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Landsberg

11.01.2020

Warum die Versteigerung unliebsamer Weihnachtsgeschenke ausfällt

Die Versteigerung unliebsamer Weihnachtsgeschenkeim Landratsamt gibt es nicht mehr – zumindest in diesem Jahr. Der langjährige Auktionator Peter Rasch ist ausgestiegen.
Foto: Thorsten Jordan/Archiv

Plus Die Kultveranstaltung der Familienoase in Landsberg findet heuer nicht statt. Dafür gibt es zwei Gründe. Kommt die Geschenkeversteigerung 2021 zurück?

Die nachweihnachtliche Versteigerung ungeliebter Festtagsgaben im Landratsamt fällt in diesem Jahr aus. Das hat jetzt die Familienoase bestätigt, die die Auktion in den vergangenen 13 Jahren abgehalten hatte. Für nächstes Jahr sei die Veranstaltung aber wieder geplant, sagt die Leiterin des Büros der Familienoase, Petra Rieker. Zwei Gründe sind es nach ihren Worten, warum die launige Versteigerung heuer ausfällt.

Zum einen habe eine Mitarbeiterin, die sich in der Vergangenheit um die Versteigerung gekümmert habe, die Familienoase verlassen. Ihre Stelle habe bislang nicht wieder besetzt werden können. Und daneben habe der langjährige Auktionator Peter Rasch mitgeteilt, dass er für diese Aufgabe nicht mehr zur Verfügung stehe. Im vergangenen Jahr konnte er die Versteigerung wegen Krankheit nicht leiten. Für den Leiter des Amts für Jugend und Familie im Landratsamt war der Weiler Bürgermeister Christian Bolz eingesprungen. Und da habe er gesehen, dass sich die Welt auch ohne ihn weiterdrehe, sagte Rasch dem LT. Er habe dann der Familienoase mitgeteilt, dass er künftig nicht mehr dabei sein wolle.

Es geht mehr um den Werbeeffekt als um das Geld

In der Familienoase selbst sei freilich auch schon hinterfragt worden, ob die Auktion sich nach mehr als zehn Jahren nicht abgenutzt habe. Allerdings, so Petra Rieker, sei das Interesse sowohl bei denen, die ein ungeliebtes Weihnachtsgeschenk loswerden wollen, als auch bei denen, die hoffen, ein Schnäppchen zu ersteigern, weiterhin groß gewesen. Die Versteigerung habe auch immer einen Werbeeffekt für die Einrichtung gebracht, betont Rieker. Die Familienoase in der Waldheimer Straße 11 bietet zahlreiche Spielgruppen für Kinder, Treffs für Eltern sowie Beratungsmöglichkeiten an und vermittelt Paten für Familien, um diesen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen.

Der finanzielle Nutzen der Versteigerungen ist für die Familienoase in der Regel überschaubar. 2018 lag der Reingewinn bei 100 Euro, im vergangenen Jahr waren es 280 Euro. Denn oft fanden in den vergangenen Jahren die ungeliebten Weihnachtsgeschenke schon für wenige Euro einen neuen Besitzer. Und der Großteil des Erlöses ging an diejenigen, die ihre Geschenke zu der Versteigerung gebracht hatten, und daraufhin mit einigen Euro in der Tasche nach Hause gehen konnten, erklärt Rieker.

Beim Tauschcafé kann man auch was loswerden

In jedem Fall war bei den vergangenen 13 Geschenke-Versteigerungen immer für gute Stimmung gesorgt. Das lag nicht nur an der Moderation von Peter Rasch und zuletzt Christian Bolz, sondern auch daran, dass viele Geschenke an sich schon viel Komik bargen. Zwei Höhepunkte fallen Rasch dabei spontan ein: Ein versilbertes Antilopengeweih, das man an die Wand hängen konnte, und eine originalverpackte Klobürste, wobei Rasch bei Letzterer schon gewisse Zweifel hat, ob das wirklich eine Weihnachtsgabe gewesen sein kann.

Wer jetzt vergeblich darauf gewartet hat, ein unpassendes Geschenk bei der Auktion loszuwerden, für den hat Petra Rieker von der Familienoase aber noch einen Tipp: Man könne versuchen, es beim Tauschcafé gegen eine andere Sache einzutauschen.

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