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Kreis Weilheim-Schongau

21.04.2015

Vom Kornkreis in Raisting ist nur noch die Erinnerung übrig

Ein Ballonfahrer entdeckt den Kornkreis auf dem Feld von Christoph Huttner im Juli 2014.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Er zog hunderte Pilger aus ganz Deutschland an: der Kornkreis in Raisting am Ammersee. Heute ist davon nichts mehr übrig - bis auf die lebhafte Erinnerung.

Neun Monate ist es her, dass sich das Feld von Christoph Huttner in eine Pilgerstätte für Esoteriker aus ganze Deutschland, Österreich und der Schweiz verwandelte. Im Juli 2014 überfliegt ein Ballonfahrer das Getreidefeld. Aus der Luft bemerkt er etwas Sonderbares: Geometrische Formen sind in ein Feld neben einer Erdfunkantenne gezeichnet. Dieses Phänomen ist besser als Kornkreis bekannt. Das Feld in dem die Ballonfahrer die Ringe entdecken, gehört Christoph Huttner.

Nach den Pilgern ist wieder der Alltag eingezogen

Die Nachricht vom Kornkreis in Raisting am Ammersee verbreitet sich schnell übers Internet. Viele Besucher kommen, um sich die Ringe anzusehen. Es ist der dritte Kornkreis, den es innerhalb von wenigen Jahren in der Ammersee-Gegend gibt. 2012 wurde einer in Andechs entdeckt, 2007 in Fischen. Das Gebilde aus dem vergangenen Jahr bestand aus drei Ringen mit einem Durchmesser von etwa 75 Metern.

Jetzt, neun Monate nachdem die Reisewelle zu seinem Feld wieder abgeebbt ist, steckt er schon mitten im normalen Alltagsgeschäft. Den Acker hat er umgepflügt und neu angesät. Mittlerweile wächst Wintergerste dort. "Das sieht aus, wie eine ganz normale Wiese", erzählt Huttner.

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Raisting am Ammersee im Ausnahme-Zustand: Ballonfahrer haben dort einen Kornkreis entdeckt. Nun pilgern hunderte Esoteriker zu dem Feld.

Dass auf dem Feld vor wenigen Monaten noch Menschen barfuß durchs Getreide streiften, um die positive Energie aufzunehmen, bemerkt man heute nicht mehr. "Das Getreide wächst ganz normal nach. Der Kornkreis hat keine Spuren hinterlassen", sagt der Landwirt. Wenn man nicht wisse, wo er war, könne man keine Spuren mehr finden. Auch Pilgerfahrten zu seinem Feld gebe es nicht mehr. "Vielleicht kommt noch manchmal jemand, aber ich merke davon nichts", sagt Huttner.

Huttner glaubt nicht, dass es nochmal einen Kornkreis bei ihm gibt

Bis in den September des vergangenen Jahres hatte der Rummel um den oberbayerischen Kornkreis angehalten, sogar noch nachdem das Feld abgeerntet worden war, sagt Huttner. Beschweren über den Besuch kann er sich aber nicht. Die Menschen seinen sehr rücksichtsvoll gewesen, hätten die Wege nicht verlassen und sogar Spenden für ihn gesammelt, um ihn für seinen Ernteausfall zu entschädigen. So groß sei der jedoch gar nicht gewesen.

Noch einmal so einen Trubel braucht der Landwirt trotzdem nicht. Einmal sei genug gewesen, sagt er. Er glaube eh nicht daran, dass auf seinem Feld nocheinmal ein Kornkreis entstehen. "Aber vielleicht ja in einer anderen Gemeinde." hhc / dpa

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