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Dießen

21.05.2018

Versteckte Schätze unterm Kirchendach

Blick in den Dachstuhl der Kreuzkapelle.
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Blick in den Dachstuhl der Kreuzkapelle.
Bild: Alois Kramer

Die Kreuzkapelle am Kirchsteig wird saniert. Dabei kommt unter anderem ein altes Votivbild zu Tage. Ende Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Es muss ein heilversprechender Ort gewesen, die Kreuzkapelle am Weg zur Pfarrkirche in St. Georgen. Sie steht am Kirchsteig etwas oberhalb des Kindergartens St. Gabriel. Bei den gerade laufenden Sanierungsarbeiten am Dach des Kirchleins fanden die Bauarbeiter ein Votivbild.

Extrem schlecht erhalten ist die Leinwand. Aus einem Gelübde heraus hat ein Zacharias Schaur aus St. Georgen das Bild gestiftet. „Auf’s Jahr genau lässt sich die Votivgabe nicht eingrenzen“, erklärt Kirchenpfleger Peter Keck bei einem Pressetermin zu den Arbeiten an der Kapelle.

Recherchen im Häuserbuch

„Der Name des Votivgebers ist jedoch im Häuserbuch von Dießen bei der Hausnummer 42 aufgeführt. Seine Frau ist eine Ursula aus Dettenhofen“. Nicht nur dieses Votivbild, auf dem die Kapelle abgebildet ist, fanden die Ehrenamtlichen vom Veteranen- und Soldatenverein St. Georgen-Wengen jetzt bei Aufräumarbeiten im Schutt unter dem Dach. Zentnerweise Taubenkot haben sie auch heraus geschleppt.

Ende April begann die Sanierung der Kirche, die Propst Ulrich Trieg (Amtszeit von 1567 – 1573) vom Augustinerchorherrenstift 1570 als Satteldachbau mit halbrundem Chor errichten ließ. Im gleichen Jahr wurden auf sein Geheiß die Fetzenkapelle im Albansfeld im Norden und die Mooskapelle im Süden Richtung Raisting erbaut. Sie hatten wohl Schutzfunktion für den Ort, meint Keck.

Die Kapelle gehört der Kirchenstiftung

Während die beiden Kapellen im Privatbesitz sind, gehört die Kreuzkapelle der Kirchenstiftung der katholischen Pfarrgemeinde Dießen. 40000 Euro sind für die Sanierungsarbeiten von der Diözese und der Kirchenstiftung vorgesehen. Aktuell liegen die Arbeiten mit 10000 Euro über dem Plan. „Das liegt an Schäden, die erst bei den Arbeiten sichtbar geworden sind“, meint Peter Keck. Bereits 2016 hatte der Kirchenpfleger das Dach begutachtet. Bei der Begehung vor zwei Jahren hatte er gesehen, dass viele der alten historischen Biberplatten aufgefroren waren. Daher rühren die Schäden am Dachstuhl.

Die Genehmigung durch das Landesamt für Denkmalpflege und die Diözese Augsburg, Zuschussanträge, Fledermausgutachten, Begründung für die Sanierung: All das dauerte, erklärt Keck. Das ist nun Geschichte. Das Dach muss entschuttet, die Fußpunkte vom Dachstuhl am Auflager der Mauerkrone stabilisiert, die faulen Sparren entfernt und der Glockenturm und die Zerrbalken gesichert werden. Die letzte Restaurierung der Kreuzkapelle wurde vor knapp 60 Jahren durchgeführt. Sie ging auf eine Initiative des Veteranen- und Reservistenvereins Wengen-St. Georgen zurück.

Zur Gedächtniskapelle umgestaltet

Die Kreuzkapelle wurde damals 14 Jahre nach Kriegsende zur Gedächtniskapelle umgestaltet. An den Innenwänden hatte der Dießener Maler und Grafiker Robert Brieger Namen und Daten von 117 Gefallenen der beiden Weltkriege verewigt. Am 25. Oktober 1959 weihte Pfarrer Hermann unter reger Anteilnahme der Bevölkerung und der Vereine die neugestaltete Kapelle ein.

Daniel Wahl, der vor Kurzem bereits wesentlich an der Restaurierung des Monopteros-Daches im Schacky-Park beteiligt war, wird die Dachentwässerung mittels Kupferrinne ausführen. Ob die kupferne Turmzwiebel beschädigt ist, konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, ebenso wenig, ob die Turmkugel in Ordnung ist. „Das hängt von den Einschüssen ab“, erläutert der Bauhandwerker. Kugel und Zwiebel seien beliebte Ziele für Hobbyschützen. Wenn dann ein Loch in der Kugel ist, dringe Feuchtigkeit ein, erläutert Wahl.

Ist die Turmzwiebel beschädigt?

Zudem müssen die Blitzschutzanlage und die elektrische Anlage sowie der Außenanstrich erneuert und der Außenputz ergänzt werden. Ende Juni sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Spätestens aber zum Patrozinium der Kirche, am Fest der Kreuzerhöhung, Sonntag, 14. September, stellt der Hausherr, Pfarrer Josef Kirchensteiner, fest.

Für den Kirchenpfleger Peter Keck reißt die Arbeit indes nicht ab. Im Jahr 2019 soll St. Nikolaus in Dettenschwang für rund 600000 Euro generalsaniert werden. Vorher braucht er aber noch Spendengelder, um die 10000 Euro, die in der Schätzung fehlen, zu finanzieren, wie er sagt.

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