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07.07.2010

Unterschiedliche Möglichkeiten im Text

Schwabhausen Man glaubt ein Stück zu kennen, wie den "Tartuffe" von Molière, die Personen sind genau umrissen, auch die Handlung ist klar, doch plötzlich wird alles anders. Denn "Die virtuelle Compagnie", unter Leitung von Katalin Fischer, wirft einen modernen Blick auf das fast 350 Jahre alte Stück und putzt die bekannte Komödie blitzeblank. Im Rahmen des ersten Theaterfestivals "Offene Grenzen" im Kulturzentrum und Theaterlabor Unser Theater e.V. wird ihre fröhliche Theaterskizze erstmals gespielt.

Fünfköpfige Truppe

"Wir wollen zeigen, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten in dem Text stecken", erläutert Regisseurin Katalin Fischer, die in der Vergangenheit auch schon am Landsberger Stadttheater Stücke inszenierte, ihre Motivation. Mit ihrer fünfköpfigen Truppe stemmt sie einen Klassiker unter den Komödien, der die amüsante Geschichte der Familie des verblendeten Großbürgers Orgon erzählt, der alles auf den rechten Weg bringen will und damit nur Unheil stiftet. Orgon ist ganz und gar unter den Einfluss des Frömmlers Tartuffe geraten und richtet nun nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Familienmitglieder strengstens an Tartuffes Weltanschauungen aus. Dass Tartuffe bei Weitem nicht so heilig ist, wie er glauben machen möchte, sieht Orgon nicht. In ihrer Not greift die Familie zu verschiedensten Mitteln, um den Betrüger vor Orgons Augen zu entlarven, doch es gelingt ihnen nicht, sein Vertrauen zu erschüttern, sodass sich die Situation immer weiter zuspitzt. Der blinde Glauben an Tartuffes religiöse Ideale lässt Orgon indes die absurdesten Dinge tun. Erst kurz vor dem völligen Ruin wird dem hochgesinnten Familienoberhaupt das wahre Treiben klar. Seinen Besitz jedoch hat er bereits an Tartuffe überschrieben und muss nun auch noch befürchten, von ihm angezeigt, demnächst im Gefängnis zu landen …

In der Theaterskizze Tartuffe, wie sie "Die Virtuelle Compagnie" auf die Bühne bringt, wird nicht nur die kurzweilige und spritzige Komödie gespielt, sondern auch Theater im Theater sichtbar gemacht. Der Zuschauer erfährt, welchen Interpretationsspielraum die Dialoge zulassen, oder wie sich Kürzungen ausnehmen.

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"Es geht um drei Dinge", so Katalin Fischer, "eine schöne, witzige Komödie spielen, Blindgläubigkeit anprangern, aber als versteckten bitteren Kern in süßer Hülle, und hinter die Kulissen blicken lassen - also entdecken, dass Theater nicht nur die Darstellung eines Textes ist."

Die erprobten Laien und Profischauspieler der Virtuellen Compagnie sind mit ihrem Stück "Tartuffe" am Montag, 12. Juli, um 20 Uhr und ein weiteres Mal am Samstag, 17. Juli, um 21 Uhr im "Kulturzentrum und Theaterlabor Unser Theater" Schwabhausen zu sehen.

Karten können telefonisch unter 08807 - 7228, oder via Mail an Katalin-Fischer@gmx.de, bestellt werden.

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