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Unglücksfälle: Lockere Sprüche sind tabu

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Kommentar Von Stephanie Millonig
20.06.2019

Oft fehlt den Kommentatoren im Internet die nötige Sensibilität bei Unglücksfällen. LT-Redakteurin Stephanie Millonig kommentiert.

Die Suche nach der vermissten Seniorin, die beim Strandbad St. Alban vom Schwimmen nicht wiederkehrte, war in Dießen und St. Alban nicht zu überhören. Zwei Helikopter kreisten am Mittwochabend in diesem Bereich über dem See.

Das bange Warten

Dass Menschen wissen wollen, was los ist und sich in den Sozialen Medien danach erkundigen, ist in Ordnung. Und zumeist sind die Antworten und Kommentare auch dem Anlass entsprechend ernsthaft und berücksichtigen, dass hier nach einem Menschen gesucht wird und es Angehörigen gibt, die bange darauf warten, dass die Sache noch ein gutes Ende nimmt.

Unglücksfälle sind nicht witzig

Doch immer gibt es auch Kommentatoren, die selbst in solch einer Situation lockere Sprüche machen. Zurecht hat Administratorin der Gruppe diese gelöscht und die Kommentarfunktion still gelegt. Denn lockere Sprüche verbieten sich angesichts eines tragischen Schicksalsschlags. Die Anonymität des Netzes macht oft diese Gefühlskälte möglich. Das Unglück der Anderen bleibt abstrakt und irgendwie unwirklich. In einer kleinen Kommune bleibt diese Distanz jedoch aus: Viele kennen die Vermisste, wie die Administratorin schreibt, „und sind in Gedanken bei der Familie“.

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