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Landsberg

17.11.2017

Vor Gericht hat der Partyspaß ein Ende

Vor dem Landsberger Amtsgericht ging es jetzt um Körperverletzung.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

In einer Diskothek drückt er eine unbekannte Frau so stark an sich, dass sie mit blauen Flecken nach Hause geht. Der Angeklagte ist in der Vergangenheit schon öfter aufgefallen.

Ein „miserables Zeugnis“ stellte Richter Alexander Kessler dem wegen vorsätzlicher Körperverletzung Angeklagten vor Verkündigung des Urteils aus. Denn er habe die ihm zur Last gelegte Tat im März 2017 in einer Diskothek im Landkreis Landsberg hartnäckig abgestritten, Einspruch gegen den Strafbefehl wegen Körperverletzung erhoben, sich nicht beim Opfer entschuldigt und null Reue gezeigt. Zudem habe er eine Alkoholkontrolle verweigert.

Der Familienvater weist jede Schuld von sich

Mit den Worten „Ich kenne die Frau nicht, ich habe nichts gemacht, ich begrapsche niemanden, ich habe eine Familie mit drei Kindern zu Hause“ soll der 27-Jährige versucht haben, jegliche Schuld von sich zu weisen. Das gelang dem Beschuldigten aus dem Landkreis ganz und gar nicht. Im Gegenteil: In der Beweis- aufnahme, in der mehrere Zeugen gehört wurden, wurde er vom 27 Jahre alten Opfer mit „hundertprozentiger Sicherheit“ wiedererkannt: „Wir standen uns Auge in Auge gegenüber“, sagte die Frau.

Sie wiederholte in der Verhandlung vor dem Landsberger Amtsgericht, was sie schon wenige Tage nach dem Vorfall bei der Polizei zu Protokoll gegeben hatte. Demnach soll der unbekannte Mann in der Disko plötzlich auf sie zugekommen sein und in einer ausländischer Sprache, die sie nicht verstand, auf sie eingeredet haben. Obwohl sie ihn zurückgewiesen habe, soll er sie an beiden Armen gepackt und „ordentlich“ gedrückt haben. Mehrere blaue Flecken sollen sich gebildet haben. Die Frau belegte ihre Angaben mit einem ärztlichen Attest. Zwei Wochen soll es gedauert haben, bis die blauen Flecken an den Armen verschwunden waren.

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Der DJ im Zeugenstand

Von dem unerwarteten Zupacken war die 27-Jährige völlig überrascht. Der DJ, 47, nicht besonders. Denn nach seinen Worten sei der Angeklagte in der Lokalität schon öfter aufgefallen und auch ermahnt worden. Lokalverbot sei ihm nicht erteilt worden, um nicht Gefahr zu laufen, gleich als „fremdenfeindlich“ in Verruf zu geraten. Der als Zeuge geladene DJ berichtete weiter, dass der Angeklagte nach dem Vorfall gebeten worden sei, die Dinge außerhalb des Lokals zu klären.

„Ich habe nichts gemacht“, soll der Familienvater entrüstet argumentiert haben. Im Übrigen sei er nach dem Tanzen sowieso auf dem Weg an die frische Luft gewesen. Als er sich umdrehte, sei er plötzlich von einem Türsteher geschubst worden, da er angeblich in das Lokal zurückkommen sollte. Dann soll der Mann Minuten lang mit den Sicherheitsleuten gestritten und sich empört haben, warum er geschubst worden sei. Ende vom Lied: Der 27-Jährige musste das Lokal verlassen, soll dies aber nicht freiwillig getan haben.

Die Strafe hätte höher ausfallen können

„Warum gehen Sie nicht, wenn Sie von der Security dazu aufgefordert werden?“, fragte Richter Alexander Kessler den Mann. Gebetsmühlenartig seine Antwort: „Ich habe doch nichts getan.“ Selbst dem dringenden Appell des Vorsitzenden, den Einspruch gegen den Strafbefehl in Höhe von 80 Tagessätzen zu je 15 Euro zurückzunehmen, folgte der 27-jährige Mann nur widerwillig – und erst nach Rücksprache mit seinem Anwalt.

Kessler hatte ihm dringend dazu geraten, da die Beweislage nie und nimmer nach einem Freispruch, sondern viel mehr nach einer Verschärfung des Strafmaßes ausschaue. Der Strafrichter beließ es bei 80 Tagessätzen zu je 15 Euro. Staatsanwältin Julia Ehlert war damit einverstanden. Der Mann gilt somit im Sinne des Gesetzes noch nicht als vorbestraft. Das wäre erst ab 90 Tagessätzen der Fall gewesen.

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