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Landkreis Landsberg

17.03.2020

Wahl am Lechrain: Ein Amtsinhaber und ein Neuling überraschen

In den meisten Gemeinden am Lechrain steht seit Sonntagabend fest, wer Bürgermeister ist und wer in den Gemeinderat eingezogen ist.
Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Plus In Egling und in Penzing rechneten viele mit einer Stichwahl. In Scheuring wird Bürgermeister Manfred Menhard abgewählt. Bei der Gemeinderatswahl in Kaufering gibt es zwei Gewinner.

Die Bürger haben Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt und damit bestimmt, wer in den nächsten sechs Jahren die Geschicke ihrer Gemeinde lenken soll. Unsere Zeitung hat die interessantesten Entscheidungen zusammengefasst und in den Gemeinden nachgefragt. In Denklingen hat es eine langjährige Gemeinderätin nicht mehr ins Gremium geschafft. Schon vor der Wahl musste sie mit einer Enttäuschung leben.

In Denklingen wurde nur der Gemeinderat gewählt. Anita Gropp (CSU/Freie Bürger) hat es nicht wieder in das Gremium geschafft. Sie war nach dem für sie enttäuschenden Ergebnis bei der Aufstellungsversammlung der Liste CSU/Freie Bürger nach 40 Jahren aus der CSU ausgetreten und belegte jetzt auf der Liste mit 616 Stimmen den fünften Platz. Allerdings ist die Liste künftig nur mit vier Personen im Gemeinderat vertreten. Gropp hatte unter anderem die geringe Wertschätzung für Frauen, die sich engagieren, beklagt. Sie war neben Regina Wölfl (FWG Denklingen), die den Wiedereinzug geschafft hat, die einzige Rätin.

Das sind die Ergebnisse aus Denklingen:

Wahl am Lechrain: Ein Amtsinhaber und ein Neuling überraschen


Dank der diesmal wieder angetretenen Epfacher Liste werden künftig drei Frauen im Rat sitzen. Michaela Killmann und Barbara Reichhart ziehen über die Liste ein. Dienhausen ist künftig nur noch durch Stefan Müller vertreten. Bislang hatte die Liste, die bei der vergangenen Wahl von der Diskussion um die Aufstellung von Windrädern profitierte, vier Sitze. Stimmenkönig in Denklingen ist Norbert Walter (1494). Ein Bürgermeister wurde in Denklingen nicht gewählt, da Andreas Braunegger das Amt erst im Januar 2018 von Michael Kießling übernommen hatte, der im September 2017 in den Bundestag gewählt worden war.

Sehr erfreut über sein Wahlergebnis von 72,9 Prozent war Bürgermeister Ferdinand Holzer (CSU/Bürgergemeinschaft) aus Egling. „Ich konnte mein Ergebnis gegenüber der vorherigen Wahl noch einmal um zwei Prozentpunkte steigern, obwohl ich diesmal sogar zwei Gegenkandidaten hatte.“ Er habe zwar gehofft, ohne Stichwahl zu siegen, die Deutlichkeit habe ihn aber überrascht. Holzer, der sich erstmals zur Wiederwahl stellte, sieht in dem Ergebnis auch eine Zustimmung zur Arbeit der Mitarbeiter der Gemeinde und des Gemeinderats. Am Wahlabend hat er mit seiner Familie und Freunden gefeiert, und auch die Mitbewerber ums Bürgermeisteramt spontan eingeladen.

Das sind die Ergebnisse aus Egling:

Einer von ihnen ist Sebastian Herbig (Dorfgemeinschaft Egling-Heinrichshofen), der mit 15,3 Prozent den zweiten Platz belegte und der Einladung folgte. Mit seinem persönlichen Ergebnis könne er leben, sagt er. Mehr schmerze ihn, dass die Dorfgemeinschaft einen Sitz an die ÖDP verloren habe. „Immerhin ähneln sich die Ziele der Partei und der Dorfgemeinschaft, sodass es ein Gegengewicht zur CSU gibt.“ Mit Holzers Politik ist Sebastian Herbig „zufrieden“, wie er selbst sagt. Auch wenn er an einigen Stellen andere Schwerpunkte setzen würde. „Was man dem Bürgermeister hoch anrechnen muss, ist, dass er Ruhe und Diskussionskultur in den Gemeinderat zurückgebracht hat. Das war vor sieben, acht Jahren ein großes Problem.“

Auch Anton Baur (Bayernpartei) ist mit seinem Ergebnis zufrieden. Ihm sei es vor allem darum gegangen, den Wählern Alternativen zu eröffnen, verbunden mit der Hoffnung, dass sie sich intensiv mit den Inhalten beschäftigen. Er habe dem Bürgermeister gratuliert und sich für den fairen Wahlkampf bedankt, sagte er dem LT.

Das Rathaus in Kaufering.
Bild: Thorsten Jordan

Die großen Gewinner bei der Wahl des Marktgemeinderates in Kaufering sind die CSU und die Grünen mit je zwei zusätzlichen Sitzen. Die Christsozialen bleiben mit jetzt acht Vertretern stärkste Fraktion. Die Grünen stellen künftig sieben Gemeinderäte. Zwei Sitze in dem Gremium wurden frei, weil die Freien Wähler diesmal nicht mit einer eigenen Liste angetreten waren, die anderen beiden muss die Kauferinger Mitte abgeben, weil die Gruppierung deutlich schlechter abschnitt als noch 2014. Die Gruppierung entsendet nun noch zwei Vertreter. Nur bedingt geholfen hat den Sozialdemokraten, dass die Partei mit Thomas Salzberger seit Oktober den Bürgermeister stellt. Zwar schnitt die Partei mit 15,3 Prozent besser ab als vor sechs Jahren (13,1 Prozent), es bleibt aber bei drei Marktgemeinderäten. Weiterhin vier Sitze hat die UBV.

Die Ergebnisse der Wahl in Kaufering:

Peter Hammer, der künftige Bürgermeister von Penzing, ist von seinem Sieg mit 52,6 Prozent über seine Herausforderer Dieter Förg und Georg Geisenberger überrascht. „Ich hatte mit einer Stichwahl gerechnet. Umso größer ist die Freude, dass es jetzt direkt geklappt hat. So ein Votum ist auch zusätzlicher Rückenwind.“ Der Berufssoldat lebt in Apfeldorf und ist derzeit in Rheinland-Pfalz stationiert. Am Wahlabend bedankte er sich bei den Helfern im Wahllokal und feierte mit seiner Familie noch im Gasthaus Frank. Aus Hammers Sicht ist sein Erfolg auch der Lohn für den Einsatz im Wahlkampf in den vergangenen zwölf Monaten. Das zeigten auch die fünf Sitze für die CSU im künftigen Gemeinderat. Er würde jetzt gerne Amtsinhaber Johannes Erhard noch über die Schulter schauen. „Das ist gut investierte Zeit.“ Noch sei einiges zu klären, auch mit seinem Arbeitgeber.

Peter Hammer
Bild: Hammer

Bürgermeister-Kandidat Georg Geisenberger sagt, er sei „froh, dass es keine Stichwahl gibt“, auch wenn er damit gerechnet habe. Er baue selber gerade ein Haus und habe deswegen auch privat viel um die Ohren. Und er freut sich auf den kommenden Gemeinderat, in den er ebenso wie Dieter Förg wieder einzieht. „Wir können Penzing gemeinsam voranbringen.“

Das sind die Wahl-Ergebnisse aus Penzing:

Dabei könnten aber durchaus unterschiedliche Positionen aufeinanderprallen, wie die Nachfrage beim „enttäuschten“ Dieter Förg zeigt. „Die Wähler haben sich für das CSU-Konzept entschieden, bei dem wir auf dem Fliegerhorst die Infrastruktur bezahlen und ein privater Bauinvestor die Gewinne einstreicht. Bezahlbarer Wohnraum entsteht so nicht.“ Auch dem Thema Altlasten auf dem Areal werde von den meisten Penzingern wohl keine Bedeutung beigemessen. Förg sagt, er habe im Wahlkampf die Rückmeldung erhalten, dass er auf die richtigen Themen setze und die Ideen der Dorfgemeinschaft gut ankämen. „Wir hatten uns deswegen schon auf Augenhöhe gesehen und mit einer Stichwahl gerechnet.“

Der einzige Amtsinhaber, der am Wahlsonntag eine Niederlage hinnehmen musste, war Bürgermeister Manfred Menhard (Dorfgemeinschaft Scheuring) aus Scheuring. Er sagte auf Anfrage unserer Zeitung „Ich möchte mich dazu nicht äußern.“ Sein Herausforderer Konrad Maisterl jun. (Freie Wähler Scheuring) siegte mit 54,2 Prozent. „Es war ein sehr intensiver Wahlkampf, den wir an den Haustüren und im Internet geführt haben. Ich bin froh, dass es gereicht hat.“

Konrad Maisterl jun. wird Bürgermeister in Scheuring.
Bild: Franz Dilger

Konrad Maisterl verfolgte die Auszählung im Wahllokal in der Schule und ahnte gegen 18.45 Uhr, dass es wahrscheinlich reichen würde. Um 19 Uhr stand dann das Endergebnis fest. Er habe dann noch auf die Auszählung für den Gemeinderat gewartet, mit den anderen Kandidaten der Freien Wähler in einer Gaststätte zusammengesessen und über das Ergebnis diskutiert. Beide Listen haben künftig jeweils sechs Sitze. Konrad Maisterl glaubt, dass seine Ankündigung, er werde als Bürgermeister transparenter arbeiten und den Gemeinderat und die Bürger mehr einbinden, den Ausschlag gegeben habe. Manfred Menhard ist seit 2002 Bürgermeister.

Die Ergebnisse der Wahl in Scheuring:

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