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Unterdießen

07.07.2016

Umbauen oder neu bauen?

Erhebliche Umbauten wären am Unterdießener Kindergarten erforderlich, um dort auch eine Krippe unterzubringen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Gemeinde Unterdießen will eine Krippe schaffen. Wie und wo, ist aber noch völlig offen

Die Gemeinde Unterdießen möchte eine Kinderkrippe einrichten. Dabei stellte sich im Gemeinderat jetzt vor allem die Frage: Soll der bestehende Kindergarten umgebaut werden oder ist ein kompletter Neubau an einem anderen Standort sinnvoller?

Der Bedarf ist gegeben: Neun Kinder aus Unterdießen besuchen derzeit die Krippe in der Nachbargemeinde Fuchstal, während Kinder aus Fuchstal wiederum auf der Warteliste stehen. Die Gemeinde Unterdießen möchte daher jetzt selbst eine Krippe schaffen. Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für eine entsprechende Planung ausgesprochen. Wo und wie, soll jedoch erst noch geprüft werden.

Architektin Katharina Stadler stellte dem Gemeinderat eine Möglichkeit vor, wie der bestehende Kindergarten umgebaut werden könnte. Das wäre jedoch nicht ganz billig: Allein der Umbau, der nötig wäre, um eine Krippengruppe zu integrieren, würde schon auf rund 450000 Euro kommen. Dazu kämen Kosten für die Generalsanierung des Bestands (Malerarbeiten, Böden abschleifen, neue Möbel und Lampen, neue Spielgeräte und eine Verschattung für den Sandkasten) von rund 160000 Euro sowie Sanierungskosten für Dämmmaßnahmen von rund 350000 Euro. Das würde alles in allem rund 960000 Euro ausmachen.

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Eine Summe, bei der die Gemeinderäte erst mal schlucken mussten, auch wenn Gerhard Schmid, der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal, vorrechnete, dass die Gemeinde ganz grob geschätzt rund 347000 Euro Förderung für den Umbau zur Krippe erwarten könne.

„Man muss allerdings rechnen, dass die Kosten für ein neues Pfarrheim noch dazukämen“, räumte Schmid ein. Denn das jetzige Pfarrheim, das sich im Obergeschoss des Kindergartengebäudes befindet, würde im Falle eines Umbaus mit in den Kindergarten integriert werden. Ein neues Pfarrheim könnte eventuell im ehemaligen Gasthaus Goggl, das die Gemeinde gekauft hat, eingerichtet werden – barrierefrei mit Lift und Parkmöglichkeiten direkt vor der Tür, wie Bürgermeister Alexander Enthofer hervorhob.

Der Umbau des Kindergartens könnte wie folgt aussehen: Eine der beiden Kindergartengruppen würde vom Parterre in den ersten Stock verlagert. Die Krippe würde nach den Plänen von Architektin Stadler dann im Erdgeschoss (im jetzigen Hauptraum) eingerichtet. Der gemeinsame Nebenraum würde in einen Schlafraum für die Krippenkinder umgewandelt. Im Obergeschoss könne die Krippe nicht eingerichtet werden, da die Treppe für die Kleinen nicht als Fluchtweg zulässig sei, erläuterte die Architektin. Daher müsste das Erdgeschoss umgebaut werden.

Für die Krippenkinder müssten auch die Waschräume umgestaltet werden. Um für die Kindergartenkinder dann mehr Platz zu schaffen, könnte die Widerkehr verlängert werden. Dabei würde die Architektin auch einen Freisitz schaffen. Der Garten müsste getrennt werden, da die Krippenkinder nicht dieselben Spielgeräte benutzen dürfen wie die älteren Buben und Mädchen.

Der jetzige Pfarrsaal im Obergeschoss würde zum Gruppenhauptraum für die zweite Kindergartengruppe umfunktioniert. Außerdem wären oben noch ein zweiter Waschraum und ein Speiseraum nötig. Auch die Küche würde ins Obergeschoss verlagert.

Angesichts von geschätzten Kosten von fast einer Million Euro kam im Gemeinderat jedoch die Frage auf, ob nicht ein kompletter Neubau eines Kindergartens samt Krippe die bessere Lösung wäre. Außerdem wurde darauf verwiesen, dass der Kindergarten ja auf einem Grundstück steht, das der Diözese Augsburg gehört. Vor dem Umbau müsste auch der Erbpachtvertrag erst wieder verlängert werden.

Laut Gemeinderatsbeschluss sollen jetzt erst einmal Gespräche mit der Kirchenverwaltung, der Diözese und dem Landratsamt stattfinden. Außerdem will die Gemeinde die Option prüfen, auf einem gemeindeeigenen Grundstück einen Neubau zu errichten. Wie der Bürgermeister dem LT sagte, gebe es für einen möglichen Standort mehrere Optionen.

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