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Kreiskulturtage I

18.05.2019

Von Angst bis Übermut

Sehr impulsiv: „Gonna get ya!“ von Eva Mähl.
Bild: Thorsten Jordan

RBK präsentiert sich in Holzhausen am Ammersee

„Kunst Über Mut“ Drei Wörter, beliebig zusammen oder getrennt schreibbar und ebenso vielschichtig zu verstehen: Mitglieder des Regionalverbands bildender Künstler (RBK) Oberbayern-West haben sich dazu Gedanken und diese über ihre Kunst sichtbar gemacht. Das Ergebnis ist bis Donnerstag, 30. Mai, in der Bayerischen Verwaltungsschule in Holzhausen am Ammersee, Seeholzstraße 1-3 zu sehen.

Was ist es also, womit haben sich die Maler, Bildhauer, Grafiker, Fotografen des RBK beschäftigt? Es ist ein wenig von allem. Künstlerischer Übermut, davon zeugt beispielsweise „Mut zeigt auch der Mameluk“ von Kurt Bergmaier. Die Schiller-Ballade „Der Kampf mit dem Drachen“ habe ihn inspiriert, sagt der Künstler. Die leuchtend bunten Farben locken den Besucher an. Die eher kleine Leinwand dominiert ein riesengroßer Goofy, der sich als Seeungeheuer über Donald Duck und dessen drei kleine Vasallen Tick, Trick und Track hermachen will.

Es ist aber auch der Mut, etwas künstlerisch Neues zu wagen, wie es für Silvia Großkopf die T-Shirt-Drucke waren. Gleich im Eingangsbereich ein Schreck: Ist das etwa der Zopf der Berichterstatterin, der da eingerahmt von der Wand leuchtet? Nein, es ist noch alles dran, Gertrud von Winckler stellt unter dem Titel „Ein couragiertes Mädchen“ ihr eigenes, vor vielen Jahren gekapptes Haar zur Schau.

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Der Aufbruch Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre war mehr als mutig, war eher eine Art „Über“- Mut. Das wilde Durcheinander der Zeit im Sozialen, in der Politik, im Verständnis einer Mitbestimmung, all das hat Fred-Jürgen Rogner in der großformatigen Arbeit „Aquarius“ (Hair!) eingefangen.

Ein ruhiger Seitengang ist der ernsten, anstrengenden Seite von Mut gewidmet. Da ist die Mutlosigkeit eines Menschen mit hängenden Schultern, von Heiner Beyer mit „Kann nicht“ betitelt. Es ist der „Übermut“ (Margarete Bartsch) einer Personengruppe, die einem Luftballon über einen tiefen Abgrund folgt. Und es ist der Mut, einfach mal loszuspringen, „Ins Blaue“ (Grazyna Guerrero).

Beeindruckend ist eine Reihe, die „Gonna get ya!“ von Eva Mähl anführt. Die Künstlerin lässt eine junge Frau diese Abwehr geradezu herausschreien. Daneben sitzen die „Drei Brüder“ von Barbara Manns, die das Mädel selbstgefällig zu beobachten scheinen, mit Gedanken wie „wir kriegen auch dich“. Das Ende dieser Reihe markiert eine Collage, mit der Gertraud Dankesreiter die drei oft einander folgenden Begriffe „Angst – Mut – Übermut“ künstlerisch umgesetzt hat. Es sind noch viele weitere Arbeiten von Künstlern ausgestellt. Alle zu beschreiben, würde die Grenzen sprengen.

bis Donnerstag, 30. Mai, Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr, Vernissage am Sonntag, 19. Mai, um 14 Uhr.

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