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Utting

17.03.2019

Wann in Zukunft vom Uttinger Sprungturm gehüpft werden darf

Verschlossene Absprünge im Winter und verlängerte Badeaufsicht im Sommer sieht ein Rechtsgutachten zur Nutzung des Sprungturms in Utting vor.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Wie die Regelung fürs Uttinger Strandbad in Zukunft aussehen soll. Das Fazit eines Gutachtens wird im Gemeinderat behandelt. Über den Umgang mit einem ehemaligen Politiker wird gestritten.

Ein abschließbares Tor am Sprungturm. Eine verlängerte Aufsichtspflicht während der Badesaison. Holzverschalungen, die – zeitlich begrenzt – verhindern sollen, dass außerhalb der Saison gesprungen wird, und eine Beschilderung. All das soll helfen, dass die Gemeinde Utting ihrer „Garantenpflicht“ im Strandbad nachkommen kann. Das ist das Fazit eines Rechtsgutachtens, das Bürgermeister Josef Lutzenberger jetzt dem Gemeinderat vorstellte. Zuvor war über das Gutachten, das die Frage der Haftung von Gemeinde und Gemeinderäten klären soll, in der Verwaltung und im Bauausschuss diskutiert worden. Zeitweise stand sogar die Schließung des Strandbads in der Wintersaison zur Debatte.

Es wird zwischen Bade- und Nichtsaison unterschieden

Das Gutachten komme zu dem Ergebnis, so Lutzenberger, dass es mit zweckgerichteten Maßnahmen der Gemeinde möglich sei, ihrer „Garantenpflicht“ nachzukommen (LT berichtete). So solle erreicht werden, Sicherheit im Strandbad zu gewährleisten, gleichzeitig aber auch die Tradition und Gemeindekultur zu pflegen, und zwar in einem vernünftigen und rechtssicheren Einklang.

Lesen Sie dazu auch: Uttinger Strandbad: Jetzt herrscht Klarheit

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Wie der Bürgermeister ausführte, sei laut Gutachten zwischen Bade- und Nicht-Badesaison zu unterscheiden. Als Gefahrenquelle wird aus rechtlicher Sicht vor allem der Sprungturm angesehen, weniger der Steg. Viele Maßnahmen, die die Gemeinde ergreifen soll, beziehen sich daher auf den Sprungturm. Im Winter sollen die Absprünge vollflächig verschlossen werden. Sei keine Rutschgefahr gegeben, könne der Turm dann als Aussichtsplattform genutzt werden. Denn es sei nicht zu erwarten, dass bei dieser Witterung jemand vom Turm springen und baden wolle.

Im Sommer stellt sich dies anders dar: Besteht keine Aufsicht, muss der Sprungturm versperrt werden. Sowohl für Sprungfreudige als auch für Besucher, die nur die Aussicht genießen wollen, ist dann der Zutritt verwehrt. Laut Meinung von Fachanwalt für Strafrecht, Professor Dr. Werner Leitner, aus München reicht es im Sommer nicht aus, die Absprünge zu versperren.

Das Gutachten kostet fast 20.000 Euro

Da die Witterung zum Baden einlädt, könne es vorkommen, dass unrechtmäßig die Absperrungen an den Absprüngen entfernt würden, um vom Turm springen zu können. Den Turm im Sommer außerhalb des beaufsichtigten Badebetriebs nicht komplett, sondern nur die Absprünge zu versperren, hatte Lutzenberger nach Beratungen im Bauausschuss dem Juristen vorgeschlagen. Dessen Antwort: Diese Maßnahme würde das Gefüge des Gutachtens durcheinanderbringen.

Ein weiterer Vorschlag im Gutachten war, während der Badesaison den beaufsichtigten Badebetrieb zu verlängern. Momentan ist im Sommer von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Gemeinderat stellte sich komplett hinter das Gutachten. Er genehmigte auch die Kosten in Höhe von 19.500 Euro. Lutzenberger kündigte an, dass die Verwaltung im Gemeinderat Vorschläge für die Absperrungen am Turm vorstellen werde.

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