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Landkreis Landsberg

17.01.2020

Warum Kommunalpolitiker ein begehrter Posten ist

Der Landsberger Kreistag: Auch die 60 Mitglieder des Landkreis-Gremiums werden am 15. März neu bestimmt. Möglicherweise treten dafür bis zu zehn Parteien und Wählergruppen an.
Foto: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Plus So wie es aussieht, wird die politische Landschaft im Landkreis Landsberg vielleicht noch etwas bunter. Für den Kreistag könnten zwei neue Parteien bei der Kommunalwahl antreten.

In genau acht Wochen werden in Bayern Landräte, Kreistage, Bürgermeister und Stadt- und Gemeinderäte gewählt. Umfragen zufolge zeigen die Bürger ein wachsendes Interesse an dieser Wahl. Das scheint sich auch im Landkreis Landsberg widerzuspiegeln. Jedenfalls gibt es in einigen Gemeinden zusätzliche Kandidatenlisten und die Zahl der Bürgermeisterkandidaten liegt höher als vor sechs Jahren. Das LT verschafft einen Überblick über die Situation in Landkreis, Stadt und Gemeinden.

Noch bis zum 23. Januar können Wahlvorschläge in den Rathäusern und im Landratsamt eingereicht werden. Die allermeisten liegen bereits vor, einige werden in den nächsten Tagen noch erwartet.

  • Landkreis Zunächst ein Blick auf den Landkreis, in dem am 15. März rund 95000 Menschen wahlberechtigt sein werden: Für die Wahl des 60-köpfigen Kreistags haben CSU, Grüne, SPD, die Freien Wähler, Bayernpartei und Die Partei bereits ihre Unterlagen abgegeben, berichtet Landkreiswahlleiter Maximilian Schuler. Daneben erwartet Schuler noch Wahlvorschläge der FDP, UBV und ÖDP sowie voraussichtlich auch der AfD. Somit könnten die Wähler am 15. März unter zehn Parteien und Wählervereinigungen auswählen, eine mehr als vor sechs Jahren.

Die Partei braucht noch Unterstützer

Allerdings: Die Satirepartei „Die Partei“ muss, um zur Wahl zugelassen zu werden, bis 3. Februar noch 385 Unterstützungsunterschriften nachweisen. Diese Regel gilt für alle neuen Parteien und Wählergruppen, die nicht im Landtag vertreten sind. Wie weit Die Partei damit schon gekommen ist, weiß Schuler nicht: Weil die Unterschriften in den Gemeindeverwaltungen geleistet werden können, habe er keinen Überblick, sagt er. Eine Nachfrage in Dießen und Landsberg, wo Die Partei auch zur Stadt- beziehungsweise Gemeinderatswahl antritt, ergab jedoch, dass Die Partei noch zahlreiche Unterstützer mobilisieren muss: So berichtete der Dießener Verwaltungschef Karl Heinz Springer, dass derzeit erst etwas über 20 Unterschriften vorliegen. Nicht mehr zur Kreistagswahl antreten wird die Landkreis-Mitte.

Vier Parteien stellen auch Landratskandidaten auf: Neben CSU-Amtsinhaber Thomas Eichinger werden Peter Friedl (Grüne), Tobias Linke (Bayernpartei) und Wolfgang Buttner (ÖDP) antreten.

  • Landsberg Erstmals seit Jahrzehnten wird im Rahmen der regulären Kommunalwahl auch der Oberbürgermeister in Landsberg gewählt. Mathias Neuner (CSU), der vor acht Jahren ins Amt kam, bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Ebenfalls Oberbürgermeister wollen Moritz Hartmann (Grüne), Felix Bredschneijder (SPD) und Doris Baumgartl (UBV) werden.

Noch größer ist die Auswahl bei der Stadtratswahl: Acht Parteien haben Bewerber nominiert. Neben den Parteien mit OB-Kandidat sind das auch die FDP, die Landsberger Mitte, die ÖDP und Die Partei. Fünf von ihnen haben eine volle, 30 Bewerber umfassende Liste, die ÖDP hat 17, die FDP zwölf und Die Partei drei Kandidaten nominiert.

  • Gemeinden Während auf Landkreisebene und in der Stadt die Parteien eine große Rolle spielen, sieht es in den 30 Gemeinden anders aus. Die größte Abdeckung erreicht noch die CSU, die in 13 Gemeinden auf dem Stimmzettel erscheint. In sieben Gemeinden haben die Grünen Kandidaten aufgestellt. Erstmals dabei sind sie in Vilgertshofen, in Windach bilden sie mit der Bilo eine Liste. Die SPD ist nur noch für vier Gemeinderäte wählbar, nachdem in Schondorf keine Liste mehr zustande kam. In jeweils zwei Gemeinden treten die Bayernpartei und die ÖDP an.

In drei Gemeinden gibt es nur eine Liste

In vielen Kommunen finden sich überhaupt keine Parteien unter den Wahlvorschlägen. So gibt es etwa in Eresing, Finning, Fuchstal, Greifenberg, Hofstetten, Kinsau, Prittriching, Pürgen, Reichling, Rott, Scheuring, Schwifting, Thaining, Unterdießen und Weil nur parteiunabhängige und Ortsteillisten. In den drei kleinsten Gemeinden – Kinsau, Schwifting und Thaining – steht nur eine Liste auf dem Stimmzettel. Apropos kleine Gemeinden: Inzwischen haben auch Schwifting und Thaining die 1000-Einwohner-Grenze überschritten. Dort wird es ab Mai jeweils zwölf statt bislang acht Gemeinderäte geben.

63 Personen wollen Bürgermeister werden

  • Interessant Trotz oft anderslautender Eindrücke ist das Bürgermeisteramt zumindest im Landkreis Landsberg nach wie vor durchaus attraktiv. Im Vergleich zu 2014 wollen etwas mehr Personen Bürgermeister werden: 63 sind es nach derzeitigem Stand, 54 waren es vor sechs bzw. acht (OB-Wahl in Landsberg) Jahren. Am begehrtesten ist der Bürgermeisterjob übrigens in Dießen, wo sich sieben Kandidaten um die Nachfolge des seit 24 Jahren amtierenden Bürgermeisters Herbert Kirsch bewerben.

Deutlich angestiegen ist der Anteil von Frauen. Wurden 2012/14 nur drei Kandidatinnen gezählt, was einem Anteil von 5,6 Prozent entsprach, sind es dieses Mal 14 Frauen beziehungsweise 22,6 Prozent. Die meisten Frauen kandidieren in Dießen: Hier sind sie gegenüber den Männern sogar in der Überzahl. Überhaupt treten in den Ammerseegemeinden deutlich mehr Frauen als am Lechrain an.

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