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Podiumsdiskussion

17.02.2014

Vier Themen für vier Kandidaten

Podiumsdiskussion der Schondorfer Bürgermeisterkandidaten in der Grundschule Schondorf mit v.l. Alexander Herrmann (Grüne), Rainer Jünger (CSU), Dominic R. Scales (SPD), Dr. Iris Hallay-Losch (Freie Wähler)
Bild: Julian Leitenstorfer

300 Schondorfer kommen zum Bewerberquartett ums Bürgermeisteramt und erleben, dass sich am Schluss alle einig sind

Lieber etwas früher kommen: Das genügte in Schondorf am Sonntagnachmittag nicht. Bereits eine knappe halbe Stunde vorher ließen die Feuerwehrmänner niemand in die Grundschule, in der sich die vier Bürgermeisterkandidaten den Bürgern vorstellen sollten. Rund 300 Personen – mehr gingen nicht in die Aula oben und das Foyer unten rein – hörten sich an, was Rainer Jünger (CSU), Dominic Scales (SPD), Alexander Herrmann (Grüne) und Dr. Iris Hallay-Losch (Freie Wähler) zu sagen hatten. 300, das sind immerhin zehn Prozent der Wahlberechtigten.

Den Kandidaten legte Moderator Stefan Braunschweig vier Themen vor, der ansonsten wenig in den Gesprächsverlauf eingriff. Ein wirklicher Schlagabtausch blieb somit aufgrund der Dramaturgie aus. Erkennbar war auch, dass sich die vier Kandidaten als Neulinge in der Schondorfer Kommunalpolitik in der Regel nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen wollten und sich weitgehend auf ihre vorbereiteten Konzepte stützten.

Deutlicher wurden die Profile der Kandidaten in der Schlussrunde. Da hatte Rainer Jünger das Glück, Erster in der Reihe zu sein. Diese Gelegenheit nutzte er und dankte erst einmal allen Vereinen und Organisationen für ihr Engagement. Außerdem sprach Jünger ein Thema an, das in der dicht bestuhlten Schule greifbar war: Er werde sich um einen Bürgersaal kümmern. Gemeinde und Eigentümer sollten dazu gemeinsam den Saal des Gasthofs Drexl reaktivieren.

Vier Themen für vier Kandidaten

Dominic Scales hob zwei sozialdemokratische Kernthemen hervor: bezahlbaren Wohnraum und eine gute Kinderbetreuung. Das seien Voraussetzungen, dass sich ein Ort gut entwickle und die Vereine genügend Nachwuchs haben.

Alexander Herrmann stellte eine bessere Bürgerbeteiligung in den Vordergrund. Schondorf befinde sich im Wandel. Es sei kein Dorf mehr, sondern eine Art „Zwischending“ zwischen Stadt und Land.

Dr. Iris Hallay-Losch empfahl sich als an Zahlen orientierte Bewerberin und dämpfte allzu große Erwartungen an Gewerbeansiedlungen oder günstigen Wohnraum: Dazu habe Schondorf schlichtweg nicht die notwendigen Flächen.

Das demnächst bedeutendste Thema der Schondorfer Kommunalpolitik war gleich am Anfang zur Sprache gekommen: das Prix-Gelände. Während Hallay-Losch „jede Menge Probleme“ mit dem Grundstück sah, hoben die anderen Kandidaten die „Chancen“ hervor: Alexander Herrmann will das Bauland zum „Selbstkostenpreis“, den auch Durchschnittsverdiener zahlen können, verkaufen. Deshalb würde auch Rainer Jünger am Ende eine „Schwarze Null“ genügen. Einen größeren finanziellen Gewinn strebt Dominic Scales an: „Wir werden Geld brauchen, um an anderen Stellen was zu finanzieren, was wir uns sonst nicht leisten können.“

Da wandte sich der Blick auch zum Thema Nummer zwei, der Seebergsiedlung. Hier hob sich die Position Herrmanns von der der anderen Kandidaten ab. Der grüne Kandidat sprach sich dafür aus, Fenster und Türen zu sanieren, gegebenenfalls noch die Dächer zu dämmen und eine zentrale Energieversorgung mittels Blockheizkraftwerk zu schaffen – und das Ensemble „in den Grundzügen“ zu erhalten.

Dass die Bedürfnisse der Bewohner unterschiedlich sind, stellte Rainer Jünger fest. Seine Schlussfolgerung daraus, die auch Dominic Scales vertrat: „Einen Teil erhalten, einen Teil neu bauen.“ Auch Iris Hallay-Losch wies auf die vielfältigen Erfordernisse etwa von Familien und Senioren hin.

„Mehr Musik drin“ war schließlich, wie Moderator Stefan Braunschweig erkannte, beim Thema Ortsmitte/Bahnhofstraße. Dominic Scales stellte sich hinter die vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossene Variante mit eigener Busspur. Viel Applaus bekam er, als er auf das Bürgerbegehren zu sprechen kam: „Wenn für das Bürgerbegehren jemand aus dem Gemeinderat mit anschiebt, hat das ein Geschmäckle.“ Unaufgeregter ging Iris Hallay-Losch an das Thema Bahnhofstraße an: „Das sollte von Experten geprüft werden und was dabei rauskommt, sollte am Ende zählen.“

Vor einer „reinen Verkehrsplanung“ warnte Alexander Herrmann. Der Bahnhofsbereich sollte ebenso ein Platz für einen Wochenmarkt oder für Feste sein können, verlangte er. Eine Trennung von Bus- und sonstigem Verkehr gebe es im Übrigen nicht einmal am Landsberger Hauptplatz. Rainer Jünger veranlasste dieser Punkt, über die Ortsmitte im Allgemeinen und die Geschäfte dort im Speziellen nachzudenken. Wie der Trend, dass Geschäfte schließen, umgekehrt werden kann, blieb freilich in der Veranstaltung unbeantwortet.

Zur Finanzpolitik versprachen alle Kandidaten „nachhaltig“ und „solide“ wirtschaften zu wollen. Einigkeit konnten sie auch bei der abschließenden Publikumsfrage zum „Kuba“ demonstrieren: Alle bekundeten, das Lokal am Bahnhof erhalten zu wollen.

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