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Buch

22.12.2017

Voller Romantik und Poesie

Schauspielerin Annette Wunsch und die Uttinger Violinistin Francesca Rappay präsentierten den neuesten Bildband des Landschaftsfotografen Edwin Kunz zum Dießener Kunstsalon im Blauen Haus.
Bild: Martell

Der neue Bildband „Himmel Erde Seenland“ von Edwin Kunz wird im Dießener Kunstsalon vorgestellt. Eine Quelle der Inspiration

„Mein schuh der erste abdruck im schnee. Der tod will seine größe wissen wer die wege räumt. Verse schaufelt er frei und nichts ängstigt ihn mehr als ein gedicht“, rezitiert die in München lebende Schweizer Schauspielerin Annette Wunsch eines der Gedichte des Dießener Lyrikers Philipp Luidl. Zum Dießener Kunstsalon wurde der neue Bildband „Himmel Erde Seenland“ des Porträt- und Landschaftsfotografen Edwin Kunz im Blauen Haus präsentiert.

Dem poetischen Werk entsprechend spielte Francesca Rappay einfühlsame Stücke auf der Violine. Je nach Stimmung der Gedichte und der projizierten Bilder ertönten Auszüge aus einer Solosonate von J. S. Bach, von G. Fauré sowie ein Chanson von K. Weill. Besonders atmosphärisch waren Rappays freie Improvisation mit Violine und Monochord. Der neueste Bildband von Kunz soll kein Reiseführer sein. Er soll vielmehr als „Quelle der Muse und Inspiration zur Hand genommen werden“, so wünscht es sich der Fotograf und Künstler.

In seinem Bildband gibt er auf 189 Seiten die vielfältigen Stimmungen und Impressionen an den Seen und im Hinterland zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten wieder. Da ist der aufgewühlte, wellenzerfurchte Ammersee zu sehen. Nebelschwaden, die über die Landschaft wabern, bedrohliche Gewitterwolkentürme oder das Mondlicht, das sich malerisch am Abend über den spiegelglatten See ergießt. Schon die Fotos alleine sind voller Poesie und laden zum Verweilen und Sehnen ein. Doch nicht nur romantische Seenbilder fasst der Band, Kunz gibt auch die mannigfaltigen Variationen der Landschaft wieder und fängt Kultur, Land und Leute der Region in ganz besonderen Momenten ein. Das Fünfseenland sei geografisch gesehen klein, doch zeichnet es sich durch seine Vielfalt aus. „Wer kennt schon den Mesnerbichl bei Andechs, mit nur 2,6 Hektar Fläche eines der ältesten und kleinsten Naturschutzgebiete Bayerns, oder den Eisweiher in der Puppinger Au? Und wer hat je die Murnau-Werdenfelser Rinder dort gesehen?“ Zu Recht weist Kunz auf diese kaum bekannten Winkel in unserer Region hin. Seine Fotos laden dazu ein, selbst auf Erkundungstour zu gehen.

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Dem 2015 verstorbenen Lyriker Philipp Luidl verschafft Kunz mit seinem außergewöhnlichen Bildband noch einmal eine besondere Bühne. Die Verse Luidls, der auch als Dozent für Typografie in München wirkte, ergänzen in wunderbarer Weise die vielen Fotos der Fünfseenlandschaften und schaffen eine ganz eigene Stimmung, in der „der Himmel, die Erde und das Wasser generös und selbstsicher ihr Inneres zeigen, wie Michael Krüger passend beschreibt. Zur Premiere des Werkes im Blauen Haus gelingt es Annette Wunsch und Francesca Rappay, diese Stimmungen auch so wiederzugeben. Und so erstaunt es wenig, dass man Rappay dann auch in dem Bildband wiederbegegnet. So hat Kunz die Uttinger Violinistin mit seiner Kamera „eingefangen“, als sie im Apfelspalier im Schacky Park auf einer schattigen Parkbank sitzt.

Erde Seenland“, 189 Seiten, ISBN 978-3-00-056633-2

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