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Utting

22.02.2019

Uttinger Strandbad: Jetzt herrscht Klarheit

Auch im Winter oder im Frühjahr nutzen Uttinger Bürger die Gelegenheit, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf der Holzterrasse des Strandbades beim Sprungturm zu genießen.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Plus Das Rechtsgutachten zur Zukunft des Uttinger Strandbads liegt vor. Wann Besucher außerhalb der regulären Öffnungszeiten rein dürfen und wie es mit dem Sprungturm weitergeht.

Sonnenbaden auf dem Holzdeck, die Aussicht auf die Alpenkette oder den Sonnenuntergang auf der Plattform des Sprungturms genießen – all dies wird wohl auch in Zukunft in Utting vom Seeufer aus möglich sein. Das Strandbad muss nämlich außerhalb der Öffnungszeiten offenbar nicht – wie befürchtet – hermetisch abgeriegelt werden. Allerdings braucht es gewisse Auflagen und Voraussetzungen, um sich in der Haftungsfrage auf der sicheren Seite zu bewegen.

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Das ist das vorübergehende Fazit eines rechtswissenschaftlichen Gutachtens, das die Gemeinde Utting bei dem Fachanwalt für Strafrecht, Professor Dr. Werner Leitner, eingeholt hat.

Lesen Sie dazu auch: Das Strandbad soll am besten bleiben, wie es ist

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Knapp 48 Stunden vor der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend war das lange erwartete und 15 Seiten starke Gutachten eingegangen. Daher konnte es auch nicht mehr in die offizielle Tagesordnung aufgenommen werden, da innerhalb dieser Zeitspanne keine exakte Auswertung mehr vorbereitet werden konnte. Um die Öffentlichkeit dennoch nicht länger auf die Folter zu spannen, informierte Bürgermeister Josef Lutzenberger kurz vorab über die wichtigsten Inhalte.

Es gibt drei besondere Zeiten

Demnach kommt die Gemeinde laut Gutachten ihrer „Garantenpflicht“ nach, wenn sie zweckgebundene Maßnahmen vornimmt. Als Garantenpflicht bezeichnet das Strafrecht die Pflichten, dafür einzustehen, dass ein bestimmter tatbestandlicher Erfolg nicht eintritt (Quelle: Wikipedia).

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Dabei sei aber nicht einmal die Badeaufsicht das Problem in Utting. Denn die, so erklärt Lutzenberger auf LT-Nachfrage, sei ja im Strandbad auch in der Vergangenheit schon gewährleistet gewesen. So besitzt der bisherige Pächter eine Qualifikation als Rettungsschwimmer und sorgt gleichzeitig dafür, dass während der Verkehrszeiten auch immer eine entsprechend ausgebildete Aufsicht auf dem Gelände sei. Das eigentliche Problem betreffe in Utting die Zeiten, in denen nicht-beaufsichtigter Badebetrieb stattfindet. Josef Lutzenberger: „Da werden halt die Verhältnisse nicht mehr so paradiesisch sein wie bisher.“

Wann der Sprungturm abgesperrt ist und wann nicht

So müsse die Gemeinde laut Empfehlung des Gutachtens zwischen drei Betriebszeiten unterscheiden: dem Winter, der Badesaison und der Nicht-Badesaison. Im Winter gelte es, dafür Sorge zu tragen, dass die Absprünge des Turms in Richtung Wasser nicht zugänglich seien. Der Turm an sich könne betreten werden – es sei denn, die Witterung sorge für eine gewisse Glätte, „dann ist der Turm zu“. Wiederum zwei Unterscheidungen seien während der Badesaison zu treffen: die beaufsichtigte Zeit – dann sei alles offen – und die nicht-beaufsichtigte Zeit, also zum Beispiel die Abend- oder Nachtstunden. Dann, so Josef Lutzenberger, müsse der Sprungturm zumindest geschlossen werden.

Zu guter Letzt bleibt da noch die Nicht-Badesaison: „In dieser Zeit sind die Absprünge versperrt.“ Sorge auch da die Witterung, etwa bei Regennässe oder Kälte, für einen glatten Untergrund, müsse auch dann der Turm erneut gesperrt werden. Insgesamt empfiehlt Dr. Leitner offenbar noch Nachbesserungen auch bei der Beschilderung sowie bei der Aufsichtspflicht.

Momentan gibt es ein Tor, das Kinder nicht öffnen können

Somit werde nicht, wie viele Uttinger es sich wünschen, alles beim Alten bleiben. Dennoch hat das Gutachten die Bedenken der Gemeindeverwaltung nicht in vollem Umfang bestätigt. Die Verwaltung hatte dazu geraten, den Zugang vom Biergarten zum See täglich nach Ende des beaufsichtigten Badebetriebs zu sperren. Da das Strandbad außerhalb der Öffnungszeiten durch ein Tor verschlossen werden müsste, wäre somit der Zugang zum See verwehrt. Dann wäre auch ein Sonnenbaden auf dem Holzdeck, wie viele Uttinger es zum Beispiel vergangenes Wochenende bei strahlendem Sonnenschein und grandiosem Bergblick genossen haben, nicht mehr möglich gewesen.

Am Biergarten-Eingang hat die Gemeinde inzwischen ein Tor angebracht, das zwar nicht verschlossen ist, von kleinen Kinder jedoch auch nicht geöffnet werden kann. So soll vermieden werden, dass Kleinkinder unbeaufsichtigt auf das Gelände gelangen können.

Als Nächstes werden laut Bürgermeister Josef Lutzenberger das komplette Rechtsgutachten im Uttinger Bauausschuss beraten und entsprechende Maßnahmen ausgearbeitet, die dann in der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung diskutiert und beschlossen werden können.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema: Strandbad: Klare Regelungen müssen sein

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