Newsticker

Corona-Zahlen in Deutschland: Rund 11.000 Neuinfektionen gemeldet
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Wahlwerbung: In der Seeanlage steht eine „neue Berliner Mauer“

Schondorf

06.09.2018

Wahlwerbung: In der Seeanlage steht eine „neue Berliner Mauer“

Wahlwerbung in den Seeanlagen hat in Schondorf eine lange Tradition. Statt der früher üblichen Wesselmänner steht dort jetzt eine der fünf Plakatwände.
Bild: Renate Greil

Hohn und Spott gibt es für die Plakatwand, die direkt an der Schondorfer Seepromenade aufgestellt wurde. Eigentlich sollte dort für die Landtagswahl keine Werbung gemacht werden.

Die Landtagswahl am 14. Oktober rückt näher. Auch im Straßenbild ist das an den ersten Plakatständern, Plakatwänden und Großplakaten (als „Wesselmänner“ bekannt) zu sehen. Im Schondorfer Gemeinderat hatte man sich nach vielen Diskussionen dazu durchgerungen, statt der vielen einzelnen Plakatständer den demokratischen Parteien gemeinsame Plakatwände für die jeweilige Wahlwerbung anzubieten. Die Anzahl der Wesselmänner wurde ebenfalls genau festgelegt: an der Bergstraße und im Dreieck Bahnlinie und Landsberger Straße gibt es jeweils ein Großplakat.

Ursprünglich wollte der Gemeinderat den Bereich am See nicht mehr als Standort

Der Standort Seeanlage, an dem viele Jahre Wesselmänner standen, war im Vorfeld dagegen mehrheitlich im Gemeinderat abgelehnt worden. Nun aber wurden die Plakatelemente auch in den Seeanlagen erneut wieder aufgebaut. Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Sowohl in den sozialen Netzwerken als auch in der jüngsten Schondorfer Gemeinderatsitzung wurden Größe und Standort der Wand in den Seeanlagen kritisiert.

Als „neue Berliner Mauer“ verspottete Wolfgang Schraml in der Sitzung die Plakatwand. „Jetzt sind es auch zehn Elemente statt der besprochenen sechs.“ Auf ein weiteres Ärgernis machte Michael Deininger aufmerksam: Trotz der Plakatwände hingen Wahlplakate weiterhin auch an Lichtmasten im Ort. Bürgermeister Alexander Herrmann erklärte, dass sechs Wochen vor einer Wahl Parteienwerbung im Ort nicht verhindert werden könne. Dass sich nicht alle daran halten, ihre Werbung nur auf die neuen Wände zu kleben, das sei aber von vorneherein zu erwarten gewesen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Gemeinde hat einige Parteien angeschrieben

Diese Parteien werden jedoch von der Verwaltung angeschrieben und gebeten, ebenfalls die neuen Stellwände an den nun fünf Standorten in Schondorf zu nutzen. Dass diese mit zehn statt mit sechs Elementen ausgeführt wurden, liege daran, dass man sich bei der Nachbarverwaltung in Dießen über den Platzbedarf informiert habe. Dort würden solche Plakatwände schon länger verwendet.

„Das ist jetzt ein erster Versuch“, sagte Bürgermeister Herrmann. Er will nun abwarten, wie intensiv die Wände in Anspruch genommen werden. Falls nicht so viel Fläche benötigt werde, könne man die Wand immer noch verkleinern. Jede Partei bekomme ein Stellelement. Er erinnerte auch daran, dass die Wände nur in den sechs Wochen bis zur Wahl stehen. Danach würden sie umgehend wieder entfernt.

Wo überall Wahlwerbung betrieben wird

Gegenüber dem LT erläuterte Herrmann, dass die Standorte so ausgewählt wurden, dass sie für die Parteien attraktiv und die Wähler gut sichtbar seien. Bei einer Ortsbegehung mit Fraktionssprechern der im Gemeinderat vertreten Parteien (CSU, SPD, Grüne und Freie Wähler) wurden als Standorte festgelegt: vor der Post in der Landsberger Straße, gegenüber der Bäckerei Lindner in der Landsberger Straße, am Eingang zum Sportplatz in der Bergstraße, beim Bauhof am Eichet und in der Seeanlage gegenüber der Einmündung der Bahnhofstraße. Bis auf die Plakatwand am Bauhof seien schon alle aufgebaut.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren