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Ammersee

17.06.2017

Warum es dieses Jahr in Aidenried nichts zu feiern gibt

Die gastronomische Zukunft in Aidenried ist nach wie vor offen. Noch immer ist der scherzhaft gemeinte Eröffnungstermin 2025 dort zu lesen.
Bild: Dominic Wimmer

Die Gemeinde Pähl will am See keinen Übergangsbetrieb. Allerdings wollen viele Bürger dort wieder eine Gastronomie haben.

Auch in diesem Jahr werden während der Badesaison am Gelände der ehemaligen Seewirtschaft in Aidenried keine Speisen und Getränke verkauft. Der Erbbauberechtigte des Gaststättengrundstücks, Michael Kuriat, der dort ein Wirtshaus errichten möchte, hatte Mitte Mai bei der Gemeinde einen Antrag auf einen mobilen gastronomischen Übergangsbetrieb gestellt. Alle elf anwesenden Gemeinderatsmitglieder samt Bürgermeister Werner Grünbauer lehnten den Antrag ab.

Mit der Entscheidung möchte das Ratsgremium auch signalisieren, dass es keinen Übergangsbetrieb auf dem Gemeindegrundstück haben möchte, sondern so bald wie möglich ein Gasthaus. Verzögerungen gibt es im Augenblick, da die Gemeinde, wie Bürgermeister Werner Grünbauer dem Landsberger Tagblatt sagte, dem Landratsamt noch einen Grünplan für 20 weitere Stellplätze auf der Ostseite der Staatsstraße vorlegen muss. Die Gemeinde werde diesen Plan voraussichtlich kommende Woche nach Weilheim bringen. Grünbauer bestätigt zwar, dass nicht der Erbpachtberechtigte die derzeitige Verzögerung zu verantworten habe. Wäre ein Bauantrag aber schon früher gestellt worden, hätte auch die Stellplatzthematik früher geklärt werden können.

Es gab einige Beschwerden von Anwohnern

Seit im Juli 2014 der Bebauungsplan „Sondergebiet Erholung“ beschlossen worden sei, habe der Bauwerber Gelegenheit gehabt, Vorbereitungen für den Neubau zu treffen, hieß es in den Sitzungsunterlagen im Pähler Gemeinderat. Er habe jedoch erst im Januar 2015 den Abbruch des alten Gasthauses und im März 2016 den Neubau beantragt. Einen Übergangsbetrieb wie 2015 lehnte der Gemeinderat nun ab. Dies sei der Allgemeinheit wegen zahlreicher Beschwerden im Betriebszeitraum 2015 nicht zuzumuten, hieß es in der Sitzung. Anwohner hätten sich über den Lärm, den Müll und die sanitären Bedingungen beschwert, sagte Grünbauer in der Sitzung. Konzerte seien nicht angemeldet gewesen und übermäßige Lagerfeuer gemacht worden. Ohnehin seien Verkaufswagen baurechtlich nicht zulässig, so Grünbauer, und gebe es auch seitens des Ordnungsamts Vorbehalte zum Übergangsbetrieb.

Es gibt Interessenten für die Bewirtschaftung

Laut einer Presserecherche 2016 hatte es jedoch 2015 weder seitens der Polizei noch der Gewerbeaufsicht Beanstandungen beim Kioskbetrieb gegeben. Die Gemeinde macht nun auch von der vertraglichen Vereinbarung Gebrauch, ab 2017 die Pacht zu erhöhen. Der Pachtzins wird auf 1000 Euro pro Monat angehoben, wie Kuriat selbst in seinem Antrag schreibt. Wegen der Stellplatzproblematik habe sich der geplante Baubeginn „um viele weitere Monate verschoben“, heißt es in dem Schreiben. Ausgaben für Abriss, Planungen und Gutachten stünden keine Einnahmen entgegen. Der Interimsbetrieb sei auch nötig, um den höheren Pachtzins zahlen zu können. Kuriat verweist außerdem auf zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung.

Nicht der Erbbauberechtigte selbst, sondern Partner wie Markus Thomas Piechotta von „Matos Fischladen“ in Herrsching und Weßling, der laut Kuriat einen „sehr guten Ruf“ genießt, wären seinem Antrag entsprechend bereit gewesen, in Aidenried Speisen und Getränke anzubieten. Zwei bis drei mobile Ausschank- und Imbisswagen sowie ein mobiler Toilettenwagen sollten aufgestellt werden. Kuriat hatte die Gemeinde gebeten, Bedingungen festzusetzen und direkt mit dem Betreiber vertraglich zu fixieren.

Der geltende Bebauungsplan habe nichts mit einem Kiosk zu tun, so Zweiter Bürgermeister Alexander Zink in der Sitzung. Er bedauerte, dass man nun bereits im dritten Jahr stehe, in dem etwas überbrückt werden solle. Die höhere Pacht bezeichnet Thomas Baierl als Sanktion, weil sich der Vertragspartner nicht an die Vereinbarungen halte. Gemeinderat Gerhard Müller erinnerte an die kürzlich stattgefundene Bürgerversammlung, bei der Bürger einen gastronomischen Betrieb am See forderten. „Seegrundstück gegen Gastronomiebetrieb“ stehe im Vertrag, so Baierl.

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