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Kaufering

11.03.2020

Wahl in Kaufering: Der Bürgermeister darf nicht auf den Stimmzettel

Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus In Kaufering wird nur ein neuer Gemeinderat gewählt. Ein Urgestein hört auf und die Freien Wähler treten nicht mehr an. Warum der Bürgermeister nicht auf den Stimmzettel darf.

Die Kauferinger mussten im vergangenen Oktober einen einen neuen Rathauschef wählen. Deswegen wird nun nur über die Zusammensetzung des Gemeinderats abgestimmt. Auf den Listen gibt es Überraschungen und ein Urgestein hört auf.

Zwischen 1948 und 2012 hatte Kaufering drei Bürgermeister. Genau so viele sind es seit 2012 bis heute. Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) trat im vergangenen Mai nach etwas mehr als einem Jahr im Amt aus persönlichen Gründen zurück. Thomas Salzberger (SPD) wurde im Oktober zu ihrem Nachfolger gewählt. Deswegen steht jetzt nur die Wahl der 24 Marktgemeinderäte an.

Profitiert die SPD vom Amtsbonus des Bürgermeisters?

Die Sozialdemokraten (SPD) werden wohl auch auf den Amtsbonus hoffen, der ihnen ein besseres Ergebnis als die 13,1 Prozent von vor sechs Jahren sichern soll. Thomas Salzberger fehlt aber auf der Liste. Er durfte sich nicht nominieren lassen, weil er bis zum Jahr 2026 als Bürgermeister vereidigt wurde, wenn die nächsten Kommunalwahlen anstehen. Angeführt wird die Liste vom Fraktionsvorsitzenden Thomas Wiesmann.

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Bei der Kauferinger Mitte fehlen gleich zwei bekannte Namen. Zum einen der von Ex-Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler, die der Gruppierung im Wahlkampf wohl mehr Aufmerksamkeit gesichert hätte, und zum anderen hört Norbert Sepp auf. Er ist ein politisches Urgestein und sitzt seit 1966 im Marktgemeinderat. Die Liste wird von Nadine Blümke angeführt, die neu ins Gremium einziehen würde.

Heißler steht auf dem letzten Platz der Grünen-Liste

Überraschend ist, dass Dr. Patrick Heißler sich bei den Grünen auf den letzten Listenplatz hat wählen lassen, war er doch im vergangenen Jahr Spitzenkandidat der Grünen im Kampf ums Rathaus. „Nach dem Bürgermeisterwahlkampf gab es für mich zwei Optionen: Platz eins auf der Liste oder eben den letzten Listenplatz. Da meine familiären und beruflichen Verpflichtungen einen weiteren, intensiven Wahlkampf derzeit nicht zulassen, habe ich den 24. Platz gewählt.“ Er verweist aber auch darauf, dass die Kommunalwahl eine Personenwahl ist. Die Wähler hätten es selber in der Hand, wer künftig im Gemeinderat sitzen soll. Angeführt wird die Liste von der Landtagsabgeordneten und Zweiten Bürgermeisterin Gabriele Triebel.

Keine Liste haben diesmal die Freien Wähler aufgestellt. Moritz Lau und Eva Nitsche traten im Februar 2018 aus. Grund war die Nominierung von Dagmar Kramer als Bürgermeisterkandidatin der Freien Wähler in Kaufering. Sie distanzierten sich damals von deren Aussagen und politischen Inhalten. Vor allem Kramers Einsatz für mehr Vorfahrtsstraßen mit Tempo 30 und ohne Rechts-vor-links-Regelung missfiel den Gemeinderäten.

Die Kauferinger wählen am 15. März einen neuen Gemeinderat. Die vorgezogene Bürgermeisterwahl fand bereits im vergangenen Oktober statt.
Bild: Markt Kaufering (Archiv)

Die Liste CSU/Bürgerblock wird sich als stärkste Fraktion behaupten wollen. Sie stellt derzeit sechs Räte. Angeführt wird die Liste vom Vorsitzenden des Ortsverbandes und der Fraktion Dr. Thomas Harbich. Die CSU hatte im Wahlkampf ums Bürgermeisteramt Thomas Salzberger unterstützt. Das gilt auch für die UBV, deren ersten Listenplatz der Fraktionsvorsitzende Sascha Kenzler innehat. CSU/Bürgerblock, SPD und Grüne treten mit jeweils 24 Kandidaten bei der Gemeinderatswahl an. Bei der Kauferinger Mitte haben sich 21 Bewerber aufstellen lassen und bei der UBV 19.

Der neue Gemeinderat und der Bürgermeister Thomas Salzberger haben mehrere Großprojekte vor der Brust. Dazu gehört der Neubau des Feuerwehrhauses am bestehenden Standort. Der Baubeginn soll im Jahr 2021 erfolgen und in den Jahren 2022/23 sollen dann die neuen Fahrzeuge angeschafft werden. Mehrere Jahre wurde im Gemeinderat darüber diskutiert, welche Lösung für das Feuerwehrhaus am sinnvollsten ist. Im vergangenen Mai entschieden sich die Gemeinderäte für einen Neubau und gegen eine Sanierung, nachdem die Verwaltung darüber informiert hatte, dass beide Varianten rund 7,3 Millionen Euro kosten würden.

Generalsanierung der Mittelschule

Begonnen wird auch mit der Generalsanierung der Mittelschule, die in zwei Abschnitten erfolgt. Von 2020 bis 2022 werden jedes Jahr 400000 Euro im Haushalt eingestellt. Die Baunebenkosten kommen noch hinzu. Die Marktgemeinde rechnet mit Fördergeldern von einer Million Euro. Im ersten Abschnitt wird der Außenbereich erneuert. Dazu gehören das Dach und die Fassade. Beim zweiten Bauabschnitt werden unter anderem die Sanitärbereiche und die Heizung angepackt und ein barrierefreier Zugang geschaffen. Hierfür sind 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

Eine große Rolle wird auch das Wohnen spielen. Es soll ein Punktesystem für die Vergabe von Wohnungen und Bauplätzen entwickelt werden. Wer in Kaufering arbeitet und lebt oder sich ehrenamtlich engagiert, dessen Chancen erhöhen sich. Angedacht ist zudem, in den Hochhäusern neben dem Seniorenstift zwei oder drei Etagen für betreutes Wohnen zu nutzen. Es laufen Gespräche mit dem Landkreis.

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