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Kaufering

12.09.2019

Volksfest Kaufering: Chris Boettcher im fast leeren Festzelt

Chris Boettcher live mit "s'Beste" im Festzelt beim Volksfest in Kaufering.
Bild: Julian Leitenstorfer

Den Kabarettisten Chris Boettcher wollen in Kaufering nur 109 Besucher sehen. Der macht das Beste daraus.

Der Auftritt eines Musik-Comedians in „einem Festzelt, wo kein Festzelt mehr ist“ kann auch ungeachtet der übersichtlichen Besucherzahl zum Erfolg geraten. Das zeigte der Auftritt des Kabarettisten Chris Boettcher zum Abschluss des Kauferinger Volksfests.

Mit ungebrochenem Humor eröffnete Bayern1-Kabarettist Chris Boettcher seinen Auftritt in Kaufering. Der Veranstaltungsort war das Festzelt als letztes Überbleibsel des Volksfests. Denn bis auf einige Lkw-Anhänger war der Festplatz am Kauferinger Sportzentrum leer. Trotz der „Endzeitstimmung“ zeigten Künstler und Zuschauer beste Laune. Bei den größten Hits wie „Pubertät“ und „Zehn Meter geh’“ ließ sich der Großteil mitreißen.

Humor knapp oberhalb der Gürtellinie

Bei Chris Boettcher ist alles dabei: Klatschen, Mitsingen, Interaktion, Humor knapp oberhalb der Gürtellinie und hohe musikalische Qualität – und das bei über zwei Stunden Solo-Spielzeit. Am Keyboard im Kuhfell bewies der Münchner Künstler sein Gesangstalent ebenso wie a capella. Er versieht bekannte Melodien mit neuen Texten, trägt Gedichte auf Mütter und moderne Vornamen vor. Großen Raum in seinem Programm nehmen Politiker- und Starparodien ein, wie etwa die Szenen aus der Seniorenrocker-WG mit Udo Lindenberg, Peter Maffay und Herbert Grönemeyer oder das Zusammentreffen von Ex-Sportlern im Dschungelcamp oder beim Gesangscasting. Zum Schluss lässt Boettcher alle Figuren in einem imaginären Chor auftreten: von Boris Becker und „Kaiser“ Franz Beckenbauer über Olli Kahn und Jogi Löw bis zu Angela Merkel und Horst Seehofer sind alle dabei.

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Die Bilanz des Festwirts fällt ernüchternd aus

Die Bilanz des Abends: eine gute Atmosphäre, ein Festwirt, der auch im schwach besetzten Zelt die Heizung laufen lässt und ein Künstler, der Profi genug ist, dies alles mit Humor zu meistern. Dazu ein Publikum, das alles zusammen mit kräftigem Beifall quittiert und den ganzen Abend über gut gelaunt mitgeht. Die Bilanz des Festwirts: Seit 28 Jahren ist Jochen Mörz bereits mit seinem Festzelt in Kaufering. Seine Bilanz fällt heuer ernüchternd aus. Positiv sei die Eröffnung am Donnerstag gewesen. Noch nie in den zurückliegenden 28 Jahren sei beim Auftakt so viel Umsatz gemacht worden. Doch bis auf den Samstag, an dem das Unternehmen Hilti das Zelt gefüllt habe, sei der Besucherzuspruch schlecht gewesen.

2020 Ein neues Konzept?

Den Auftritt von Chris Boettcher wollten laut Mörz gerade einmal 109 zahlende Zuschauer sehen. Allein an der kurzfristigen Bekanntgabe des Termins drei Wochen vorher könne es seiner Meinung aber nicht gelegen haben. Jochen Mörz will nun die Bürgermeisterwahl abwarten und im Winter das Gespräch mit der Marktgemeinde suchen. Man müsse unter anderem nachdenken, wie Vereine und Betriebe über ein neues Konzept besser eingebunden werden können.

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