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Landsberg

24.04.2019

Vandalismus am Lechstrand: Kaputte Bänke und jede Menge Scherben

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Beschädigte Bänke, kaputte Bierflaschen und Müll: Das hinterließen Feiernde am Lechstrand beim Inselbad. 
Bild: Erich Schmid

Plus Erich Schmid und seine Mitstreiter vom Lechstrandverein müssen beim Inselbad in Landsberg Müll von Feiernden zusammenklauben. Warum es dort vermutlich bald besser wird mit dem Vandalismus.

Der Lechstrand beim Inselbad ist aufgekiest, die letzten Vorbereitungen für den Start der Badesaison am 1. Mai sind getroffen. Der Lechstrandverein kümmert sich um das Lechufer hier, Erich Schmid und seine Mitstreiter vom Verein machten die letzten Tage aber eine traurige Entdeckung: Vandalen hatten dort gehaust, Bänke beschädigt und Bierflaschen zerdeppert. „Gesehen habe ich es schon von der Karolinenbrücke aus“, erzählt Erich Schmid. „Scherben aus Kies zusammenzusuchen ist sehr mühsam“, sagt er.

Schon vor der Badesaison ist es sehr warm

Die besondere Problematik heuer: Es ist schon richtig warm, noch bevor die Badesaison begonnen hat. „Wenn im Inselbad und am Lechstrand Badegäste bis 20 Uhr sind, dann gibt es eine gewisse Kontrolle“, sagt Erich Schmid. Jetzt seien aber nur die Feiernden dort. Er hat nichts gegen Jugendliche, die sich dort aufhalten – wenn sie ihren Müll mitnehmen. Der Vorsitzende des Lechstrandvereins, Peter Pechtold, hat sich an die Presse gewandt, nachdem die Vorkommnisse auch schon in den Sozialen Medien in Landsberg diskutiert werden. Er richtet einen Appell an die, die dort feierten: Sie sollen den eigenen Dreck wieder mit heim nehmen.

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Auch wenn es Sachbeschädigung sei, anzeigen will Pechtold die Beschädigungen an den Bänken nicht. Und ihm liegt auch nicht daran, dass der Stahlgitterzaun, der vor etlichen Jahren zum Wehr hin stand, wieder hochgezogen wird. Pechtold erinnert sich selbst an früher. „Ich war auch mal jung, hab’ aber nichts kaputtgemacht.“ Damals sei man dort gewesen und habe gefeiert, aber dann auch wieder mitgenommen, was man dorthin gebracht hatte. Ihm geht es darum, dass die, die dort feiern, nicht alles kaputt schlagen.

Landsberger bieten Hilfe an

Besonders schlimm sei es, wenn Bierflaschen zerdeppert werden, denn es kann sich jemand an den Scherben verletzten. Die Glasscherben haben die Vereinsmitglieder schon wieder entfernt, der restliche Unrat soll vor dem Start der Badesaison, voraussichtlich am 30. April, aufgeräumt werden. In den Sozialen Medien machen sich viele Landsberger Luft über ihren Ärger in dieser Sache. Und es wird Hilfe angeboten, beispielsweise von Pajam Rais Parsi, der Mitstreiter von der Aktion Clean-Up-Landsberg informieren will.

Pechtold erinnert daran, dass vor Jahren diskutiert worden sei, auch dieses Stück Lechstrand frei begehbar zu machen. Debattiert wurde damals auch über einen eigenen Weg dort entlang. „Doch dann würde es irgendwann aussehen wie gegenüber auf der Westseite“, sagt Pechtold, „da kann man barfuß nicht unterwegs sein.“

So lief es darauf hinaus, dass das kleine Stück Kiesstrand als Naturstrand am Inselbad bewahrt blieb – irgendwie von außen erreichbar, aber nicht durch einen breiten Weg. Damit stand dann eine ganz andere Thematik im Raum: Die Sicherheit für die Badenden. Und so sitzt nun ein Mitarbeiter des Inselbades am Durchgang zum Lechstrand und erklärt dem, der vom Inselbad zum Lechstrand geht, dass er nun den gesicherten Bereich verlässt, in dem Schwimmmeister ein Auge auf die Badenden haben. „Wir haben einen kontrollierten Ausgang“, sagt Norbert Köhler, der Technische Leiter der Stadtwerke, die das Inselbad betreiben. Der Lechstrand gehört laut Köhler dem Freistaat.

Die Polizei beobachtet und nimmt Hinweise auf

Was kann die Polizei gegen Vandalismus tun? „Bestreifen“, sagt der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Landsberg, Michael Strohmeier, sprich Präsenz zeigen. „Wir beobachten selbst und nehmen Hinweise auf“, so Strohmeier. Im Nachhinein könne eine strafrechtliche Verfolgung aber nur aufgenommen werden, wenn eine Anzeige gestellt worden sei. Das Stück Lechstrand beim Inselbad könne man vom Westufer aus beobachten und dann auch einschreiten. Bei einer Alarmierung organisiert die Polizei sich laut Strohmeier einen Zugang zum Inselbadtor.

„Wir kontrollieren auch regelmäßig auf der Westseite am Lech“, erzählt der Polizist. Und die Beamten sind dann die unbeliebten Partysprenger. Wie man vor Ort reagiert, wenn Jugendliche am Strand zu ausgelassen feiern, das muss ein Polizist laut Strohmeier auch mit einem gewissen Bauchgefühl entscheiden. Mal reiche die Aufforderung, die Jugendlichen sollten aufräumen und gehen. Es kann aber auch dazu führen, dass Feiernde auf die Wache mitgenommen werden und über Nacht bleiben, wie Strohmeier sagt.

Erich Schmid setzt auf Abkühlung

„Man muss die Verhältnismäßigkeit wahren. Oft reicht aber, anzukündigen, dass sie eine Nacht in der Zelle verbringen könnten.“ Strohmeier kann nicht sagen, ob die Jugendlichen heutzutage schlimmer über die Stränge schlagen als früher: „Gefühlt ist immer die Gegenwart am Schlimmsten.“ Er glaubt aber, dass der Alkoholisierungsgrad heute ein anderer sei. Früher sei Bier getrunken worden, heute seien es härtere Sachen.

Erich Schmid vom Lechstrandverein setzt auf das angekündigte kühlere Wetter und auf die Kontrolle von Badegästen, die dann auf den Liegestühlen und unter den Sonnenschirmen des Vereins den Badetag genießen – und dann hoffentlich ohne Glasscherben im Kies.

Einen Kommentar lesen Sie dazu von Alexandra Lutzenberger: Landsberger Lechstrand: Wer feiert, kann auch aufräumen

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