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Egling

16.02.2018

Von wegen sauber

Aurelie Zimmermann aus Egling (links) und Leonie Prillwitz aus Friedberg untersuchten Rückstände von Mikrofasern im Abwasser.
Bild: Eva Dillitz

Aurelie aus Egling und ihre Freundin Leonie untersuchen für „Jugend forscht“, wie Mikrofasern ins Abwasser gelangen.

Mikroplastik ist Umweltschützern ein Dorn im Auge. Auch Leonie Prillwitz aus Friedberg war über das Ausmaß schockiert, als sie beim letzten „Jugend forscht“-Wettbewerb darauf aufmerksam wurde. Die Kunststoffpartikel gelangen durch Kosmetikprodukte und beim Waschen von synthetischen Stoffen ins Abwasser. Das interessierte die Schülerin genauer, woraufhin sie gemeinsam mit ihrer Freundin Aurelie Zimmermann aus Egling die Auswirkungen verschiedener Waschfaktoren untersuchte und die Ergebnisse nun beim Wettbewerb „Jugend forscht“ vorstellt, an dem Leonie bereits zum zweiten Mal teilnimmt.

Winzig kleine Kunststoffteilchen

Kläranlagen sind nicht darauf ausgelegt, die winzig kleinen Kunststoffteilchen zu filtern, weshalb diese in die Flüsse und schließlich ins Meer gelangen. „Meerestiere schlucken die winzigen Teilchen, wodurch sie in die Nahrungskette gelangen und auch im menschlichen Körper nachweisbar sind“, erklärt die Schülerin des Maria-Ward-Gymnasiums Augsburg.

Zusammen mit ihrer Freundin Aurelie Zimmermann, die das Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien besucht, untersuchte sie, durch welche Faktoren man das Lösen von Mikrofasern beim Waschen von Fleece-Stoffen verringern kann. Gewaschen haben die Mädchen per Hand und mit der Maschine, bei zehn, 30 und 60 Grad, mit und ohne Waschmittel, mit feinen und groben Fleecestoffen. „Jeder Faktor wurde mit drei Durchgängen getestet, somit kamen wir auf 36 Handwäschen“, erzählt Leonie.

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Grobe und feine Fleecestoffe

Das Abwasser haben sie gefiltert und die Menge an Mikrofasern mit einer Feinwaage bestimmt. Da es mit der Entnahme des Abwassers aus der Waschmaschine schwierig hätte werden können, wuschen die Schülerinnen die Fleece-Pullover im „Guppyfriend Waschbeutel“. Dieser wurde entwickelt, damit Mikroplastik beim Waschen nicht ins Abwasser gelangt, sondern im Beutel hängen bleibt. Man kann ihn im Internet bestellen. Herausgefunden haben die jungen Forscherinnen, dass sich vor allem bei hohen Temperaturen sowie bei der Zugabe von Waschmittel viele Fasern lösen. Von gröberen Fleece-Stoffen und ungewaschenen Textilien lösen sich ebenfalls mehr Teilchen. Letztendlich lasse sich Mikroplastik im Abwasser nur durch einen kompletten Verzicht vermeiden.

Die Mädchen sind geschockt

Die Schülerinnen haben die Idee, durch weicheres Wasser feinere Waschmaschinenfilter einsetzten zu können, um eine Filterung der Kleinstteile zu gewährleisten. „Es hat uns umgehauen, wie viel sich aus der Kleidung löst“, erzählt Leonie geschockt.

Die 15-jährige Aurelie Zimmermann besuchte wie ihre Freundin Leonie die ersten zwei Grundschulklassen in Friedberg. Im Jahr 2011 zog Aurelie nach Egling, beendete dort die Grundschule und wechselte anschließend zum Rhabanus-Maurus-Gymnasium nach St. Ottilien. Mittlerweile ist Aurelie in der neunten Klasse und fühlt sich am RMG recht wohl. „Lieblingsfach hab’ ich keines“, erzählt sie. Zusatzangebote der Schule nimmt sie aber nicht in Anspruch, „lieber treffe ich mich in meiner freien Zeit mit Freundinnen zum Ratschen“.

Aurelie ist zum ersten Mal dabei

Beim Jugend-forscht-Projekt für den Wettbewerb in Augsburg ist Aurelie im Gegensatz zu ihrer Freundin zum ersten Mal dabei. Und sie ist in Augsburg außerdem heuer die einzige Teilnehmerin aus dem Landkreis Landsberg. „Leonie hat mich gefragt, ob ich mit ihr gemeinsam teilnehme.“ Aurelie nahm das Angebot begeistert an. Es folgten etliche Treffen, „wir haben aber auch viel über das Internet besprochen und gemacht“.

Der Wettbewerb „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ findet am 21. und 22. Februar im MAN-Museum Augsburg statt. Beim Regionalwettbewerb Jugend forscht in der Lechsporthalle in Schongau vom 28. Februar bis 1. März sind einige weitere Teilnehmer aus dem Landkreis Landsberg dabei.

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