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Unterdießen

29.01.2020

Überraschendes Aus für den Äppel-Store in Unterdießen

Im ehemaligen Gasthaus Goggl in Unterdießen ist unter anderem der Äppel-Store des Gartenbauvereins untergebracht.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus In Unterdießen soll der ehemalige Gasthof Goggl abgerissen werden. Dort ist auch der Äppel-Store des Obst- und Gartenbauvereins untergebracht. Dessen Vorsitzende kritisiert das Vorgehen der Gemeinde.

Die Nachricht, dass der Gemeinderat Unterdießen den Abriss des Gasthauses Goggl beschlossen hat, hat Eleonore Mühlberg und ihre Mitstreiter vom Obst- und Gartenbauverein Unterdießen kalt erwischt. Das sagte sie auf Nachfrage unserer Zeitung. An der Stelle des ehemaligen „Goggl“ soll das neue Dorfgemeinschaftshaus entstehen. Pikant ist, dass Mühlberg bei den Kommunalwahlen im März gegen den amtierenden Bürgermeister Alexander Enthofer antritt.

„Mit uns hat vorher niemand geredet. Von der Entscheidung des Gemeinderats haben wir erst erfahren, als alles beschlossen war“, sagt Mühlberg. Weniger als ein Monat sei dem Verein geblieben, um das Gebäude zu räumen, in dem der Verein einen Laden eingerichtet hatte und einmal in der Woche ein Café öffnete. Die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins sagt, dass sie Ende November von dem Beschluss erfahren habe. Alexander Enthofer habe bei einem Treffen mit Vereinsvertretern aus dem Ort über den Abriss informiert. „Das Vorgehen hat uns überrascht“, sagt sie auf Nachfrage des LT. Bei dem Treffen sei angekündigt worden, dass das Gebäude bereits im ersten Quartal dieses Jahres abgerissen werden soll.

Das Gebäude ist in einem schlechten baulichen Zustand

Bürgermeister Enthofer erklärt gegenüber dem LT, dass dieser Termin im Gespräch, aber noch nicht fix sei. „Anfang des Jahres haben Baufirmen erfahrungsgemäß mehr Kapazitäten, deswegen wurde dieses Vorgehen im Gemeinderat angeregt. Eine Auftragsvergabe ist noch nicht erfolgt.“ Die Sperrung verteidigt er und verweist auf den schlechten baulichen Zustand des Gebäudes, auch weil es seit Jahren nicht beheizt werde. Im Keller gebe es zudem an einigen Stellen schon Durchbrüche.

Dass es mittelfristig zum Abriss kommt, war Eleonore Mühlberg klar, der frühe Zeitpunkt verwundert sie aber. Die Planungen zum Dorfgemeinschaftshaus seien noch nicht in trockenen Tüchern. Der Betrieb von Laden und Café wäre also auch noch länger möglich gewesen, glaubt sie. Dem widerspricht der Bürgermeister. „Wenn etwas passiert, sind der Gemeinderat und ich in der Haftung. Das Risiko wollten wir nicht eingehen.“ Ein Bausachverständiger sei nicht hinzugezogen worden, so der Bürgermeister. Auch sei der Gemeinderat der Ansicht gewesen, dass kein zusätzliches Geld mehr für möglicherweise anfallende Sicherungsarbeiten in dem Gebäude ausgegeben werden sollte. Deswegen sei allen Gruppen die Nutzung untersagt und an Silvester letztmals eine Party im früheren Gasthof zugelassen worden.

Die Räumlichkeiten waren kostenlos nutzbar

Alexander Enthofer verteidigt gegenüber unserer Zeitung zudem den Zeitpunkt, an dem die Information an die Vereine weitergegeben wurde. „Da waren alle vor Ort, und es hat sich angeboten.“ Auch habe es keinerlei Vertragsverhältnis gegeben. Der Obst- und Gartenbauverein und auch die Jugend hätten die Räumlichkeiten kostenlos nutzen können, betont er.

Der Obst- und Gartenbauverein hatte in seinem Laden, dem Äppel-Store, Produkte kleiner Manufakturen angeboten. Vor allem Waren, die aus Äpfeln hergestellt wurden – beispielsweise Marmelade, Gelee oder Saft –, wurden verkauft. Und jeden Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr war zudem das angrenzende Café geöffnet, in dem Gäste bei Apfelkuchen, Waffeln und Kaffee zusammenkommen konnten. Das Angebot gab es seit Oktober 2018. Die Idee zum Laden kam den Vereinsmitgliedern nach dem sehr ertragreichen Sommer. „Jeder im Verein hatte Obst, Obstsäfte und Marmelade eingelagert. Wir haben dann alle zusammengeholfen, Mobiliar und Geschirr von zu Hause hergebracht und einfach losgelegt“, berichtete die Vereinsvorsitzende damals gegenüber dem LT.

Waren die Bürger zu wenig eingebunden?

Eleonore Mühlberg sieht die Pläne zum Dorfgemeinschaftshaus und die bisherigen Schritte dahin mit gemischten Gefühlen, sagte sie im Dezember. Damals beklagte sie unter anderem, dass die Bürger zu wenig eingebunden würden. Erst auf ihr Drängen hin sei beispielsweise ein Raum für die Jugend in die Planungen mit aufgenommen worden, äußerte die Vereinsvorsitzende. Bürgermeister Enthofer betonte damals, dass bei der Vorstellung der Pläne von den Vereinsvertretern viel Lob und Zustimmung gekommen sei. Das sei für ihn die Basis, den Bau eines neuen Dorfgemeinschaftshauses voranzutreiben.

Mehr über den Äppel-Store in Unterdießen: Ratschen und genießen im Äppel-Store

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