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Landsberg

11.03.2016

Von Angesicht zu Angesicht

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4 Bilder
Liebesspiele von Susanne Kraft.
Bild: Birgit Kremer

Künstlervereinigung Kunstrefugium. Abwechslungsreich und unterschiedlich

Thematisch kreisen die ausgestellten Werke um Gesichter, und damit um Begegnungen und Beziehungen zwischen Menschen. „Alles ist in ein Gesicht geschrieben“, erklärt die Initiatorin und so sollen sich die ausgestellten Werke wiederum im Auge des Betrachters spiegeln. Von gegenständlich bis abstrakt reicht dabei die Bandbreite der Arbeiten, bei denen es sich überwiegend um Malerei handelt, daneben finden sich vereinzelt auch Collagen und Fotografien.

Insgesamt knapp 90 Werke unterschiedlichster Couleur erwarten den Besucher und schlagartig fühlt er viele Augenpaare auf sich gerichtet, auch wenn sich jeder Künstler, jede Künstlerin dem Thema auf ganz eigene Weise angenähert hat. Da sind die Porträts der vier berühmten Künstler Henri Matisse, Salvadore Dali, Pablo Picasso und Egon Schiele von Gabriela Popp, die alle direkt aus dem Bild heraus den Betrachter anblicken. Ebenfalls große Künstlernamen hat Ingrid Müller für ihre zwei Arbeiten zum Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem gestellten Motto genommen.

Ein Paravent und ein großformatiges Bild, der eine als „Hommage an Hieronymus Bosch“, das andere als ebensolche an Hans Holbein, reflektieren und interpretieren die alten Meister nicht nur neu, sondern verleihen ihnen auch auf fantasievolle Weise Aktualität. Ebenfalls ins Auge fallen die Bilder von Susanne Kraft, deren anonyme Gestalten einander in Zuneigung verbunden sind, was durch die warme Tonigkeit der gewählten Farbpalette noch unterstrichen wird.

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Ganz anders dagegen die Tanz-Studien der Serie „Geli“ in Tusche und Aquarell von Richard Schleich, in denen der Künstler die Flüchtigkeit und Einzigartigkeit der Bewegung einfängt und zum Ausgangspunkt von Begegnung macht. Mit sparsamen Mitteln, wenigen, sicher gesetzten Strichen und Farbflächen ist die Unwiederbringlichkeit eines jeden Augenblicks dieser Begegnungen federleicht festgehalten.

Fast ein wenig zu idealisierend geraten und dennoch thematisch hochaktuell ist die Collage „Saida“ von Silvia Deml. Auch hier schaut die Portraitierte, eine orientalische Schönheit, dem Betrachter direkt in die Augen, doch ist der Rest ihres Gesichtes von einem Schleier bedeckt und es bleibt unklar, ob sie ihren Schleier nur für diesen einen Moment entfernt hat.

Auch dem tierischen Antlitz wird Raum gegeben, so zum Beispiel bei den Bildern von Andrea Finck, von denen die „Rote Kuh“ wie ein Zitat der farbigen Tierdarstellungen von Franz Marc wirkt.

Es ist also tatsächlich eine abwechslungsreiche Zusammenstellung zeitgenössischer Kunst, wie die Gruppe es versprochen hat. Nicht alle Arbeiten allerdings halten das Niveau, was durch die sehenswerten Werke aber wettgemacht wird.

Was macht das Kunstrefugium?

Zu sehen ist die Werkschau bis zum 12. März von Montag bis Donnerstag von 15 bis 19 Uhr und Freitag und Samstag von 11 bis 19 Uhr. Zur Finissage wird jeweils um 16 und 18 Uhr ein einstündiger offener Workshop zum Thema Gesichter angeboten, den die Künstlerin und Kunsttherapeutin Gabriela Popp leitet. Die Künstlervereinigung Kunstrefugium ist eine überregionale Vereinigung von etwa 40 bildenden Künstlern unterschiedlichster Stilrichtungen, darunter Maler, Fotografen, Grafiker und Bildhauer, die gemeinsam ausstellen und gemeinsame Projekte entwickeln. So organisieren sie beispielsweise als Interimslösung bis zum Abbruch des Gebäudes auch den Kunsttreff Quiddezentrum in München.

Die Vereinigung wurde am 29. März 2008 in München gegründet und zählt zurzeit etwa 40 Mitglieder aus ganz Deutschland.

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