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Kaufering

18.03.2018

Wagener-Bühler gewinnt die Stichwahl ums Bürgermeisteramt

Handschlag zwischen den Stichwahlrivalen: Der unterlegene Thomas Salzberger (SPD) gratulierte Kauferings neuer Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte). In der Mitte: CSU-Marktgemeinderat Johann Drexl.
Bild: Julian Leitenstorfer

Erstmals in der Geschichte von Kaufering wird eine Frau im Rathaus das Sagen haben. Die Stimmen der Beteiligten.

Freudestrahlend betrat sie gegen 18.50 Uhr das Kauferinger Rathaus. Ab 1. April hat Bärbel Wagener-Bühler dort das Sagen. Die 45-Jährige ist zur neuen Bürgermeisterin in der zweitgrößten Landkreisgemeinde gewählt worden. In der Stichwahl am Sonntag setzte sich die Kandidatin der „Kauferinger Mitte“ (KM) mit 51,80 Prozent gegen Thomas Salzberger von der SPD durch. Die Wahlbeteiligung fiel mit 52,71 Prozent noch niedriger aus als im ersten Wahlgang vor zwei Wochen (58,77 Prozent).

Salzberger will politisch weitermachen

„Ich freue mich unheimlich“, sagte Bärbel Wagener-Bühler im Foyer des Rathauses und hielt einen riesigen Blumenstrauß in der Hand, den ihr KM-Fraktionssprecher Manfred Huber überreicht hatte. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und darauf, mit meinen Ideen beginnen zu können.“ Auf der einen Seite das strahlende Lächeln der Siegerin, auf der anderen Seite betretene Mienen bei den Anhängern der SPD.

Thomas Salzberger, der bereits 2008 und 2012 fürs Bürgermeisteramt kandidiert hatte, nahm seine Niederlage gefasst und mit einer Portion Humor auf. „Das war der dritte und letzte Anlauf“, meinte er mit einem Schmunzeln. „Es gibt ein Leben danach. Ich hätte das gerne gemacht. Ich stehe zu meinem Wort und werde im Marktgemeinderat weiter für unsere Dinge eintreten.“ Sein besonderer Dank galt seinem gesamten Wahlkampfteam und seinen Wählern.

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Die neue Bürgermeisterin zieht in die unmittelbare Nähe vom Rathaus

Mit Bärbel Wagener-Bühler tritt nun eine politische Quereinsteigerin die Nachfolge von Erich Püttner (UBV) an, der sich nach sechs Jahren im Amt nicht mehr zur Wiederwahl gestellt hatte. Die Juristin ist Tochter des langjährigen Kauferinger Bürgermeisters Dr. Klaus Bühler, wuchs in Kaufering auf und arbeitete zuletzt für die Landeshauptstadt München als Gesundheitsmanagerin. Am Montag hat die zweifache Mutter ihren letzten Arbeitstag und wird ihren Ausstand bei den Kollegen geben. Dann steht der Umzug nach Kaufering an.

Künftig wird sie es nur ein paar Schritte zu ihrem neuen Arbeitsplatz haben, denn ihr neues Zuhause befindet sich ebenfalls in der Pfälzerstraße. Am Dienstag, 3. April, wird sie ihren ersten Arbeitstag haben. Noch im Rathaus nahm sie die Glückwünsche ihres Stichwahl-Kontrahenten Thomas Salzberger entgegen und dankte ihm für den „fairen Wahlkampf“.

Mutmaßungen über die Wahlbeteiligung

Von ihrem Stimmrecht machten lediglich etwas mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten (8128) Gebrauch. 4284 Bürger gingen an die Urnen oder gaben ihre Stimme per Briefwahl ab. Zwischen beiden Kandidaten lagen nur 153 Wählerstimmen. „Ich weiß nicht, woran die geringe Wahlbeteiligung lag“, sagte Bärbel Wagener-Bühler. „Diejenigen, denen es wichtig war, haben gewählt. Ich bedanke mich für das Vertrauen.“ Thomas Salzberger zeigte sich angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung enttäuscht. „Wir konnten die jungen Wähler nicht erreichen.“ Über die Gründe seiner Niederlage konnte er nur mutmaßen: „Der Name Bühler wiegt schwerer als meiner.“ Im Marktgemeinderat wolle er mit der neuen Bürgermeisterin konstruktiv zusammenarbeiten. „Es geht nur miteinander. Aber die Kauferinger Mitte muss offener werden.“

Den Abend ließ die neue Bürgermeisterin mit einer kleinen Anhängerschar und der Familie in einer Kauferinger Gaststätte ausklingen. Groß gefeiert werden soll der Erfolg erst in der nahen Zukunft auf einer extra veranstalteten Wahlparty.

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