohne offiziellen Kurs erworben werden könnten. Der Landkreis liebäugelt auch mit dem sogenannten Tölzer Modell eines Online-Lernprogramms. Und er erinnerte daran, dass sich die Asylbewerber ehrenamtlich engagieren dürfen. Eine Landschaftssäuberungsaktion ist laut Sedlmayr schon geplant.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Probleme bereitet auch die Situation auf dem Wohnungsmarkt. Anerkannte Asylbewerber, die aus den Unterkünften des Landkreises ausziehen sollten, finden in Gemeinden wie Geltendorf keine günstigen Wohnungen. Eichinger erläuterte, dass, wer wolle, mit einem anerkannten Asylbewerber auch ein Untermieterverhältnis eingehen könne. Wie Christa Rieß und Regina Schuster vom Helferkreis ansprachen, ist es den Männern sehr wichtig, ihre Familien nachholen zu können, wozu es auch Wohnraum braucht.

Zu den Containern gab es kaum Fragen. Eichinger erläuterte, dass es keine Sicherheitsdienste geben werde, dies könne der Landkreis nicht leisten bei den vielen Einrichtungen. Von der Bezirksregierung würden jedoch Hausmeister finanziert. Angesprochen auf die Alternative, ein festes Gebäude zu errichten, verwies Eichinger darauf, dass dies länger dauern würde als eine Containeranlage, und dass der Landkreis auch nicht in Besitz des Grundstücks sei, sondern dieses nur pachte. (smi)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren