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11.07.2010

Vom Rad mit Motörchen bis zum Sportwagen

Mit motorunterstützten Fahrrädern, wie sie das Uttinger Radhäusl zeigte, ist die Elektromobilität schon relativ weit verbreitet. Fotos: Gerald Modlinger
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Mit motorunterstützten Fahrrädern, wie sie das Uttinger Radhäusl zeigte, ist die Elektromobilität schon relativ weit verbreitet. Fotos: Gerald Modlinger

Utting Heiß ist es an diesem Samstagnachmittag, sehr heiß sogar. Wer sich in Utting mit dem Fahrrad bewegt, kommt angesichts der vielen Bergstrecken schnell ins Schwitzen. Aber nicht allen geht es so, zum Beispiel den Probefahrern, die sich beim "Tag der Elektromobilität" per "Pedelec", einem mit einem Elektromotörchen unterstützten Stahlross, bewegen.

Wie weit man sich heute schon emissionsfrei - freilich nur, wenn man dazu regenerativ erzeugten Strom aus der Steckdose zieht und nicht den aus Kohle oder Atom produzierten - fortbewegen kann, sollte der Aktionstag, den die Initiative "Emma" (Emissionsfreie Mobilität am Ammersee) veranstaltete, mit rund 20 Ausstellern am alten Feuerwehrhaus zeigen. Die Bedingungen für die Erzeugung von Sonnenstrom waren an diesem Tag zwar ideal, allein die damit verbundene Hitze war für die Besucherzahl dann doch etwas zu viel des Guten.

Ein "Tesla" als Blickfang

Egal ob Elektromobil oder die Karosse mit konventionellem Verbrennungsmotor: Großes und Sportliches erregt bei Automobilisten immer Aufsehen. Entsprechende Aufmerksamkeit war somit dem Pflaumdorfer Solarstrom-Pionier Alois Leibrecht beschieden. Eigentlich verdient er sein Geld mit Fotovoltaikanlagen, doch nun will der Unternehmer ins Pkw-Geschäft einsteigen. Beim Tag der Elektromobilität präsentierte er als Blickfang einen Tesla-Sportwagen, ein US-Fahrzeug, das sich in der Porsche- oder Ferrari-Klasse bewegt.

Vom Rad mit Motörchen bis zum Sportwagen

Schon näher an den Alltagsbedürfnissen ist Leibrechts eigenes Elektroauto der Marke Think. Den Zweisitzer aus Skandinavien habe er "permanent im Einsatz". "Eine Reichweite von 150 bis 200 Kilometern reicht, um zu meinen Kunden und wieder zurück zu kommen", sagt Leibrecht. Was den Fahrspaß freilich noch etwas einschränkt, ist, dass mehr als 100 Stundenkilometer nicht drin sind, die Anschaffung aber doch mit rund 40 000 Euro zu Buche schlägt.

In fünf bis acht Jahren, so erwartet Leibrecht, dürften Elektromobile aber ihren Exotenstatus hinter sich gelassen haben: Die Preise werden sich durch größere Serien verbilligen, Solarstrom werde günstiger produziert, und Elektromobile werden mit Strom aus der Fotovoltaik-anlage am Carport betankt, so Leibrechts Vision. "Je mehr Energie dezentral erzeugt wird, desto wichtiger wird es, dass sie dezentral verwendet wird." Denn schon jetzt gebe es mancherorts Probleme, den Solarstrom ins Netz einzuspeisen, "und Mobilität ist eine der besten Möglichkeiten der Stromabnahme".

Und eines sei ihm inzwischen auch klar geworden: Auf die individuelle Mobilität, die ihnen das Auto verschafft hat, wollten die Menschen nicht mehr verzichten, "aber diese Mobilität darf auch sein, sofern sie nachhaltig ist".

Im Nahbereich greifen da schon viele auf die Fahrzeuge zurück, die das Uttinger Radhäusl vertreibt: sogenannte "Pedelecs", Fahrräder mit Elektromotor, die dem Pedalritter zusätzliche Kraft bis zu 250 Watt (zum Vergleich: Ein Radfahrer kann bis 200 Watt leisten) verleihen, wie Timon Bartsch erklärt. Eine feine Sache im bergigen Utting: Den Seefelderhofberg kann man dank dreistufig zuschaltbarer Elektrokraft eines "Flyer"-Pedelecs quasi mit Siebenmeilenstiefeln hinauf eilen.

Effizienter "Diamant"

Noch effizienter ist der "Diamant". Dieses Pedelec hat auch einen Generator, der bergab quasi wie eine Bremse wirkt und der Batterie Energie zuführt. Nur für flottes Fahren sind die Pedelecs nicht gedacht. Sobald Tempo 25 erreicht ist, stellt der Motor seine Dienste ein. Pedelecs finden immer mehr Nutzer: "Die Hersteller können gar nicht so viel liefern wie wir verkaufen können." Zwölf Wochen betrage derzeit die Lieferzeit, sagt Bartsch.

Dass Zweiräder mit Elektroantrieb auch ein Blickfang sein können, zeigt die Firma PG Bikes. Ihre Fahrzeuge fallen mit chromglänzenden Oberflächen und Formen auf, die an frühe Mopeds und Motorräder erinnern. Damit zeigt man sich gern auf der Straße.

Kostenmäßig zwischen Zweirädern und Elektro-Neuwagen ist Vitali Kunstmanns Geschäftsidee angesiedelt. Der Schondorfer Maschinenbautechniker baut in seiner Firma "kraftvollleicht" Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor zu Elektromobilen um. Geeignet seien dazu vor allem der Smart, die A-Klasse von Mercedes und der Audi A 2, alles Typen, die eigentlich als E-Mobile designt und entsprechend leicht gebaut worden seien.

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