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Penzing

14.02.2020

Wahl in Penzing: Der Fliegerhorst ist das bestimmende Thema

Die Frage, wie der Flugplatz Penzing künftig genutzt wird, ist eines der großen Themen, die den künftigen Bürgermeister und Gemeinderat beschäftigen werden.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archivfoto)

Plus Drei Kandidaten wollen Johannes Erhard als Bürgermeister in Penzing beerben. Bei einer Aufstellungsversammlung gab es eine große Überraschung.

Wenn die Sprache auf Penzing kommt, dann geht es immer auch sehr schnell um den Fliegerhorst und die damit verbundenen Hoffnungen für die Entwicklung der Gemeinde. Daher verwundert es nicht, dass die drei Bürgermeisterkandidaten Georg Geisenberger, Dieter Förg und Peter Hammer das Thema alle weit oben auf dem Zettel haben, wenn es um die Frage geht, vor welchen Herausforderungen die Gemeinde steht. Der Wahlkampf in Penzing verspricht Spannung. Denn schon bei der Aufstellung zweier Kandidaten gab es ein enges Rennen.

Amtsinhaber Johannes Erhard tritt nach zwölf Jahren nicht wieder an. Die Umwandlung der Fläche für die zivile Nutzung wird die wohl größte Aufgabe für den künftigen Bürgermeister und den neuen Gemeinderat. Bürgermeister Erhard sagte im November: „Es ist ein ganzer Ordner williger Investoren da.“

Flugzeuge werden nicht mehr starten und landen

Zum Jahresende hat die Bundeswehr den früheren Flugplatz in Penzing an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übergegeben. Noch bis vor einigen Monaten wurde zumindest noch über eine fliegerische Nutzung durch die Bundespolizei nachgedacht. Diese suche nach einer Liegenschaft für Ausbildungs- und Trainingszwecke, hieß es noch im September. Ende November dann die Entscheidung, dass die Ära der fliegerischen Nutzung zu Ende ist.

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Es ist ein wichtiger Schritt für die künftige Nutzung des rund 270 Hektar großen Geländes zwischen Landsberg und Penzing – bei dem aber beim Thema Altlasten auch noch Klärungsbedarf besteht. Etwa ein Zehntel der Fläche gehört der Kreisstadt. Die Freigabe der Bundeswehr bedeutet zunächst nur, dass sich die Bima um eine Verwertung und neue Nutzung der nunmehr für die Bundeswehr entbehrlichen Liegenschaft kümmern kann, erklärte Hans-Peter Fehr von der Sparte Verkauf der Bima in München. Wann der für die jeweilige Kommune mögliche „Erstzugriff“ für den Flugplatz zum Tragen kommen wird, ist noch nicht abzusehen.

Eine Stichwahl gilt als wahrscheinlich

Wer künftig die Geschicke der Gemeinde leitet, entscheidet sich eventuell in einer Stichwahl, weil es drei Kandidaten gibt. Luftwaffenoffizier Peter Hammer war fast 18 Jahre lang, bis Herbst 2018, Kasernenkommandant am Fliegerhorst Penzing und warf im vergangenen März als erster Bewerber seinen Hut in den Ring. Dabei hatte er starke Rückendeckung erhalten. Sowohl die CSU als auch der Vorstand der Dorfgemeinschaft Penzing wollten ihn nominieren. Die CSU tat dies auch, nicht aber die Dorfgemeinschaft. Deren Stimmberechtigten entschieden sich für Dieter Förg, der kurz vor der Aufstellungsversammlung seine Bewerbung publik gemacht hatte. Im Oktober kam mit Georg Geisenberger noch ein dritter Bewerber hinzu. Hammer, der noch in Apfeldorf lebt, sagt auf Nachfrage des LT, dass er „dazu tendiert“, im Fall eines Erfolgs mit seiner Familie nach Penzing umzuziehen.

Um die 16 Plätze im Gemeinderat bewerben sich insgesamt 81 Kandidaten von den Dorfgemeinschaften Epfenhausen (12), Penzing (9), Ramsach (12) und Untermühlhausen (16) sowie dem Bürgerblock Oberbergen und der CSU (je 16). Der künftige Gemeinderat wird sich mit mehreren Themen auseinandersetzen müssen, die die Gemeinde seit Längerem beschäftigen. Dazu gehören die Innerortsbebauungspläne für Untermühlhausen, Ramsach, Epfenhausen und Oberbergen. Ziel ist es, die Bebauung in den Ortsteilen einheitlich zu regeln, ein behutsames Maß an Nachverdichtung zu ermöglichen und den Charakter der Straßen- und Haufendörfer zu erhalten.

Bei Starkregen gibt es in Untermühlhausen Probleme

Auch der Hochwasserschutz zählt dazu. Vor allem in Epfenhausen und Untermühlhausen gibt es bei Starkregen Probleme. Dann staut sich das Wasser im Wildwassergraben. Deswegen soll östlich der bisherigen Bahnüberführung eine Durchpressung geschaffen werden, damit das Wasser ablaufen kann. Mit dieser Maßnahme könne die Bevölkerung am effektivsten vor Starkregenereignissen geschützt werden, sagte der amtierende Bürgermeister im vergangenen Sommer.

Wann das Vorhaben realisiert wird, sei aber noch unklar. „Die Prognoseberechnung läuft noch. Die ist aber Voraussetzung dafür, dass wir uns mit dem Wasserwirtschaftsamt abstimmen können. Erst wenn wir wissen, welche Fördermittel es gibt, können wir auch den Bauantrag stellen“, so Erhard jetzt auf Nachfrage. Als Nächstes sei beim Hochwasserschutz dann Oberbergen an der Reihe.

Das sind die Bürgermeisterkandidaten:

Dieter Förg

Dieter Förg
Bild: Dieter Förg
  • Partei/Wählergemeinschaft Dorfgemeinschaft Penzing
  • Geburtstag 29. November 1969
  • Erlernter Beruf Schreiner, Zimmerer, Bautechniker
  • Ausgeübter Beruf Selbstständiger Bauleiter
  • Familie Verheiratet, zwei Söhne
  • Politischer Werdegang Vorstand der Dorfgemeinschaft Penzing
  • Mich interessiert Kommunalpolitik, weil Penzing und die Ortsteile vor großen Herausforderungen stehen wie der Konversion des Fliegerhorstes, der Dorferneuerung und dem Thema Hochwasser und vieles mehr.
  • Wenn ich gewählt werde, will ich mich vor allem um diese drei Dinge kümmern Ich möchte Bauland und bezahlbaren Wohnraum schaffen und neue vielseitige Arbeitsplätze ermöglichen. Zudem will ich Gemeinsamkeit und Transparenz verwirklichen.
  • Meine größte Stärke Ich bin von Geburt an Penzinger, „einer von uns“, und voll mit dabei.
  • Meine größte Schwäche ist quadratische Schokolade.


Georg Geisenberger

Georg Geisenberger
Bild: Janis Pekarek
  • Partei/Wählergemeinschaft Bürgerblock Oberbergen
  • Geburtstag 5. Dezember 1977
  • Erlernter Beruf Agrarbetriebswirt
  • Ausgeübter Beruf Landwirt
  • Familie Verheiratet, zwei Kinder
  • Politischer Werdegang Bisher kein politisches Amt
  • Mich interessiert Kommunalpolitik, weil ich unsere Heimat verbessern und gestalten will und ich sehr viele Ideen habe.
  • Wenn ich gewählt werde, will ich mich vor allem um diese drei Dinge kümmern Die Maßnahmen beim Hochwasserschutz umsetzen, Wohnraum schaffen und die Nutzung des ehemaligen Fliegerhorsts festlegen.
  • Meine größte Stärke Meine Mitmenschen für meine Pläne und Ziele zu motivieren und mitzunehmen.
  • Meine größte Schwäche Zu wenig Geduld bei der Umsetzung meiner Pläne.


Peter Hammer

Peter Hammer
Bild: Hammer
  • Partei/Wählergemeinschaft CSU-Ortsverband Penzing
  • Geburtstag 14. Dezember 1971
  • Erlernter Beruf Staatlich geprüfter Betriebswirt
  • Ausgeübter Beruf Luftwaffenoffizier
  • Familie Verheiratet, zwei erwachsene Kinder
  • Politischer Werdegang Stellvertretender Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Penzing
  • Mich interessiert Kommunalpolitik, weil sie die Chance bietet, die Zukunft mitzugestalten, man mit Menschen zu tun hat und es unheimlich vielfältig ist.
  • Wenn ich gewählt werde, will ich mich vor allem um diese drei Dinge kümmern Vom ersten bis zum letzten Tag der Legislaturperiode stehe ich für drei übergeordnete Ziele: Lebenswertes Penzing, Generationen Penzing, Innovatives Penzing.
  • Meine größte Stärke Menschen zu motivieren, gemeinsam definierte Ziele zu erreichen.
  • Meine größte Schwäche Für mich könnten Dinge manchmal schneller vorangehen.
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