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Landsberg

13.04.2019

Warum der Hauptplatz in Landsberg schon saniert werden muss

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Der Leiter des Tiefbauamts, Hans Huttenloher (links), und sein Kollege Christian Neumann zeigen am Klostereck eine Stelle, an der die Fahrbahn Schäden aufweist.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Es ist noch keine sechs Jahre her, dass auf dem Hauptplatz der letzte Granitstein aus China gesetzt wurde. Jetzt gibt es Schäden. Tiefbauamtschef Hans Huttenloher erklärt, wie groß das Problem ist und wo die Ursache liegt.

Ja gibt’s denn so was: Das Hauptplatz-Pflaster schon nach sechs Jahren ein Sanierungsfall? Dass in den Osterferien und in den Pfingstferien stellenweise der Fahrbahnbelag erneuert werden muss, halten viele Landsberger für erklärungsbedürftig. Andere ärgern sich, dass während der Bauarbeiten die Stadtdurchfahrt halbseitig gesperrt werden muss. Und schließlich wird die Frage gestellt, wer für den Schaden verantwortlich ist. Mancher nimmt den Sanierungsfall und die gleichzeitigen Teilsperrungen in der Schongauer und Weilheimer Straße mit Humor: „Vielleicht gibt’s ja noch eine Höhenkontrolle on top!“, schrieb Reinhold Säckl auf der Facebook-Seite des LT.

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Was die Sanierung für die Autofahrer bedeutet, lesen Sie hier: Hauptplatz: Die nächste Ferienbaustelle in Landsberg

Es geht allenfalls um zwei Prozent der gesamten Fahrbahnfläche

Im Tiefbauamt geht man die Sache eher unaufgeregt an. Denn laut Amtschef Hans Huttenloher sind die Schäden überschaubar: „Die Fahrbahn am Hauptplatz ist 2600 Quadratmeter groß, schadhaft sind vielleicht 30 bis 50 Quadratmeter“, betont er, das seien höchstens zwei Prozent.

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Wie die Fahrbahn aufgebaut ist, zeigen Huttenloher und sein Kollege Christian Neumann an einem Bohrkern. Die Granitsteine aus China wurden auf eine fünf Zentimeter dicke Monokornbetonschicht aufgeklebt, die wiederum auf einer 20 Zentimeter dicken Drainageschicht aus Mehrkornbeton liegt. Die Fugen zwischen den Steinen wurden mit einem Spezialmörtel vergossen. In Landsberg habe man damals bautechnisch Neuland betreten. „Die Bauweise gab es damals in Deutschland nicht, wir haben sie wegen der großen Belastung durch die Busse mit Schweizer Spezialisten erarbeitet.“ Weil sich je nach Temperatur das Material ausdehnt oder zusammenzieht, wurden in der Fahrbahn auch Dehnungsfugen gesetzt, diese jedoch entsprechend dem Pflasterverbund versetzt und nicht in einer Linie durchgehend.

An den Dehnungsfugen musste schon mal gearbeitet werden

Allerdings: Die ersten Schäden ließen nicht lange auf sich warten. So bewährten sich die versetzt verlaufenden Dehnungsfugen nicht. Deshalb ließ die Stadt bereits vor vier Jahren zusätzlich durchgehende Dehnungsfugen an der Klostereck-Kurve oder auf Höhe der Gogglgasse einbauen.

Hier ist der LT-Bericht von damals Es war sehr laut

Das reichte jedoch nicht aus. An mehreren Stellen geriet das Pflaster in Bewegung, vor allem dann, wenn Busse darüber fahren, wie Huttenloher erklärt. Das geschah am Klösterl in der Kurve, bei der Gogglgasse, wo der Pflasterverbund von mehreren Zugängen zu Wasserschiebern unterbrochen ist, und auf Höhe der Salzgasse. Hier waren im Herbst 2012 die Arbeiten unterbrochen und 2013 fortgesetzt wurden, erklärt Huttenloher.

Der Beton trocknete teilweise zu schnell

Die Ursache für diese Instabilität sieht Huttenloher in der Monokornbetonschicht, auf der das Pflaster sitzt. Diese sei wohl an manchen Stellen zu schnell getrocknet, bevor die Pflasterer die Granitplatten verlegten. Der Beton habe sich damit nicht so gut verfestigt. Durch den Druck der Fahrzeuge könne der Granit deshalb in Bewegung versetzt werden. Das beschädige und lockere wiederum den Fugenmörtel. Schließlich tun sich zwischen den Steinen Spalten auf, in die Wasser und Salz gerate, was im Winter zu Frostschäden führe.

Einen Mangel bei der Bauausführung und einem Gewährleistungsfall sieht Huttenloher aber nicht. Um von einem solchen zu sprechen, hätte ständig ein Mitarbeiter der Stadt neben den Pflasterern stehen und den Zustand des Betons kontrollieren müssen. Dass der Beton schneller aufgebracht wurde, als die Pflasterer arbeiteten, seien menschliche Faktoren. Die Gewährleistungsfrist sei aber ohnehin bereits im vergangenen Jahr abgelaufen. Das Problem war jedoch auch schon zuvor bekannt. So erwähnt Huttenloher, dass die Firma in den vergangenen Jahren auf Kulanz beschädigte Fugen ausgebessert habe.

Die Kosten sind überschaubar

Die jetzt anstehende Sanierung wird etwas tiefgehender sein. An den schadhaften Stellen wird die Monokornbetonschicht erneuert, bevor neue Granitsteine gesetzt und Spezialmörtel in die Fugen gegossen wird, erklärt Huttenloher. Und was kostet die Sanierung? „Das geht nach Aufwand“, erklärt Christian Neumann. Ersatz-Granitsteine habe die Stadt noch vorrätig, das Beton- und Mörtelmaterial koste 2500 Euro. Insgesamt werde die Sanierung nicht teurer als 10.000 Euro werden, erwartet Neumann.

Wie LT-Redakteur Gerald Modlinger die Schäden am Hauptplatz beurteilt, schreibt er in seinem Kommentar. Straßensperrung: Schon wieder der Hauptplatz

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