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Buch

30.10.2017

Von schwerem Verlust zu neuer Hoffnung

Hermann Wohlgschaft beim Signieren seines Buches.
Bild: Romi Löbhard

Hermann Wohlgschaft war früher Stadtpfarrer. Er hat über Trauerarbeit geschrieben

„Niemand ist immer nur glücklich. Das Leben ist bunt, und manchmal überwiegen die dunkleren Töne. Ja, manchmal herrscht das finsterste Schwarz.“ Das sind die ersten Sätze im Buch „Eine Quelle der Lebendigkeit – Trauerarbeit in unterschiedlichen Lebenslagen“. So beginnt Autor Hermann Wohlgschaft seine Lesung im Thomas-Morus-Haus in Kaufering.

Wohlgschaft ist Priester, war von 1994 bis 2002 Stadtpfarrer in der Landsberger Pfarrei Zu den Heiligen Engeln, wechselte anschließend als Leiter der Klinikseelsorge nach Günzburg. Seit seiner Emeritierung 2016 lebt er in Kaufering. In seinem Buch gehe es um Trauer in einem weiter gefassten Sinn, betonte er bei der gut besuchten Lesung, und nannte als Beispiele neben Verlust des Partners durch Trennung auch verlorenes Selbstwertgefühl, eigenes Unvermögen, ja sogar eine Trauer angesichts des Übels in der Welt. Trauerarbeit sei angesagt bei Liebeskummer und Abschieden, bei Verlusterfahrungen wie auch bei Erfahrungen des Scheiterns und Misslingens. Ebenfalls bedeutsames Feld sei die Mit-Trauer mit leidenden Menschen. Er beleuchte auch spezielle Fälle, so Wohlgschaft, beispielsweise die erschwerte Trauer wegen Auseinandersetzungen mit einem Sterbenden, die vor dessen Ableben nicht aus dem Weg geräumt werden konnten. Trauerarbeit funktioniere bei jedem anders, erklärte der Autor. „Thema meines Buches ist deshalb die Trauer in ihren vielen Gestalten und Dimensionen.“ Zugleich wolle er Wege aufzeigen, wie aus Trauer neues Vertrauen erwachse in die Realität göttlichen Waltens. Trauerarbeit sei immer auch Beziehungsarbeit und habe nicht wenig mit Vergebungsbereitschaft zu tun. „Wir müssen unsere Trauer annehmen, erst durch Trauer können wir aktiv werden“, so Wohlgschaft.

Gleichwohl dürfe dieses Gefühl nicht das letzte Wort haben, es sollte auf eine gewisse Zeit begrenzt sein. Das Buch „Eine Quelle der Lebendigkeit“ ist übersichtlich gegliedert. Nach einer Einführung in die Thematik mit Gleichnissen unter anderem aus der Märchenwelt beschäftigt sich Wohlgschaft mit den Unterschieden zwischen Trauer und der nah verwandten Depression, die je nach Schwere der Ausprägung der ärztlichen Behandlung bedürfe. In den weiteren Kapiteln geht es um Trauer und deren Bewältigung in verschiedenen Lebenslagen. Leicht verständlich und gespickt mit Beispielen werden unterschiedliche Situationen und deren Auflösung geschildert. Schlussendlich geht es um das eigene Lebensende und die Trauer darüber, wie viele Chancen auf der Strecke blieben. Hier macht Wohlgschaft Hoffnung auf Freude, die der Trauer folgt. (löbh)

Hermann Wohlgschaft: „Eine Quelle der Lebendigkeit“; 1. Auflage 2017 erschienen im Echter Verlag, erhältlich im Buchhandel.

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