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Konzert

13.03.2015

Von Efeu, Baldrian und Frühlingsgefühlen

Stadttheater Foyer: Till Martin (Tenorsaxophon), Andreas Höricht (Viola), Christian Elsässer( Klavier), Henning Sieverts (Bass, Cello) und Bastian Jütte (Schlagzeug).
Bild:  Thorsten Jordan

Tíll Martin mit seinem Quintett im Landsberger Stadttheater

„Ist Landsberg eigentlich eine Stadt?“ Till Martin meint seine Frage nicht wirklich ernst, erntet aber wohlwollendes Schmunzeln beim Publikum. Gerade passend zur Jahreszeit und zur ländlichen Umgebung der Stadt am Lech kam sein jüngstes Konzert am Donnerstag im Landsberger Stadttheater. Musikalisch drehte sich der Abend viel um den nahenden Frühling, das Erwachen der Natur und allerlei Pflanzen wie den Efeu oder Baldrian. Im Foyer des Theaters begeisterten der Münchner Tenorsaxophonist und sein Quintett das Publikum mit Stücken aus der CD „The Gardener“ – alles Eigenkompositonen. „Wir nehmen uns heute die Gartenbauabteilung vor“, leitete Martin leicht ironisch das gut zweistündige Konzert ein. Begleitet wurde er von Andreas Höricht an der Bratsche, von Christian Elsässer am Piano, Henning Sieverts am Bass und Bastian Jütte am Schlagzeug.

Gerade Andreas Höricht überraschte auf der Bratsche mit seinem melancholisch, nachdenklichen Spiel.

Warmes und weiches Tenorsaxophon

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Wunderbar ergänzt durch die Soli von Henning Sieverts oder Bastian Jütte. Doch dann immer wieder dominierend das warme, weiche Tenorsaxophon von Till Martin. Kammermusik war rauszuhören, Spuren von Duke Ellington, Anleihen des Impressionismus sowie ganz, ganz viel Modern Jazz.

Und gerade das Zusammenspiel von Bratsche und Saxophon erzeugte einen ganz eigenen Reiz, hatte besonderen Charakter: Ausdrucksstark und gleichzeitig mit fast organischem Klang. Diese hochkarätigen, namhaften Jazzmusiker zeichneten das Bild eines Gärtners als eine vielschichtige und unberechenbare Person.

Mal kam ihre Musik fast lyrisch, mal ganz impulsiv, mal fast loungig und dann doch wieder sehr modern rüber.

Jazzgenuss vom Feinsten, den das Publikum im gut gefüllten Theaterfoyer mit viel Beifall goutierte. So gab es als Zugabe noch ein Stück über Streifen am Himmel – „Across the Blue Above“.

Das ließ schon an Sommer denken, wenn man rücklings auf einer Blumenwiese liegend mit den Augen den Kondensstreifen der Flieger am blauen Himmel folgt.

In Landsberg spielte Martin nicht zum ersten Mal. Der viel beschäftigte Musiker war hier schon mehrfach zu hören.

An annähernd vierzig CD hat er bereits mitgewirkt. Im Jahr 2000 erhielt er für das Album „Musik für Wohnzimmer“ den Preis der deutschen Schallplattenkritik. 2007 wurde er für den Neuen Deutschen Jazzpreis nominiert und landete auf den zweiten Platz. Konzerte gab er unter anderem in New York, Singapur, in Holland und auf der Ruhrtrienale. Seit 2003 ist auch als Dozent für Saxophon, Theorie, Gehörbildung und Rhythmik am Jazz Projekt des Freien Musikzentrums in München tätig.

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