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Fuchstal

05.07.2019

Warum die Firma Isana Naturkost ins Fuchstal umziehen will

Noch hat die Firma Isana Naturkost ihren Sitz in Eresing, möchte aber ins Fuchstal umziehen. Laut Sebastian von Eltz von der Geschäftsleitung kann das Unternehmen am jetzigen Standort nicht mehr erweitern.
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Noch hat die Firma Isana Naturkost ihren Sitz in Eresing, möchte aber ins Fuchstal umziehen. Laut Sebastian von Eltz von der Geschäftsleitung kann das Unternehmen am jetzigen Standort nicht mehr erweitern.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Der Hersteller von Bio-Lebensmitteln möchte Eresing den Rücken kehren. Das LT hat mit Sebastian von Eltz aus der Geschäftsleitung über die Gründe gesprochen.

Der Markt für Bioprodukte boomt. Davon profitiert auch die Firma Isana Naturkost, die ihre Produkte unter dem Markennamen „bio-verde“ vertreibt. Allerdings ist die große Nachfrage auch ein Problem für die Firma. „Wir haben einfach zu wenig Platz und müssen Aufträge ablehnen“, sagt Sebastian von Eltz von der Geschäftsleitung. Schon seit Längerem gibt es deswegen Überlegungen, sich einen neuen Standort zu suchen. Den idealen Ort dafür glaubt die Firma in der Gemeinde Fuchstal gefunden zu haben, direkt an der B17. Die Gespräche mit der Gemeinde in den vergangenen zwei bis drei Jahren über die Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets seien „sehr vertrauensvoll“ gewesen, so der Geschäftsführer. In einem nicht öffentlich gefassten Grundsatzbeschluss hatte sich der Gemeinderat schon vor einem Jahr für den Standort ausgesprochen.

Von der Entwicklung im Gemeinderat überrascht

Um so überraschter waren die Verantwortlichen bei Isana über den Verlauf der vergangenen Gemeinderatssitzung in Fuchstal, als es teils sehr emotional zuging und das Thema letztlich ohne Entscheidung vertagt wurde. Sebastian von Eltz hofft allerdings, dass sich das Projekt trotzdem zeitnah realisieren lässt. „Unser Handlungsdruck ist groß, wir sind in Eresing am Limit. Unsere Mitarbeiter stehen sich teils auf den Füßen. Hier können wir nicht mehr erweitern, und eine öffentliche Straße durchschneidet unser Betriebsgelände, weswegen wir einen Teil der Infrastruktur doppelt vorhalten müssen. Wir haben auch ein Außenlager in Bad Wörishofen angemietet, weil hier kein Platz ist.“

Um bei dem Thema voranzukommen, hat Isana – das 240 Produkte vertreibt und etwa 70 Prozent davon vor Ort herstellt – nun die Fuchstaler Gemeinderäte für Mitte Juli eingeladen, sich in Eresing selber ein Bild von dem Unternehmen zu machen. In der Sitzung gab es auch aus den Reihen der Gemeinderäte Widerstand. Heinz Nehrenheim aus Seestall befürchtete beispielsweise eine massive Zunahme des Lkw-Verkehrs. Eine Befürchtung, die von Eltz zwar grundsätzlich verstehen kann, aber für unbegründet hält. „In Relation zu den Transportern, die auf der B17 jetzt schon unterwegs sind, wird das aus unserer Sicht nicht substanziell ins Gewicht fallen.“ Für Kritik sorgte auch, dass die Erschließung von der B17 selbst nicht möglich sei, sondern von der Staatsstraße 2055 erfolgen müsse, die von Asch aus auf Höhe des Römerkessels in die Bundesstraße mündet. Das hatten Gespräche mit dem Straßenbauamt ergeben.

Warum die Firma Isana Naturkost ins Fuchstal umziehen will

Ist die Gewinnung von Mitarbeitern in Fuchstal leichter?

Isana habe aktuell 200 Mitarbeiter und werde sich in Fuchstal auch etwas leichter mit der Mitarbeiterrekrutierung tun, glaubt Sebastian von Eltz. „Wir konkurrieren aktuell im Dreieck Augsburg, München, Landsberg um Arbeitskräfte. Aus Weilheim-Schongau fährt keiner bis Eresing, nach Fuchstal eher.“ Der Geschäftsführer geht davon aus, dass das Unternehmen – das seinen Umsatz laut von Eltz jährlich um fünf Prozent steigert – zunächst erst einmal etwa drei Hektar Fläche benötigen werde. Das entspreche in etwa dem, was jetzt in Eresing an Platz zur Verfügung stehe. Allerdings ist im Fuchstal ein weiterer Hektar für mögliche Erweiterungen vorgesehen und Synergien sparten Platz, verweist er. Auch am neuen Standort soll es wieder einen eigenen Verkaufsladen geben.

Fünf weitere Firmen sind an dem Standort interessiert

Die benötigte Fläche befindet sich bereits im Besitz von Walter Lutz, der Landwirt und Mitglied der Geschäftsführung bei Isana Naturkost ist. „Das Grundstück wurde auch mit Blick auf die angedachte Expansion erworben“, so von Eltz. Geht es nach Bürgermeister Erwin Karg, soll ein insgesamt 13 Hektar großes Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Nach der Berichterstattung im LT hätte er Anrufe von fünf örtlichen Firmeninhabern erhalten, informierte Karg in der Gemeinderatssitzung weiter, die sich an Gewerbeflächen in einer Größenordnung zwischen 4000 und 6000 Quadratmetern interessiert gezeigt hätten.

Die Verantwortlichen bei Isana Naturkost hoffen, dass möglichst zeitnah eine Baugenehmigung erteilt wird und die Produktion im Fuchstal in Jahr 2021 oder im Jahr darauf dort starten kann.

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