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Landsberg

09.11.2017

Von walförmigen Hügeln und Toteislöchern

Auch Richtung Apfeldorf führt eine der Touren im neuen Buch von Reinhold Lehmann und Kathrin Schön.
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Auch Richtung Apfeldorf führt eine der Touren im neuen Buch von Reinhold Lehmann und Kathrin Schön.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Reinhold Lehmann und Kathrin Schön haben einen besonderen Wanderführer veröffentlicht. Auf den Touren durch die Region gibt es spannende Landschaften zu entdecken.

Toteislöcher, Seen und Drumlins – die Eiszeiten haben in unserer Gegend erstaunliche Formationen geschaffen. Wer im südlichen Lechrain, im Fünfseenland oder im Pfaffenwinkel wandert, durchstreift ein geologisch spannendes Terrain. Mit einem jetzt erschienenen Wanderführer von Reinhold Lehmann und Kathrin Schön in der Reihe Geowandern beim Rother Verlag lassen sich diese Landschaftselemente erkunden.

Auf 279 Seiten stellen die Autoren 40 Wanderungen vor, eine findet sich im Landkreis Landsberg, viele in direkter Nachbarschaft. Reinhold Lehmann wohnt in Weilheim und ist im Bereich Gewässerökologie tätig. Der 67-Jährige stammt aus dem Schwarzwald. „Ich war schon seit frühester Kindheit gerne zu Fuß unterwegs.“ Und hier begeisterte ihn als Diplomgeograf die landschaftlich interessante Gegend. Über die Wegeplanung für die Stadt Weilheim, an der er beteiligt war, entwickelte sich der Kontakt zum Rother Verlag. Bereits 2016 schrieb er mit Kathrin Schön einen Wanderführer „Pfaffenwinkel“ mit 51 Wanderungen zwischen Lech und Loisach. Darin ist beispielsweise eine Tour in Dießen zum Schatzberg beschrieben.

Nirgendwo in Bayern gibt es mehr Drumlins

Im neuen Buch „Geowandern Münchner Umland“ bietet nicht erst die Routenbeschreibung viel Information, zu Beginn wird auch Grundsätzliches erklärt: wie sich die Alpen gebildet haben und welche Auswirkungen die Gletscher hatten. Texte, die ein wenig naturwissenschaftliche Vorstellungskraft benötigen, aber interessant sind. Daraus ergeben sich drei Regionen, die beschrieben werden: das unterbayerische Hügelland und die Isar-Inn-Schotterplatte, das voralpine Moor- und Hügelland sowie die schwäbisch-Oberbayerischen Voralpen.

Was sind nun Drumlins und Toteislöcher? Dazu ist im Glossar am Ende etwas zu erfahren: Toteis nannten sich Eisbrocken, die nicht mehr mit dem Gletscher verbunden waren. Dort, wo sie irgendwann abtauten, blieb ein Loch. Sie sind auch an vielen Stellen im Landkreis Landsberg zu finden.

Hier können Sie das Buch bestellen.

Ein Drumlin ist ein walförmiger Hügel aus Moräne, das heißt Gesteinsschutt, der vom Gletscher mittransportiert wurde. Ihre charakteristischen Formen erkennt man unter anderem am Hardt, einem Teil des Eberfinger Drumlinfeldes, das mit 360 dieser Hügel das größte im bayerischen Alpenvorland ist. Doch nun zu den Wanderrouten, die sich laut Lehmann an Geotopen, das sind vom Landesamt für Umwelt als besonders definierte geologische Punkte. Bei Apfeldorf erläutern die Autoren, wie die Lechterrassen entstanden sind.

Bei Schongau werden Hänge vorgestellt, die einst Lechufer waren. Über den Hohen Peißenberg wird verraten, dass er als Teil des nördlichen Alpenrandes gilt und was es mit dem Kohlebergbau auf sich hat. Eine Drei-Seen-Wanderugn stellt Ammersee, Wörthsee und Pilsensee vor, und entlang der Ammer geht es von Weilheim nach Raisting. Polling wird nicht nur als Klosterstandort, sondern auch als Siedlungsort der Jungsteinzeit beschrieben.

Die Bücher „Geowandern Münchner Umland“,ISBN 9783763331567, Bergverlag Rother, 16,90 Euro. „ Wanderführer Pfaffenwinkel“, ISBN9783763344185, 14,90 Euro

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