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18.03.2008

Utting hat einen neuen Bürgermeister

"Stichwahl zwischen Josef Klingl und Josef Lutzenberger, das geht knapp aus" - eine viel gehörte Aussage in den vergangenen Tagen. Doch der Wahlkrimi entwickelt sich anders: Lutzenberger (GAL) hat sich im Arbeitszimmer von Verwaltungschef Willi Hofmann eingefunden, Bürgermeister Josef Klingl (CSU) sitzt in seinem eigenen Büro.

Eine Viertelstunde nach Schließung der vier Wahllokale liegt das erste Ergebnis, der erste Briefwahlbereich, vor. 188 zu 160 für Klingl. Auch in der Volksschule führt Klingl knapp mit 242 zu 233 Stimmen. Doch dann wendet sich das Blatt, 277 Stimmen erringt Lutzenberger bei den Wählern im Feuerwehrhaus, Klingl bleibt bei 208. Noch deutlicher das Ergebnis in Holzhausen: 134 zu 241. Auch im Wittelsbacher Hof eine deutliche Mehrheit für Lutzenberger mit 289 Stimmen zu 177 Stimmen, im zweiten Briefwahlbereich liegt Lutzenberger ebenfalls vorne: 222 Stimmen für ihn, 183 Stimmen für Klingl. Gegen 18.30 Uhr steht das vorläufige Ergebnis fest. Josef Lutzenberger wurde von 1422 Uttingern (55,68 Prozent) gewählt, 1132 (44,32 Prozent) haben sich für Josef Klingl entschieden, die Wahlbeteiligung lag bei 79 Prozent.

Erleichterung, dass die Spannung der vergangenen Tage nachgelassen hat, ist Lutzenberger in den ersten Sekunden anzumerken, für euphorische Äußerungen ist aber offensichtlich nicht der Zeitpunkt. "Ich freue mich über das Ergebnis und vor allem auch über die hohe Wahlbeteiligung." So sei es ein repräsentatives Ergebnis, sagt Lutzenberger, der vor zwölf Jahren, damals noch als Außenseiterkandidat, dem amtierenden Bürgermeister Klingl nur 28 Prozent der Wählerstimmen abnehmen konnte. Lutzenberger setzt darauf, dass alle im Gemeinderat gemeinsam eine gute Politik machen werden.

Eine Zukunftsprognose, die Landrat Walter Eichner (CSU) zumindest für möglich hält, so wie er tags zuvor Lutzenberger und Klingl erlebt habe. "Zwischen den Kandidaten ist kein Porzellan zerschmissen", ist sich Eichner sicher, der sich die Enttäuschung, ein schwarzes Rathaus verloren zu haben, nur kurz anmerken lässt. Eine Flasche Wein hat er auf jeden Fall für Sieger und Verlierer dabei.

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"Ich hab' mich ja 14 Tage darauf vorbereiten können, dass sich ganz Utting gegen mich verbündet", kommentiert Klingl sein Scheitern in Anspielung auf die Wahlempfehlungen von SPD und FWG für den Kandidaten Lutzenberger. Er hätte sich gewünscht, dass "die Person gewählt wird". Lutzenberger wünsche er viel Glück, "ein leichtes Amt hat er nicht."

Lutzenberger wird mit einem Gemeinderat regieren, der sich wie folgt zusammensetzt: CSU (5) GAL (5), FWG (3), SPD (2), LWG (1). Als Nachrückerin für Josef Lutzenberger wird Sabine Kaiser Gemeinderätin. Bürgermeister Josef Klingl will sich aktuell noch nicht dazu äußern, ob er sein Gemeinderatsmandat annimmt. Für ihn würde Claudia Sauter nachrücken.

Bei den CSU-Mitgliedern und Anhängern, die sich im Rathaus um Klingl scharen, ist der Schock über die Deutlichkeit des Wahlergebnisses zu spüren. Im Seerestaurant einige Meter weiter herrscht dagegen Partystimmung. Hier wird der Sieg von Lutzenberger mit großem Hallo begrüßt und lange gefeiert.

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