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Hofstetten

24.04.2019

Warum die Wertstoffe gut sortiert sein müssen

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Das Abfallwirtschaftszentrum in Hofstetten hat ein neues Betriebsgebäude, das Prozedere bleibt aber das gleiche: wiegen beim Einfahren, abladen, wiegen beim Ausfahren und zahlen, wenn es sich um kostenpflichtigen Müll handelt.
Bild: Thorsten Jordan

Einigen Lieferanten ist es schon aufgefallen: Im Abfallwirtschaftszentrum gibt es ein neues Betriebsgebäude. Das LT hat sich auf der Anlage in Hofstetten umgeschaut. Zwischen Sperrmüll, alten Kühlschränken und Schrott.

Das Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) hat seit Kurzem ein (fast fertiges) neues Betriebsgebäude – ein Grund für das Landsberger Tagblatt, bei der Landkreiseinrichtung in Hofstetten vorbeizuschauen. Für die Kunden, die aufs Gelände fahren, sieht es nach wie vor so aus: eine Zufahrtswaage für Pkw, eine Lkw-Waage und eine Waage für die Ausfahrt von Pkw.

Ein Mitarbeiter sitzt in der „Wiegerei“, wie das Gebäude auf der linken Seite genannt wird. Drei Displays zeigen ihm die Gewichtsmessungen der drei Waagen an. „Hier werden die Fahrzeuge bei der Einfahrt gewogen, die Fahrer melden sich an und sagen, was sie abliefern wollen. Bezahlt wird dann beim Rausfahren, da geht es noch einmal über die Waage“, erläutert Helmut Ludwig. Er ist beim Landratsamt für das Abfallwirtschaftszentrum zuständig.

Auch der Handel muss Elektrogeräte zurücknehmen

Obwohl ein Werktag ist, herrscht reges Treiben im AWZ. Angeliefert wird aus privaten Haushalten oder dem Kleingewerbe. „An einem Samstag hatten wir einmal den Spitzenwert von 350 Fahrzeugen“, erzählt Ludwig. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter manchmal kurz angebunden sind. Vier hauptberufliche Mitarbeiter und acht 450-Euro-Kräfte arbeiten im AWZ, außerdem zwei Fremdfirmen. Ludwig wünscht sich, dass die Bürger auch andere Möglichkeiten der Entsorgung annehmen. Denn der Handel sei verpflichtet, Geräte zurückzunehmen.

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„Hier finde ich alles, was auch in einem gemeindlichen Wertstoffhof existiert“, sagt Ludwig und zeigt auf die Container. Wertstoff heißt nicht, dass der Landkreis daran verdient. Es geht ums Verwerten, doch meistens kostet das etwas, wie Helmut Ludwig erklärt. Die Bürger kostet es dagegen nichts, Altkleider, Pappe- und Papier, Glas und Elektroschrott nach Hofstetten zu fahren. In Hofstetten kann zusätzlich Elektroschrott abgegeben werden – Waschmaschine, Kühlschrank oder Flachbildschirm kommen hier in verschiedene Bereiche. Den Elektroschrott zu trennen, „das bindet einen Mann den ganzen Tag“. 628 Tonnen waren es im vergangenen Jahr.

Wer Altholz anliefert, muss zahlen

Das AWZ ist laut Ludwig so konzipiert, dass direkt ab dem Betriebsgebäude die Bereiche angesiedelt sind, die die Anlieferer anfahren. Und es gibt eine untere Ebene mit verschiedenen Sammelstellen, in die von oben Waschmaschinen, Flachglas oder auch Bauabfälle geworfen werden können. Pro Jahr werden auch rund 3000 Tonnen Altholz angeliefert – von unbehandeltem Holz über Spanplatten und Paletten bis hin zu mit Holzschutzmitteln behandeltem Zäunen oder Bauholz.

Wer Altholz anliefert, muss zahlen – 60 Euro pro Tonne, die Mindestgebühr beträgt 2,40 Euro. Auf der Homepage des AWZ finden sich sämtliche Preise. Nicht immer wird sauber getrennt, alles haben die Mitarbeiter nicht im Blick. „Je sauberer das Material ist, desto weniger müssen wir für die Verwertung zahlen“, erläutert der zuständige Abteilungsleiter Michael Schindler.

Nur der Wertstoff Metall bringt dem Landkreis Geld

Sperrmüll kann natürlich auch angeliefert werden, beispielsweise ein alte Sofasessel oder Sperrholz-Schränke – kostenlos bis maximal 500 Kilogramm, dafür gibt es die Sperrmüllkarte. Wäschetrockner-Gestelle bilden in einem Container ein bizarres Muster. Altmetall sei der einzige Bereich, „für den wir Geld erhalten“, sagt Ludwig.

Auf der unteren Ebene des AWZ befinden sich auch die Hallen für Restmüll und den Biomüll. Es sind auch große Kompostmieten aus den Grüngutcontainern aufgehäuft. 50.000 Kubikmeter Grüngut sind es jährlich in Hofstetten und noch einmal 100.000 Kubikmeter in Kaufering. Die Mieten bewirtschaftet Simon Hirschauer. Immer wieder umlagern – so sorgt der Unternehmer aus Windach dafür, dass der Kompost Temperaturen von über 65 Grad bekommt und damit Unkrautsamen absterben und der Kompost in der Landwirtschaft verwendet werden kann. Wichtig ist, dass keine Fremdstoffe dazwischen sind, aber hier liegt ein Plastikeimer.

Asbest und Mineralwolle müssen eingepackt werden

Zwischendurch kommt ein Sammelfahrzeug an und liefert Restmüll an. „1991 gab es eine Deponie und einen Wertstoffhof“, erzählt Ludwig über die Anlage in Hofstetten. Seit 2005 werde der gesamte Restmüll aus dem Landkreis Landsberg verbrannt – momentan in Augsburg, 12.000 Tonnen im Jahr. Auch der Inhalt aus den Braunen Tonnen im Landkreis wird nach Hofstetten gebracht. Doch auch darin finden sich Dinge, die nicht hineingehören: Lebensmittelverpackungen, Plastiktüten und ein Plastikblumentopf. Der Biomüll wird aus Hofstetten abgeholt und vergoren.

Weitere Informationen zum Thema Biomüll: Viel weniger Biomüll

Und natürlich gibt es im AWZ auch eine Stelle für Problemmüll wie alte Lackdosen, Ölkannen und Ähnliches. Auch gefährliche Dinge wie Mineralwolle und Asbestbauteile können in Hofstetten abgeliefert werden – jedoch nur in Big-Packs und Spezialsäcken. Und auch hier zeigt sich: Einzelne Anlieferer sind nicht achtsam – ein Sack mit Asbestdachbauteilen ist nicht richtig geschlossen.

Das neue Gebäude ist fast fertig. Geplant ist als Nächstes noch, die Softwaretechnik zu erneuern, wie Abteilungsleiter Michael Schindler sagt.

Auch der Kommentar beschäftigt sich mit unsauberer Mülltrennung: Aufpassen beim Mülltrennen, sonst wird es teuer

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