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25.06.2009

Von Luxus weit entfernt

Penzing, Landsberg Beinahe zwölf Millionen Euro aus Staatsgeldern werden größtenteils in die Region fließen und zwar als Aufträge für Handwerksbetriebe und sonstige Unternehmen, die mit Sanierungen und Neubauten im Fliegerhorst Penzing in den kommenden beiden Jahren beschäftigt werden. Ob diese Maßnahmen allerdings als Indikator dafür herhalten können, dass die geplante Außerdienststellung des Lufttransportgeschwaders eventuell noch einmal überdacht werde, dass vermögen selbst Kasernenkommandant Hauptmann Peter Hammer und Presseoffizier Major Tom Milbrath nicht zu prognostizieren.

Die Sanierung darf nicht vernachlässigt werden

Erst vor Kurzem hat jedoch der Kommodore des Lufttransportgeschwaders 61 Transall, Oberst Ludger Bette, bei einer öffentlichen Gemeinderatssitzung in Penzing das Jahr 2018 als Einführungsdatum des Transall-Nachfolgemusters Airbus A 400 M angegeben (LT berichtete). Schon allein deswegen sei es dringend geboten, die Maßnahmen auch aus Gründen der Sicherheit nicht zu vernachlässigen.

Augenscheinlichstes Beispiel ist der Tower. Bereits vor zehn Jahren sei ein erstes statisches Gutachten erstellt worden, da die Gefahr bestand, das Beton abbröckelte. Dann kam jedoch 2004 die Standortentscheidung zuungunsten des Fliegerhorstes Penzing und die Erneuerung des Towers wurde vorläufig zurückgestellt. Inzwischen sind die Planungen wieder aufgegriffen worden. So stand die Entscheidung zwischen einer Sanierung und dem Neubau des Towers. Beide Maßnahmen würden rund eine Million Euro kosten, wobei bei einer Sanierung die Frage offen ist, was sonst noch an Kosten auftauchen könnten. Damit sei der Neubau die wirtschaftlichere, weil günstigere Entscheidung. Zudem könne während des Neubaus im alten Tower der Betrieb ohne Einschränkungen weiterlaufen. Steht der neue Turm dann im Osten des Gebäudes - der alte ist derzeit südlich davon angesiedelt - wird die Kanzel des alten Towers dann abgeschnitten und durch ein Dach ersetzt. Hauptmann Hammer: "Die sonstige Nutzung im Gebäude durch den Wetterdienst bleibt wie bisher erhalten."

Von Luxus weit entfernt

Apropos Wetterdienst. Der dem Gebäude vorgelagerte Klimagarten, ein eingezäuntes Areal, in dem geophysische Instrumente stehen, wird ebenfalls mit einem Aufwand von 400 000 Euro für technisches Equipment und Datenleitungen auf den neuesten Stand gebracht. Die dort ermittelten Daten dienen den Piloten zur Flugvorbereitung. Nächster dicker Brocken ist die Sanierung einiger Unterkunftsgebäude. Seit einigen Jahren gilt innerhalb der Bundeswehr ein bestimmter Unterkunftsstandard (Kaserne 2000), der im Fliegerhorst mit Gebäuden aus den Jahren 1935/36 bei Weitem nicht erreicht wird. Major Milbrath: "Bei uns liegen teilweise bis zu fünf oder in Ausnahmefällen sogar sechs Mann auf einer Stube." Die Gebäude werden daher nach und nach ab Herbst diesen Jahres völlig entkernt und von Grund auf saniert. Dann, so verspricht Peter Hammer, sind sie auch aus Brand- und Betriebsschutzgründen auf dem Stand der Dinge. Pro Gebäude setzt der Kasernenkommandant rund 800 000 bis 900 000 Euro an. Das seien alles andere als Luxusausgaben, sondern dringend benötigte Maßnahmen. Auch aus energetischer Sicht. So werden Fenster saniert, das Licht künftig über Bewegungsmelder und Abschaltautomatiken zu regeln sein.

Die Maßnahmen gleichen einer ständigen Aufholjagd

Auch bei der geplanten Sanierung der Halle 5 befinde man sich in einer ständigen Aufholjagd. Dort würden den Soldaten künftig vernünftige Werkstätten zur Verfügung gestellt. Von ergonomischen Arbeitsplätzen mit ausreichend Platz, Absauganlagen und vielen anderem mehr konnten die Schreiner, Dreher oder Lackierer bislang nur träumen.

Eine Maßnahme, die schon seit 2005 in vollem Gang ist, wird sich auch noch bis 2015 hinziehen: das Liegenschaftsabwasserkonzept. In sechs Bauabschnitten werden 10 Millionen Euro (pro Jahr eine Million) zum Beispiel in die Flugplatzringstraße investiert, die einmal komplett erneuert werden muss. Die Erneuerung der Flugzeugabstellflächen zählt Peter Hammer schon beinahe nicht mehr zu diesen Maßnahmen: "Das ist für uns eigentlich laufendes Geschäft, da die Fahrbahnen wie auch das Rollfeld extremen Belastungen ausgesetzt sind und daher laufend erneuert werden."

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